Interview zum Hurricane-Start

FKP Scorpio: „Die Festivallandschaft differenziert sich“

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Ein Hoch aufs Hurricane – vielen scheint der Spaß am Festival inzwischen aber vergangen zu sein.

Von Lars Warnecke. Das Hurricane ist ein Festival der Superlative – auch bei den Preisen. 199 Euro müssen die Fans inzwischen für ein Kombiticket berappen. Dass das sich nicht jeder mehr leisten kann oder will, belegen die aktuell vom Veranstalter vorgelegten Besucherzahlen, die weit unter denen der Vorjahre liegen.

Oder gibt es noch andere Gründe? Wir wollten es vom Veranstalter selbst wissen und haben uns mit Sina Klimach, die sich beim Festival um die PR kümmert, einen Tag vor Veranstaltungsbeginn unterhalten.

Frau Klimach, mit den Tagestickets, die wieder auf den Markt geschmissen wurden, haben Sie sicher den Verkauf noch ein wenig ankurbeln können, oder?

Sina Klimach: Wir haben über die Jahre immer wieder Nachfragen nach Tagestickets bekommen und können uns vorstellen, dass nun einige für einen Tag dabei sind, für die ein dreitägiges Festival zeitlich nicht funktioniert. Darum bekommen wir durchaus auch positives Feedback auf dieses Angebot.

Also hat dieses Preisstufen-Modell für das Hurricane durchaus eine Zukunft?

Klimach: Wir schauen uns die Verkäufe genau an und werden dann prüfen, ob wir auch im nächsten Jahr ein Kontingent an Tagestickets anbieten können.

Nur 65.000, statt wie sonst rund 73.000 Besucher. Das Festival ist nicht ausverkauft. Was ist da schiefgellaufen?

Klimach: Das Hurricane war in den vergangenen beiden Jahren ausverkauft. Dass das in diesem Jahr nicht der Fall ist, führen wir vor allem auf die zum Teil extremen Wetterlagen der Vorjahre zurück.

*** Unser Ticker zum Hurricane

Nicht wenige vertreten die Meinung, der Preis für das komplette Paket sei inzwischen zu hoch. Was entgegnet der Veranstalter denen, die das so sehen?

Klimach: Das Festival blickt auf eine mehr als 20-jährige Entwicklung zurück – darum hinken Vergleiche zu vergangenen Jahren zwangsläufig. Die Entwicklung der Eintrittspreise hat vielschichtige Gründen. Sie hängt von steigenden Kosten für Organisation und Durchführung ab, die für uns als Veranstalter eine Herausforderung darstellen. 

Hier sind Kosten für Sicherheit, Dienstleistungen, Material und Personal ebenso zu nennen wie Künstlergagen, die sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt haben. Wir wollen unseren Besuchern ein hochwertiges Programm, ein umfangreiches Service-Paket und die größtmögliche Sicherheit zum besten Preis bieten. Grundsätzlich sind wir davon überzeugt, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis auf unseren Veranstaltungen nach wie vor stimmt. Nichtsdestotrotz tun wir alles, damit es für jeden Geldbeutel weiterhin das passende Ticket gibt.

Und doch bleibt es bei schwächelnden Besucherzahlen. Selbst Rock am Ring war dieses Jahr nicht ausverkauft ...

Klimach: Die Festivallandschaft differenziert sich und muss sich an Bedürfnisse und Wünsche der Besucher anpassen. Wir befinden uns in einer Phase, in der sich Festivals neuen Herausforderungen stellen müssen. 

Diese nehmen wir als Veranstalter sehr gern an, um unseren Besuchern ein unvergessliches Festivalerlebnis mit intensiven Livemusik-Momenten zu ermöglichen. Wir sind überzeugt davon, dass sich dieses Modell auch in Zukunft noch großer Beliebtheit erfreuen wird.

*** Unser Überblick zum Hurricane

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