Feldrundfahrt in Westervesede

„Altmodisch ist das überhaupt nicht“

Mit fünf voll besetzten Anhängern haben die Westerveseder Landwirte jüngst ihre Feldrundfahrt gestartet.

Westervesede - Von Hannelore Rutzen. Einmal im Jahr geht es in Westervesede – auf Einladung der ortsansässigen Landwirte – auf große Trecker-Tour. Mit Gespannen machen sich die Dorfbewohner nebst Deepenern auf den Weg, um Wissenswertes über Feldfrüchte und Ställe aufzuschnappen, aber auch zu erfahren, wo den Landwirten der Schuh drückt. Im Gespräch berichten vom Organisatorenteam Wolfgang Wichern und Jürgen Bahrenburg über die Beweggründe.

Feldrundfahrt – ist das nicht altmodisch und langweilig? Man könnte doch solch eine Tour auch selbst abfahren.

Wolfgang Wichern: Prinzipiell wäre das möglich, ja. Aber in der Gemeinschaft macht es doch viel mehr Spaß. Man schnackt über Probleme und alles Mögliche, kommt zusammen und fühlt sich miteinander verbunden. Altmodisch ist das überhaupt nicht. Der Zuspruch mitzufahren, ist groß. Unsere Ausfahrten waren immer mit 80 bis 100 Bewohnern beider Dörfer ausgebucht.

Sind das nur die Älteren, die noch Interesse an der Landwirtschaft haben?

Jürgen Bahrenburg: Im Gegenteil. In diesem Jahr waren es 120 Westerveseder und Deepener, ein gemischtes Völkchen – vor allem viele Kinder und Jugendliche, aber auch die ältere Generation, die immer mehr Interesse zeigt, wissen zu wollen, wie Landwirtschaft heute funktioniert. Die ganz junge Generation erfährt beispielsweise ganz nebenbei, dass die Milch eben nicht von lila Kühen kommt.

Wo ging es denn dieses Mal hin? Sie haben in den Jahren zuvor ja schon vieles gezeigt und erläutert.

Bahrenburg: Dieses Mal führte uns die Rundfahrt ins „Kleine Loh“. Die voll besetzten Wagen querten die K 211 in Richtung ehemaliges Munitionsdepot zu den Mais-, Kartoffel- und Getreideflächen. Wir sorgen dabei auch immer wieder für Zwischenstopps. Wichern: Folkert Meyer, Vorsitzender des Realverbandes, erläuterte uns dieses Mal die Geschichte sowie den Sinn und Zwecke des Zusammenschlusses der Bauern, erklärte die Regeln und dass im Wald des „Kleinen Loh“ ebenfalls schon Holzauktionen stattfanden. Ein zweiter Stopp wurde eingelegt: Elli Döbler aus Deepen, die Vorsitzende des Imkerverbandes Rotenburg, erzählte vieles über Bienen – wie notwendig und nützlich sie für die Landwirtschaft sind. Den Kindern brachte sie sogar Waben mit. Bahrenburg: Und ein paar Bienen im Glas, damit die Kinder sie besser beobachten können,

Was hat es eigentlich mit dem Maiskönig auf sich?

Wichern: Entstanden ist diese zur Tradition gewordene Rundfahrt über die Felder vor vielen Jahren aus einer Maisfeldrundfahrt. Was lag da näher als einen Maiskönig zu bestimmen. Das machte natürlich die Runde. Heute ist es so: Die Kinder ermitteln den Maiskönig. Derjenige wird es, dessen Mais am höchsten steht und am besten aussieht. Sie ziehen Maispflanzen aus verschiedenen Feldern, legen sie nebeneinander aus und bestimmen dann den König. In diesem Jahr ist mir übrigens diese Ehre zuteil geworden. Ich hatte noch nie ein solch hohes Amt inne (lacht).

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