Ausstellung „Flora und Fauna im Aquarell“ eröffnet

Feinfühlig, aber ausdrucksstark

Wie die Mutter so der Sohn: Lars und Doreen Kruse haben beide ein Faible für die Kunst. - Fotos: Ujen

Scheeßel - Von Ursula Ujen. Da es in den vier Jahrzehnten seit der Wiedereröffnung des Kunstgewerbehauses auf dem Meyerhof im Jahre 1976 zwar viele bedeutende Ausstellungen gegeben hätte, aber nur ungefähr eine Handvoll davon mit heimischen Künstlern, freute sich Heimatvereinsvorsitzender Uwe Wahlers nun besonders, die Werkschau mit Aquarellen des Jeersdorfers Lars Kruse zu eröffnen.

Der Meinung waren wohl auch viele andere Kunstinteressierte, denn der Meyerhof platze aus allen Nähten – selbst die herbeigeschafften Klappstühle reichten nicht aus. Offensichtlich hat sich Kruse in den sieben Jahren seines künstlerischen Schaffens große Anerkennung erworben, was auch die zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland belegen.

In ihren Grußworten bezeugten dann sowohl Detlev Kaldinski als stellvertretender Bürgermeister als auch Elke Twesten als stellvertretende Landrätin ihre Sympathie für den 45-jährigen Jeersdorfer. „Schön, so viele junge Gesichter zu sehen, die offensichtlich zu Jens’ großem Fanclub gehören“, so Twesten bei der Begrüßung.

Auch Lokalmatador Thorsten Finner verbindet eine Freundschaft mit Kruse – und so war klar, dass die musikalische Begleitung zum Abend passte. Mit seinen Balladen erreichte er mühelos die Vernissagegäste und schaffte es sogar, sie beim Lied „Let it be“ von den Beatles zum Mitsingen zu animieren.

Als Laudatorin ging die Mutter des Künstlers, Doreen Kruse, zunächst auf den Lebenslauf ihres an einem Sonntag geborenen Sohnes ein und skizzierte im Weiteren ihre Eindrücke über dessen schöpferische Passion: „Er muss nicht malen, um Geld zu verdienen, sondern, weil der das zum Leben braucht – und das fühlt man. Für Lars ist das ein Ausgleich zum Job, ähnlich wie die Jagd“, so die ebenfalls Kunstschaffende, die eine Galerie in Worpswede betreibt. „Mit großem Mutterstolz lade ich euch ein, in Lars’ Bildern spazieren zu gehen“, lehnte Doreen Kruse sich an das bekannte Zitat von Auguste Renoir an. Man solle sich Zeit nehmen, quasi auf Entdeckungsreise gehen und Details in den Motiven aufspüren.

Der 1970 geborene Grafikdesigner und Inhaber zweier Werbeagenturen hat seinen Lebensmittelpunkt nach zwölf Jahren in Hamburg wieder zurück nach Jeersdorf verlegt. 2009 begann er während einer Kur mit dem Aquarellieren, das ihn sofort faszinierte und seitdem nicht mehr loslässt. Er ist Ideengeber, Gründungsmitglied und Vorsitzender der Deutschen Aquarell Gesellschaft/German Watercolour Society.

Wer die Ausstellung im Kunstgewerbehaus betritt, bemerkt sogleich eine große Leidenschaft des Jägers und Hundeführers: Neben einigen Landschaftsbildern und Blumenmotiven ist der größte Teil der Ausstellung dem Thema heimische Fauna und Wildlife gewidmet. Sowohl Tiere wie Eule und Henne, Fasane oder ein Keiler als auch Exoten wie Elefanten oder ein Zebra kommen förmlich auf den Betrachter zu und faszinieren durch ihre starke Präsenz und Schönheit. Dabei wirken sie nicht vordergründig plakativ, zwar frei und bunt, aber auf subtile Weise feinfühlig und mit intensivem Ausdruck in Szene gesetzt. Neben den ausgestellten Originalen sind nahezu alle Bilder auch als kostengünstigere Prints erhältlich.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 4. September und ist samstags, sonn- sowie feiertags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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