Helfen, wo das Geld fehlt

Förderverein der Jugendfeuerwehren in der Gemeinde Scheeßel „feiert“ zehnjähriges Bestehen

Daumen hoch für den Jugendfeuerwehr-Förderverein: Vorsitzender André Peters (l.) mit seinem Stellvertreter Nils Tews.
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Daumen hoch für den Jugendfeuerwehr-Förderverein: Vorsitzender André Peters (l.) mit seinem Stellvertreter Nils Tews.

Scheeßel – 30 Jahre Feuerwehrhaus, fünf Jahre Kinderfeuerwehr „Beekehörnchen“ – keine Frage: 2021 hätte es für die Brandschützer im Kernort Scheeßel so einige Anlässe gegeben, das Sektglas ( oder wahlweise die Bierbuddel), zu erheben. Nicht zu vergessen: der Förderverein der Jugendfeuerwehren in der Gemeinde. Dessen Gründung jährt sich in diesen Tagen zum zehnten Mal. „Nur leider können wir auch diesen runden Geburtstag nicht so feiern, wie wir es gerne getan hätten“, sagt André Peters (36), ohne das C-Wort in den Mund zu nehmen.

Peters ist der Vorsitzende des aktuell mehr als 60 Mitglieder zählenden Vereins, Nils Tews (41) sein Stellvertreter. Beide wissen: Ohne die Förderer sei die Mitgliedschaft in einer Jugend- oder Kinderfeuerwehr heutzutage nur noch bedingt attraktiv. „Man muss den jungen Leuten schon mehr bieten, als nur die reine Ausbildung beziehungsweise das Heranführen an das Brandschutzwesen“ meinen die beiden Kameraden, die ebenso außerhalb ihres Ehrenamtes gut befreundet sind. Der Gemeinde Scheeßel als Trägerin der Freiwilligen Feuerwehr stünde aber eben auch nur ein gewisser Minimalbetrag zur Verfügung – etwa für Uniformen oder gewisse Ausrüstungsgegenstände. Aktivitäten wie Ausflüge und Zeltlager, wie man sie gut und gerne bei der Jugendfeuerwehr pflege, könnten derweil nicht mit kommunalen Geldern finanziert werden. „Und da kommen vorrangig wir ins Spiel“, sagt Tews. Gerade erst seien nigelnagelneue Feldbetten angeschafft worden, 30 an der Zahl – eine Investition, die ohne den Verein, dessen Gründung auf eine Idee von Dieter Apel, damals wie heute der Gemeindebrandmeister, zurückreicht, wohl nicht so leicht hätte getätigt werden können. Teilhabe, ergänzt André Peters, seit 2012 Kraft Amtes der Vorsitzende, sei ein wichtiger Aspekt, um den es gehe. Denn nicht jede Familie könne beispielsweise die Kosten für ein Zeltlager mal eben so einfach bestreiten, weiß der 36-Jährige. Der Förderverein helfe hier mit Zuschüssen aus.

Beim jährlichen Familientag „Scheeßel hüpft“ kommen Klein und Groß auf ihre Kosten.

Wer sich für eine Mitgliedschaft entscheidet (zwölf Euro kostet der Jahresbeitrag), tut also so oder so etwas Gutes. Und dass es attraktiv ist, in der Gemeinde in der der Kinder- oder Jugendfeuerwehr aktiv zu sein, belegen die Zahlen: „Alle unsere vier Gruppen sind komplett belegt, für die ganz Jungen gibt es sogar eine Warteliste“, berichtet Nils Tews, welcher 2019, als Nachfolger von Heiner Wehrmann, zum Stellvertreter berufen worden war.

Was beim Scheeßeler Verein besonders hervorsticht: Anders als viele andere „Artgenossen“, die eher unter dem Radar agieren, zeigen Peters und seine Mitstreiter Präsenz. So sind im Laufe der letzten zehn Jahre gleich mehrere regelmäßige Aktionen zusammengekommen, mit denen nicht nur bloß weitere Mitglieder angelockt werden sollen, sondern die auch einen gewissen Mehrwert für die Gemeinde und ihre Bürger mit sich bringen. Angefangen von den jährlichen Autowaschtagen auf dem Tankstellengelände an der Harburger Straße über die Weihnachtsbaum-Rückgaben am Feuerwehrhaus bis hin zum Familienevent „Scheeßel hüpft“ in der Sporthalle. Gerade bei letzterer Veranstaltung, im November 2013 zum ersten Mal durchgeführt, binde man laut dem Vorsitzenden die komplette Gemeinde mit ein – und auch über Scheeßels Grenzen hinaus erfreue sie sich längst großer Beliebtheit.

Man merkt es Tews und Peters an: Beide gehen sie in ihren Rollen voll auf. Dass der zehnte Vereinsgeburtstag nicht gebührend gefeiert werden kann, stimme sie natürlich etwas traurig. „Unser Plan ist es aber immer noch, dass wir ein großes Event machen – dann natürlich gemeinsam mit unseren Förderern und den Kinder- und Jugendfeuerwehrgruppen.“

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