Aktionstags an der Eichenschule

Luther-Jubiläum: Vom Fegefeuer ins Paradies

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Laura Meyer (v.l.), Lenonie Sablontzke, Lina Riebau, Luisa Röhrs, Carmen Görtz (oben l.), Leila Schneider und ihre Mitstreiter hatten sich im Internet schlau gemacht, was im Mittelalter auf den Tisch kam.

Scheeßel - Was haben Blätterteigschnecken mit Luther zu tun? Viel, wie beim Aktionstag der Eichenschule Donnerstag zu erfahren war. Das Motto „Futtern wie bei Luther“, das an mehreren Ständen unzählige Leckereien vom „Reformationsbrötchen“ bis zur essbaren Lutherrose auf die Tische in der Pausenhalle und in die Münder zauberte (und entsprechende Gegenwerte in Jahrgangskassen und für die Kania-Hilfe), war mit mittelalterlichen Essgewohnheiten nur ein Teil der zahlreichen Aktionen rund um den Reformator.

„Wir haben uns möglichst originalgetreue Rezepte aus dem Internet gesucht“, erzählte Lauren Meyer, deren Religions-Leistungskurs sich beteiligte. Es war nur eine der vielen Annäherungen an den Reformator. An der Tür: „Komplimente to go“ (natürlich von Luther), auf Stellwänden befassten sich Ausstellungsplakate wie „Luther in Love“ mit dessen Eheleben und -ansichten. Die Fünftklässler Fiete Großbrüg und Thees Bostelmann hatten mit ihrer Klasse Ausdrücke wie „Ungelegte Eier“, „Lästermaul“ oder „Denkzettel“ bildlich in einem Memory umgesetzt; andere ließen im Quiz den Wahrheitsgehalt seiner Zitate erraten. „Viele Jüngere ordnen ihm nur die positiven Sprüche zu. Vor allem die Älteren wissen, dass auch die judenfeindlichen Zitate von ihm stammen“, erklärte Kiara Jung. Die Elftklässlerin hatte sich mit ihrem Geschichtskurs auch mit den „schlechten Seiten“ des Reformators kritisch auseinandergesetzt und zeigte beide Seiten auf: „Andererseits haben wir ihm eine Menge zu verdanken.“ Was das alles war, zeigte eine andere Ausstellung, und zwar die Gegenüberstellung des Gottesdienstes früher (auf Latein) und heute mit Singen und der Möglichkeit, die Predigt zu verstehen.

Doch nicht nur trocken wurde Wissen vermittelt: Bei „Mal deinen Luther“ war Kreativität gefragt, ebenso wie beim Linoldruck. Kunstlehrerin Nadine Jubin: „Nicht alle hatten Lust auf Luther.“ Daher ging es im Wahlpflichtkurs vor allem um Materialkunde, von der Ton-Lutherrose über Sprayen bis zur Vorlage für die Drucke, die Unterstufenschüler mithilfe einer großen Presse erstellten. Die Funktionsweise des Buchdrucks, der die Verbreitung der Bibelübersetzung erst möglich machte, demonstrierte eine zehnte Klasse mit einem historischen Setzkasten der Kreiszeitung und Buchstabentattoos frisch auf den Arm.

Luther-Aktionstag in der Eichenschule

 © Ulla Heyne
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Während im Nebenraum der Film „Luther“ lief, waren ihm Teilnehmer eines Geschichtskurses am PC „auf der Spur“, und zwar beim gleichnamigen Adventurespiel, das die Avatare per Zeitmaschine an die unterschiedlichen Lebensstationen des Reformators schickte, von der Klosterschule bis zur Wartburg. „Ganz schön schwierig“, meinte Siebtklässlerin Sophia, „nach 25 Minuten habe ich ihn selbst noch nicht getroffen“.

Mit der Rolle als Choralkomponist und -texter setzte sich der Oberstufenchor unter der Leitung von Martin Crome ganz praktisch durch eine Gesangseinlage auseinander. Der zunächst lateinische, dann deutsche Gesang „Verleih uns Frieden gnädiglich“ folgte zunächst einer gregorianischen Melodie, dann Mendelsohn-Bartholdy.

Den Vogel schoss John Köhler ab, der als Ablasshändler Tetzel den „Sündigern“ auf dem Schulhof gegen einige Dukaten einen „Hypersprung vom Fegefeuer ins Paradies“ versprach.

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