Verdener Buchhandlung „Vielseitig“ eröffnet am Dienstag in Scheeßel

Fast wie Karma

Die Einrichtung des digitalen Kassenbereichs hält die „Vielseitig“-Geschäftsführerinnen Kristine Westphal (l.) und Anke Lehmkuhl auf Trab. Foto: Heyne

Scheeßel – Der Anschein trügt nicht: hinter den Schaufenstern der Buchhandlung an der Zevener Straße ist Bewegung. „Vielseitig“ wird der Nachfolger in den Räumlichkeiten des ehemaligen „Lesezeichens“ heißen, und vielseitig sind momentan auch die Aufgaben, die auf die Geschäftsführerinnen Kristine Westphal und Anke Lehmkuhl bis zur Eröffnung am Dienstag um 9 Uhr zukommen.

Denn erstmal streikt an diesem Morgen die Technik. Der Internetprovider sei in den vergangenen Wochen nicht erreichbar gewesen, erzählt Westphal: „Buchläden sind nicht systemrelevant.“ Dass das Geschäft von ihr und ihrer Mitstreiterin als dritte Filiale neben Verden und Schneverdingen eröffnet wird, ist kein Zufall, „sondern fast schon Karma“, schmunzelt Lehmkuhl. Als Westphal Mitte der 80er-Jahre mit der Ausbildung fertig war, schlug ihr Onkel, ein Scheeßeler Apotheker, einen eigenen Buchladen im Beekeort vor. Doch die Zeit schien noch nicht reif, ebenso, als Wandel mehr als zwei Jahrzehnte später dicht machte und Westphal erneut drauf und dran war, hier einzusteigen. Vor einigen Monaten liefen sich Westphal und „Lesezeichen“-Besitzerin Kerstin Bredehöft über den Weg („In der Buchszene kennt man sich“) – nun passte es mit der Nachfolge.

Dabei sei eine dritte Filiale Fluch und Segen zugleich: „Der Aufwand im Back Office für drei Geschäfte ist natürlich enorm. Andererseits sind wir geübt und gut aufgestellt, vieles ist eingespielt“, so Lehmkuhl. Dabei gebe es durchaus auch Standortunterschiede, wie Westphal berichtet. „In Schneverdingen geht Plattdeutsches beispielsweise noch besser als in Verden.“

Auf Scheeßel sind beide gespannt. Ob es wie in Verden einen „Nachttisch“ mit Lektüre-Empfehlungen lokaler Persönlichkeiten geben wird oder das Geschäft zur Hochburg für die Beratung für E-Books und -Reader wird? „Erstmal gucken, welche Bedürfnisse sich hier herauskristallisieren“, meint die bekennende Buchnärrin. Eine Eröffnungsfeier werde zu gegebenem Zeitpunkt nachgeholt, und auch Veranstaltungen wie Lesungen oder die „Einschließen und Genießen“-Schmökerabende für Gruppen sind geplant – sie sind Lehmkuhls Domäne. Die studierte Betriebswirtschaftlerin ist mit ihrer Lust auf Neues quasi die „Eventmanagerin“ des Unternehmens. „Konzeptionell sind wir erstmal offen, und auch, was die Ware angeht“, meint die Verdenerin. Angedacht sei eine Kooperation mit dem örtlichen Kulturverein, ähnlich wie in Schneverdingen.

Das Sortiment soll neben Bestsellern, Krimis, Reisebüchern, Belletristik und englischsprachigen und Kinderbüchern auch „ausgesuchtes Schönes“ wie edles Geschenkpapier, Stifte und Grußkarten umfassen. Bedenken, dass die Filiale im Beekeort angenommen wird, haben die beiden nicht – schon jetzt bestellen viele Scheeßeler im Online-Shop des sechsköpfigen Teams oder in einer der anderen Filialen. Neben einer Auszubildenden werden die Kunden in der Filiale auch ein bekanntes Gesicht entdecken: Lesezeichen-Mitarbeiterin Petra Scharf bleibt dem Standort erhalten. Auch hier werden die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gelten: Betreten nur mit Mundschutz, eingelassen werden bis zu vier Kunden.  hey

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