VW Polo brennt bei Bartelsdorf völlig aus 

Fahrerflucht löst Großeinsatz aus

Mehr als 130 Einsatzkräfte haben zwischenzeitlich nach der Fahrerin gesucht. - Foto: Heyne

Bartelsdorf - Zu einem Großeinsatz mit noch unklarem Hintergrund wurden am frühen Donnerstagmorgen insgesamt mehr als 130 Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Scheeßel und Rotenburg, der Polizei und eines Rettungswagens gerufen. Gegen 6.30 Uhr war bei der Polizei eine Meldung eingegangen, dass nach einem Unfall an der Straße Moorkamp in Bartelsdorf ein VW Polo an einem Feldrand vollständig ausgebrannt sei. Von der Fahrerin: Keine Spur.

„Das Auto wurde aus dem Graben gehoben, um sicherzustellen, dass sich keine Personen darunter befinden“, erklärte Polizei-Pressesprecher Heiner van der Werp. Persönliche Gegenstände und Kleidung, die an der Kreisstraße 211 abgelegt worden waren, legten nahe, dass es sich bei dem Fahrer um eine Frau handelte. Bald gingen zwei Benachrichtigungen bei der Polizei ein, die diese Vermutung bestätigten. „Daraufhin haben wir eine Meldung zur Verbreitung im Radio herausgegeben, dass sich Zeugen, die die Frau möglicherweise gesehen haben, melden“, so van der Werp. „Vielleicht hat sie bei der Entfernung vom Unfallort ja auch versucht zu trampen?“ Aber: „Das ist natürlich reine Spekulation.“

Die Fakten: „An der angesengten Jacke, die wir gefunden haben, war wenig bis kein Blut“, wie der Einsatzleiter meldet. „Sie kann sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht im Fahrzeug aufgehalten haben.“

Die weitere Chronik des Einsatzes an diesem Morgen: Kurz nach 8 Uhr werden die Kameraden der Feuerwehren der gesamten Gemeinde Scheeßel auch per Sirenen zur großflächigen Suche gerufen. Parallel dazu werden Spürhunde angefordert; bis nach Hamburg wird die Verfügbarkeit abgefragt, vor 10 Uhr ist jedoch nicht mit dem Eintreffen zu rechnen. Parallel dazu bemüht man sich um die Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes. Eine Hubschrauberstaffel kann wegen Nebels noch nicht eingesetzt werden. Da hat die Feuerwehr von einem Leiterwagen aus bereits die Umgebung mit einer Wärmebildkamera abgesucht – ohne Erfolg.

Nach und nach treffen bei der mobilen Einsatzleitstelle, die Polizei und Feuerwehr bei den Windrädern an der Straße zwischen Bartelsdorf und Westervesede aufgeschlagen hat, immer mehr Feuerwehrleute ein. Viele telefonieren – sie geben ihren Arbeitgebern Bescheid, dass sie heute nicht rechtzeitig zum Dienstbeginn am Arbeitsplatz sein werden. Einer will einen Haufen Hustenbonbons aufheben, der auf dem Radweg liegt. „Lass liegen“, meint van der Werp, „das sind wahrscheinlich Beweismittel.“ Warum die Frau sich in regelmäßigen Abständen von persönlichen Gegenständen getrennt hat, ist nach wie vor unklar. Derweil werden die Kameraden in Suchtrupps eingeteilt, die systematisch die Feldwege in der Umgebung durchkämmen.

Inzwischen sind Kamerateams und Reporter der Boulevardpresse vor Ort und interviewen die Einsatzleiter. Um 9.13 Uhr kommt der erlösende Funkspruch: „Wir haben sie gefunden.“ meldet ein Suchtrupp der Rotenburger Feuerwehr aus etwa 500 Metern Entfernung. Die Frau sei ansprechbar, scheine jedoch unter Schock zu stehen. Größere Verletzungen scheine sie nicht zu haben. Der Rettungswagen macht sich auf den Weg. Die Frau, eine 30-Jährige aus Schneverdingen, wird ins Diakoniekrankenhaus nach Rotenburg gebracht. Ihren inzwischen ausfindig gemachten Partner habe man versucht zu informieren, jedoch sei niemand ans Telefon gegangen.

Für die Ortswehren der Gemeinde, aus Brockel und Rotenburg ist der Einsatz gegen 9.30 Uhr beendet. Für die Polizei fangen die Ermittlungen jetzt an. 

hey

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