Fachausschuss lässt Standortfrage weiterhin offen / Öffentlichkeit ist jetzt gefragt

Combi-Markt: Bürger sollen sich ein Bild machen

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Ein Teil des künftigen Combi-Markt-Geländes von der Bremer Straße aus gesehen. Rechts die Hofstelle Brockmann, dahinter verläuft die Mühlenstraße.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Combi-Markt, die nächste (Diskussions)-Runde: Erneut zur Debatte standen jetzt im Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde die Standortvarianten für die Ansiedlung des Vollsortimenters an der Bremer Straße/Ecke Mühlenstraße. Doch wieder konnte sich das Gremium angesichts weit auseinander gehender Meinungen, welche denn nun die richtige sei, nicht zu einer Entscheidung durchringen. Eine Öffentlichkeitsbeteiligung soll den Politikern diese nun mehr oder weniger abnehmen.

Zwei mögliche Vorgehensweisen hatte der im Auftrag des Investors Bünting handelnde Architekt Axel Zimmermann auf dem Papier durchgeplant, die er vor großem Publikum – es saßen mehr als 30 Bürger mit im Saal, darunter vor allem Anwohner, vorstellte. Klar ist: Beide Möglichkeiten könnten in ihrer Blickwirkung nicht unterschiedlicher sein.

Variante 1 sieht eine Bebauung in Richtung Mühlenstraße/Ecke Bremer Straße vor – das heißt, der zweigeschossige Baukörper ist als städtebauliche Raumkante parallel zur B75 angeordnet, die Parkplätze befinden sich in Richtung Amtsvogteipark. Neben dem Haupteingang, der sich direkt an die Stellflächen anschließt und dicht zur Mühlenstraße angeordnet ist, ist ein Blumenladen geplant, auf der gegenüberliegenden Seite ein Backshop mit einem angegliederten Café. Wie der Planer weiter ausführte, habe man versucht, den Baukörper optisch den umliegenden Gebäuden anzugleichen – mit angedeuteten Giebeln, einer weißen Fassade, aber mit klarer Gebäudestruktur.

Bei Variante 2 ist der nach den selben Kriterien angelegte Baukörper direkt neben dem Vogteipark angesiedelt – und integriert sich damit deutlich tiefer in das aufsteigende Geländeniveau der Bundesstraße. Der Haupteingang ist direkt von der Kreuzung aus zu erkennen, davor befinden sich die Stellplätze, rund 110 an der Zahl, die im Gegensatz zur ersten Variante von der Bremer Straße aus den Blick auf eine deutlich erkennbare Freifläche freigeben.

Die Zu- und Abfahrt für die Kunden erfolgt in beiden Fällen über die Mühlenstraße, ebenso der Anlieferungsverkehr, für den eine eigene Zuwegung mit optischem Sichtschutz geschaffen werden soll. Eine klassische Anlieferung über eine Rampe ist aus raumtechnischen Gründen nicht möglich, so Zimmermann. Die Entladung erfolgt stattdessen ebenerdig über einen entsprechenden Anhebemechanismus an den Lkws. Zwei bis drei Fahrzeuge seien laut Zimmermann täglich zu erwarten. Sie müssten auf der Mühlenstraße allerdings rangieren, um rückwärts in die Anlieferungszone hineinzufahren.

Dem aus dem Ausschuss genannten Vorschlag, den Anlieferungsverkehr generell über die Bremer Straße abzuwickeln, um so den Anwohnern der Mühlenstraße zusätzlichen Krach zu ersparen, erteilte der Architekt eine Abfuhr. Zu groß sei dafür der Höhenunterschied zwischen dem Gelände und der Bundesstraße, als dass man dort eine Rampe bauen könnte, so sein Einwand. Allerdings würden die Lkw ohnehin nur tagsüber vorfahren.

Da sich weder im Gremium selbst noch unter den Zuschauern, die sich ebenfalls zu den Varianten äußern konnten, ein klarer Favorit abzeichnete (die einen äußerten, ihnen erscheine die Fassade direkt an der Bremer Straße zu wuchtig, anderen war der Platz vor dem an der Vogtei gelagerten Gebäude zu groß), soll nun eine Öffentlichkeitsbeteiligung zu einem Ergebnis führen. So verständigten sich die Politiker darauf, sämtliche bereits in der Sitzung vorgestellten Grundrisszeichnungen und Ansichtgrafiken ab der kommenden Woche im Rathaus ausstellen zu lassen – in der Hoffnung, dass sich so ein breiteres Meinungsbild aus der Scheeßeler Bevölkerung gewinnen lässt. Zwei Wochen ist für diese Beteiligung vorgesehen, bevor der Fachausschuss eine endgültige Entscheidung fällen will.

Für den ebenfalls in der Sitzung anwesenden Städteplaner Rolf Diercks liegt der Fall jedoch schon jetzt auf der Hand. Er warb eindringlich für eine geschlossene Gebäudekante. „Das macht aus städtebaulicher Sicht einfach mehr Sinn, da wir es dort von drei Seiten aus mit einer Bebauung zu tun haben“, gab er zu bedenken.

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