Fachausschuss berät Varianten für Kommunikationsplatz / „Da sitzt später doch sowieso keiner“

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Diese beiden Varianten haben sich im Kernortausschuss durchgesetzt: Links der Kommunikationsplatz mit Sitzbänken und Hockern, rechts die Ellipsen-Variante. n

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Hocker oder Bank? Holz, Stahl oder Beton? Ellipse oder keine Ellipse? Wer sich am Montagabend als Zuschauer im Kernortausschuss wähnte, dessen Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt.

Diese beiden Varianten haben sich im Kernortausschuss durchgesetzt: Links der Kommunikationsplatz mit Sitzbänken und Hockern, rechts die Ellipsen-Variante.

Fast anderthalb Stunden lang berieten die Kommunalpolitiker über die Ausgestaltung eines sogenannten Kommunikationsplatzes. Der ist Teil der Entwurfsplanung für den Untervogtplatz. Wer am Ende jedoch auf eine Entscheidung hoffte, wurde enttäuscht: Aus Sicht des Gremiums bestehe innerhalb der Fraktionen weiterer Beratungsbedarf.

Nein, leicht taten sich die Ausschussmitglieder mit der Frage, welche Platz-Variante für die Kernortmitte denn nun die passendere sei, nicht. Nur in einem war man sich – bis auf Knut Nagel, dessen Gruppe 57 ohnehin den Sinn und Zweck einer Umgestaltung des Untervogtplatzes in Frage stellt – einig: der Platz im Platz mit seinen Sitzmöglichkeiten leiste neben Wasserspiel und Rathauspark einen weiteren Beitrag, die Aufenthaltsqualität rund ums Rathaus zu steigern.

Wie der einmal aussehen könnte, stellte Landschaftsarchitektin Claudia Hübner vom Bremer Büro Horeis + Blatt den Politikern anhand von vier Varianten vor. Konnte sich das Gremium mit einer aus Stahlwannen mit Holzauflage gefertigten Hocker-Bank-Kombination sowie einer Betonbank-Lösung in Ellipsenform noch relativ zügig auf zwei aus seiner Sicht in Frage kommende Entwürfe verständigen, steckte der Teufel im Detail. Ein Fürsprecher der Ellipsen-Variante, die sich nach Auskunft von Hübner durchaus auch mit den Materialien Stahl und Holz verwirklichen ließe, war Detlev Kaldinski (SPD): „Wenn man da eine weitere Bank in die Mitte stellen würde, wäre das sogar noch kommunikativer“, lautete seine Überzeugung. Davon hielt Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) allerdings gar nichts: „So etwas hat man auf jedem Schulhof“, konstatierte die Verwaltungschefin, die in diesem Zusammenhang an das Rathaus erinnerte, welches von vielen Bürgern als hässlicher Betonklotz angesehen werde. „Außerdem würde uns damit die Weite flöten gehen, die wir uns für die neue Kernortmitte gewünscht haben.“ Dagegen würde eine locker angeordnete Kombination aus Hockern und Sitzbänken – denkbar wären hier variabel einstellbare Rückenlehnen – zu einer lebhafteren Kommunikation beitragen und ihrer Meinung nach „die Jugend viel eher ansprechen“.

Ob der Platz überhaupt jemanden ansprechen wird – Ulrich Sommer bezweifelt es. „Da sitzt später doch sowieso kein Mensch drauf“, spottete der Scheeßeler lautstark aus den Zuschauerreihen.

Einigkeit am Tisch bestand darin, die Formsprache, wie sie im Rathauspark und auf dem Marktplatz zu finden ist, für den Kommunikationsplatz beizubehalten. „Da sich alles in Sichtweite zueinander befindet, sollten wir das nicht kunterbunt machen“, betonte Wolfgang Bassen (CDU). Auch eine digitale Infosäule war für den Mini-Platz ist im Gespräch.

Wie es mit dem Projekt nun weitergeht, wird der nächste Kernortausschuss zeigen.

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