Platz drei auf der Grünen-Liste

Fabienne Schneider will in den Scheeßeler Gemeinderat

Fabienne Schneider vor dem Scheeßeler Rathaus.
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Tagsüber Schule, abends dann in die Ratssitzung: Das kann sich Fabienne Schneider gut vorstellen. Denn nur so kann sie etwas verändern.

Nach dem 12. September steht fest, wer in den neuen Scheeßeler Gemeinderat einzieht. Eine von ihnen könnte Fabienne Schneider sein. Denn die 18-Jährige steht bei den Grünen auf Listenplatz drei.

Scheeßel – 18 Jahre ist sie jung, doch Fabienne Schneider weiß genau, was sie möchte: nach den Kommunalwahlen am 12. September für die Grünen in den Scheeßeler Gemeinderat einziehen. Nach der Aufstellungsversammlung ist klar, Schneider steht an dritter Stelle – und die Chancen der Eichenschülerin damit gar nicht mal so schlecht.

Alle auf Augenhöhe

Erst seit einigen Monaten ist sie Mitglied des Grünen-Ortsverbandes. Sie hat das Wahlprogramm genau studiert und festgestellt: „Es stimmt mit meinen Werten überein, es sind die Themen, für die ich mich einsetze.“ Dazu gehören Klimaschutz, ihr Hauptanliegen, aber auch soziale Gerechtigkeit und Vielfalt in der Gesellschaft. Zwar gab es auch mit anderen Parteien hier und da Überschneidungen, „aber ich konnte mir nicht vorstellen, in eine andere Partei einzutreten“. Die Mischung aus Jung und Alt sei im Ortsverband zudem gut. „Wir sind ein gutes Team, das macht es aus. Und ich habe bisher sehr positive Erfahrungen gemacht. Ich werde ernst genommen, wir sind auf Augenhöhe.“

Familie und Freunde unterstützen sie auf ihrem Weg, auch wenn der ein oder andere seine Überraschung über den Schritt geäußert hat. „Ich bin eher eine zurückhaltende Person“, sagt Schneider und lacht. „Aber ich habe ein sehr positives Gefühl und wenn man selber etwas bewegen möchte, muss man aktiv werden. Dann kann man am meisten verändern. Und ich möchte mich engagieren.“

Handeln für die Zukunft

Es sei auch ein notwendiger Schritt, findet die 18-Jährige. Politik ist oft alt, sie wünscht sich mehr junge Leute, die sich für ihre Zukunft einsetzen. Auch vor Ort könne viel bewegt werden, wenn man sich einbringt. „Viele Probleme werden oft nicht ernst genug genommen“, bedauert sie. Gerade was den Klimawandel angeht, über den sich ihrer Meinung nach jeder mittlerweile im Klaren sein sollte – denn die Auswirkungen hat Deutschland zuletzt erst mit der großen Flutkatastrophe zu spüren bekommen. „Dabei sind wir hier noch in einer sehr privilegierten Lage, was die Folgen der Klimakrise angeht – wenn ich an Inselstaaten denke, die untergehen werden. Wir wissen, was wir tun können, wir müssen jetzt handeln für unsere Zukunft.“

Doch brauche es leider oft erst schlimme Katastrophen als Weckruf, um die Menschen wachzurütteln. „Und das werden keine Einzelereignisse bleiben, das kann noch häufiger passieren.“ Auch der Anstieg der Temperaturen ist fatal, insbesondere für ältere Menschen und kleine Kinder. „Aber viele andere Probleme sind durch Corona in den Hintergrund geraten.“ Zwar seien Themen wie Schneiders Hauptgrund, selber in die Politik zu gehen, mittlerweile fest in eben dieser angekommen – nicht zuletzt durch fleißige Fridays-for-Future-Teilnehmer –, doch an der Umsetzung hapert es oft. Daher hat die Schülerin feste Pläne: Im Bereich Klima- und Umweltschutz ist ein Thema die Landwirtschaft. „Wir haben hier eine hohe Nitratbelastung“, erklärt die Scheeßelerin, die in Eckernförde aufgewachsen ist. Auch für bessere Tierhaltung möchte sie sich einsetzen. Eine gute Flüchtlingspolitik ist ihr ebenfalls wichtig. Zwar würde da in der Gemeinde viel bewegt, doch „die Wohnungsbedingungen sind sehr schlecht“. Bezahlbarer Wohnraum ist da eine Devise, doch der ist begrenzt. Aber: „Wir brauchen die Vielfalt“, also müsse sich mehr bewegen.

Ich bin vorsichtig optimistisch, auch wenn gerade im ländlichen Raum noch oft konservativ gewählt wird.

Fabienne Schneider

Ob sie nach der Schule weiter Richtung Politik geht, lässt die Eichenschülerin noch offen. „Da habe ich ja noch zwei Jahre Zeit.“ Schneider war ein halbes Jahr in Irland, musste ihr Auslands-Schuljahr jedoch corona-bedingt abbrechen und macht daher den Rest des elften Schuljahrs im Beekeort noch einmal. Aktuell könnte sie sich gut vorstellen, Geografie oder Psychologie zu studieren. „Im Bereich Geografie könnte ich mich dann auch für den Umweltschutz engagieren.“

Für den Wahlkampf wünscht sie sich viele Gespräche mit Bürgern. Gerne auch mit vielen jungen Leuten. „Ich möchte wissen, was sie sich an Veränderungen wünschen.“ In Gesprächen mit Freunden sei da schon unter anderem die digitale Infrastruktur genannt worden, die vor allem auf den Dörfern noch ausbaufähig ist. Die Chancen der Grünen auf einen Einzug in den Rat sieht sie als nicht schlecht: „Ich bin vorsichtig optimistisch, auch wenn gerade im ländlichen Raum noch oft konservativ gewählt wird.“

Transparenz als Stichwort

Transparenz ist daher eines der Stichworte. „Wir haben das Gefühl, dass die Bürger oft gar nicht wissen, was eigentlich im Rathaus beschlossen wird und wie Dinge beschlossen werden.“ Sie hofft, vielleicht auch andere junge Leute motivieren zu können. Handeln ist wichtig, doch gibt es noch oft Hürden. „Da hilft Transparenz, denn wir können auf kommunaler Ebene was bewirken.“ Auf den Plakaten mit den Mitgliedern, die sich zur Wahl stellen, prangt auf ihrem der Spruch: „Unsere Zukunft gestalten.“ Und das passt zum Antrittsmotto der jungen Scheeßelerin doch ziemlich gut.

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