Erster Zumba-Kurs für Junggebliebene im Nötel-Haus gestartet

Vom Kopf in die Füße

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Langsam machen sich die Teilnehmer mit dem Tanz vertraut.

Scheeßel - Von Ursula Ujen. Nach einigen erfolgreichen Line-Dance-Kursen in den letzten Jahren, hat es bei der Kulturinitiative Scheeßel (Kis) eine große Nachfrage nach einem Zumba-Kurs für die ältere Generation gegeben. Einem Wunsch, dem die Kis gerne nachgekommen ist: Sie engagierte die Fitnesstrainerin Johanne Knipper, die jetzt im Nötel-Haus solch einen Kurs anbietet. Unserer Zeitung erklärt sie, was es damit genau auf sich hat:

Warum ein Kurs extra für Junggebliebene?

Johanne Knipper: Zumba-Fitness wird zwar in vielen Fitnessstudios oder Sportvereinen angeboten, aber ältere Menschen fühlen sich in den meist von jüngeren Menschen besuchten ZumKursen überfordert – teilweise sogar ausgeschlossen. Unser Kurs soll die Menschen ansprechen, die sonst wenig Gelegenheit haben, sich in einem tänzerischen Fitnessprogramm wie diesem auszupowern. Schließlich ist es nie zu spät, etwas für die körperliche Fitness zu tun.

Wo liegt denn die Altersbeschränkung? Oder kommt es nur auf die Kondition an?

Knipper: Zumba hat ursprünglich keine Altersbeschränkung. In Lateinamerika wird vom Alter unabhängig zu allen möglichen Anlässen als Ausdruck von Lebensfreude getanzt. Natürlich geht es bei Zumba zur Sache, aber man lernt, sich dem nach und nach anzupassen. Jeder Teilnehmer nimmt seine eigenen Grenzen wahr und kann individuell Pausen einlegen. Und mit unserer ältesten Teilnehmerin, Edith, belegen wir, dass auch 80 Jahre nicht zu alt für Zumba sind.

Gibt es eventuell gesundheitliche Gründe, die gegen eine Teilnahme am Kurs sprechen?

Knipper: Wie bei allen Ausdauersportarten sollten Teilnehmer bei fieberhaften oder grippalen Infekten sowie entzündlichen oder schmerzhaften Beschwerden auf jeden Fall eine Pause einlegen. Wer mitmachen möchte, sollte ganz einfach seinen Hausarzt fragen – es handelt sich bei Zumba um ein ganz normales Fitness-Programm, das keinen überfordert.

Erhalten die Teilnehmer Übungsanleitungen für Zuhause?

Knipper: Selbstverständlich bekommen die Teilnehmer Anleitungen zum Üben mit nach Hause. Ich möchte, dass alle dadurch mehr Sicherheit gewinnen und dann noch mehr Freude am Tanzen haben.

Zu welchere Musik tanzt man denn Zumba?

Knipper: Zumba ist durch den Rhythmus der lateinamerikanischen Musik geprägt. Die Elemente aus anderen Tänzen wie Flamenco, Merengue, Cumbia, Raggaeton und Bachata bestimmen den Tanz, lassen aber gleichzeitig viel Raum für die Verwirklichung des eigenen Ausdrucks zu.

Vermittelt Zumba ein bestimmtes Gefühl?

Knipper: Die Choreografien bauen unmittelbar auf der Musik auf und prägen sich über das Hören ein. Es wird über viele Wochen immer zu den selben Stücken getanzt, so dass es irgendwann zum eigenen Ausgestalten der Bewegungen kommt. Zumba fördert die Kreativität und vermittelt ein freies Körpergefühl, da viele Bewegungen aus der Körpermitte in die Peripherie der Arme und Beine gelangen. Er baut nicht nur auf Schritten auf, sondern bezieht den ganzen Körper ein. Zumba erlaubt jedem, kein geborener Tänzer zu sein und sich frei zur Musik zu bewegen. Da wir nicht vor einem Spiegel tanzen, muss sich keiner ständig mit seinem Äußeren beschäftigen, sondern kann sich mehr auf sein Rhythmusgefühl einstellen. Im Zeitalter der Casting-Generationen umso wichtiger, sich nicht immer von außen zu bewerten und verurteilen. Zumba kann helfen, aus dem Kopf in die Füße zu kommen, denn manchmal ist das Tempo so schnell, dass man keine Zeit hat, über andere Dinge als den Tanz nachzudenken.

Was macht dabei die Gruppe aus?

Knipper: Beim Zumba tanzt einerseits jeder für sich, empfängt jedoch von seinen Mittänzern die Dynamik und Freude, aber auch Unlust oder Müdigkeit. Das heißt, jeder Mittänzer gestaltet auch das Gefühl der ganzen Gruppe mit. Eine vertrauensvolle, offene Tanzgruppe kann heilsam und positiv auf die eigene Grundstimmung wirken.

Seit dem 8. Mai und bis zum 17. Juli findet der Zumba-Kurs für Junggebliebene an acht Nachmittagen statt. Die einzelnen Termine werden mit den Teilnehmern abgesprochen. Die Übungseinheiten sind jeweils freitags von 17 bis 18.30 Uhr im Nötel-Haus in Scheeßel, Schulstraße 2. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Der Kurs kostet 40 Euro. Weitere Informationen unter 04263/2878

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