200. Geburtstag der Amtsvogtei: Festakt und Kino im Park 

Erst Schandfleck und Politikum, dann Glanzstück

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Rainer Schild (v.l.), Karola Hofmann, Thore Schouten, Manfred Lieder und Christoph Herrmann und andere organisieren das Amtsvogtei-Jubiläum mit dem Kinofilm: „Ich bin dann mal weg“. 

Scheeßel - Wenn am letzten Samstag im August das Wochenende des Scheeßel-Tags traditionell mit dem Open-Air-Kino im Amtsvogteipark eingeläutet wird, dann steht in der elften Auflage ausnahmsweise mal nicht der der Film im Mittelpunkt – jedenfalls nicht ausschließlich.

Denn mit dabei und quasi mittendrin ist eine älteres Haus, das genau am besagten Wochenende seinen 200. Geburtstag feiert. Die Rede ist vom Gebäude der Amtsvogtei, das 1816 von Amtsvogt Johann Adolph Crome als Privathaus erbaut wurde.

In seiner Festrede wird Ur-Scheeßeler Karsten Frick an die bewegte Vergangenheit des Gebäudes erinnern. Nach den ersten 25 Jahren als Amtsvogtei und dem Brand des Vogteihofes 1839 hatte das Gebäude nacheinander acht Pächter, bevor es verfiel. Zwischenzeitlich Treffpunkt von Jugendlichen aus der Nazi-Szene, war es in den 80er Jahren vom „Glanzstück zum Schandfleck“ verkommen, wie sich Rainer Schild erinnert. Ihm und seinen Mitstreitern des 1989 gegründeten Fördervereins, damals unter Vorsitz von Johnny Meyer, ist es zu verdanken, dass das vormalige architektonische Prunkstück, damals fast eine Ruine mit Brettern vernagelten Fenstern, wieder zu neuem Glanz kam.

Abriss stand zur Diskussion

Pläne hatte es inzwischen einige für das seit 1977 im Besitz der Gemeinde befindliche Anwesen gegeben – beispielsweise die Einrichtung eines Cafés, eines Hotels oder eines Altersheims; aber auch ein Abriss stand im Raum. Mittlerweile ist der Energieversorger EWE, die später die Gemeindewerke übernahm, Eigentümer. Die 80 Mitglieder des Förderverein kümmern sich um die Pflege des umliegenden Parks. So wurden Wege angelegt, ein Baumlehrpfad und seit einiger Zeit zieren Skulpturen die stets frisch gemähten Flächen.

Neben den sonntäglichen Boulespielern finden hier auch die Cineasten vom „Kino im Scheeßel“ einmal im Jahr ihr Zuhause. So auch am Samstag, 26. August, wenn mit Einbruch der Dunkelheit gegen 20.45 Uhr der Film „Ich bin dann mal weg“ nach dem Bestseller von Hape Kerkeling gezeigt wird. Der passt nach Ansicht der Organisatorinnen Karola Hofmann und Anja Schouten nicht nur wunderbar ins Grüne, sondern mit eher ruhigen, nachdenklichen Tönen auch zum festlichen Anlass. Und: „Der Film möchte einfach gesehen werden“, so Schouten nach etlichen Anfragen.

Hofmann betont, dass sowohl der Film als auch der fast schon obligatorische Schnack bei Getränken und Bratwurst bei jedem Wetter stattfindet: „Zur Not haben wir einen Plan B!“ Außerdem heben sie hervor, dass beide Veranstaltungen – Festakt und Kino – auch einzeln besucht werden können.

Einlass für den Festakt ist ab 18 Uhr, der Beginn der für alle Interessierten offenen Feier ist 18.45 Uhr. Für die musikalische Umrahmung sorgen die Scheeßeler Schulmusikanten sowie der Hamburger Opernsänger und ehemalige Eichenschüler Dustin Drosdziok. 

hey

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