Ungewisse Zeiten

Erschließung für Westerveseder Baugebiet Bargfelde verzögert sich

Aus einem Acker wird ein Baugebiet: Östlich von der Straße „Tavenhorn“ gesehen, stellt die Gemeinde Scheeßel neues Bauland bereit. Voraussichtlich im August sollen hier die Erschließungsarbeiten beginnen.
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Aus einem Acker wird ein Baugebiet: Östlich von der Straße „Tavenhorn“ gesehen, stellt die Gemeinde Scheeßel neues Bauland bereit. Voraussichtlich im August sollen hier die Erschließungsarbeiten beginnen.

Westervesede – Eigentlich hätten die Bagger schon anrücken sollen. Nur werden sich künftige Bauherren nun noch ein bisschen länger in Geduld üben müssen: Die Erschließungsarbeiten für das neue, von der Gemeinde Scheeßel ausgewiesene Wohnbaugebiet Bargfelde in Westervesede werden voraussichtlich erst Anfang oder Mitte August starten können. Das wurde am Montag in einer Sitzung des Westerveseder Ortsrates bekannt.

Die coronakonforme Zusammenkunft im Dorfgemeinschaftshaus war nicht zufällig gut besucht, wollten doch viele Einwohner, die an einem Bauplatz interessiert sind, wissen, ab wann denn mit einem Verkauf der Grundstücke zu rechnen sei und ob es schon Infos zum Quadratmeterpreis gebe. Verbindliche Aussagen konnte Birgit Gramkow von der Gemeindeverwaltung dazu nicht treffen. „Wir müssen erst wissen, wie viel uns die Erschließung kostet“, stand die Fachbereichsleiterin Bau und Planung im Scheeßeler Rathaus Rede und Auskunft.

„Alles andere wäre, was die Grundstückspreise betrifft, sonst nur ins Blaue geraten.“ Unter Hochdruck werde inzwischen an der Erschließungsplanung gearbeitet. „Das hat sich alles nicht ganz so einfach gestaltet, wie wir dachten, weil die Büros bis Oberkante zu tun haben.“ Nach einer mehrwöchigen Verzögerung liege ihr nun aber endlich ein einigermaßen verlässlicher Bauzeitenplan vor.

Danach sei vorgesehen, dass die Ausschreibung der einzelnen Maßnahmen, also der Straßen- und der Kanalbau wie auch die Straßenbeleuchtung, Anfang Juli rausgehen könne. „Das ist viel zu spät, aber die Umstände machen es leider nicht anders möglich“, bedauerte sie. Mindestens vier Wochen nehme die Ausschreibungsphase in Anspruch, danach müsse die Vergabe noch mit dem Landkreis abgestimmt werden. „Vorausgesetzt, wir bekommen von den Baufirmen überhaupt noch Angebote“, erklärte Gramkow mit Blick auf die derzeit übervollen Auftragsbücher. Darüber hinaus gingen im Moment ja auch die Baumaterialpreise durch die Decke – „da hängen wir alle ein bisschen in der Luft.“

Dann komme ja noch das Problem mit der Oberflächenentwässerung hinzu, gab Westervesedes Ortsbürgermeister Ralf Jürges zu bedenken. „Ja, dass wir Regenrückhaltebecken bauen müssen, ist bekannt“, nahm Gramkow den Faden auf. „Es braucht aber niemand Angst haben, dass die Erschließung dadurch ins Stocken geraten könnte – das werden wir übergangsweise auch anders lösen können.“

Bis auf ein Ende der vorbereitenden Maßnahmen müssten bauwillige Westerveseder indes nicht warten, bevor die „zuschlagen“ könnten: „Die Vergabe der Grundstücke erfolgt im Sommer und Herbst – dann, wenn der Kaufpreis von uns kalkuliert werden konnte.“ Allerdings dürften die Häuslebauer erst nach Ende der Erschließungsarbeiten loslegen. „Geplant ist, dass die Geschichte Anfang/Mitte Januar abgeschlossen ist.“

Schon einen Haken kann die Gemeinde unter den Um- und Ausbau des Westerveseder DGH als eine ihrer Liegenschaften setzen. Bekanntlich hat in einem Erweiterungsbau der örtliche Kindergarten Einzug gehalten, während der Altbau, in dem unter anderem die örtlichen Vereine ihr Domizil haben, komplett renoviert worden ist. Nur habe der Trakt aufgrund der Coronabeschränkungen noch immer nicht genutzt werden können, bedauerte Jürges.

„Und ich weiß nicht, wann es wieder möglich sein wird.“ Bis zur regulären Öffnung solle im Saal jedenfalls wieder eine elektronisch bedienbare Leinwand eingebaut sein. Das Vorgängermodell, keine sechs Jahre alt, war nämlich im Zuge der Bauarbeiten „flöten gegangen“, wie Jürgen Huch vom Schützenverein bemerkte. „Es wäre auf jeden Fall wünschenswert, wenn dafür Ersatz geschaffen werden könnte.“

Diesbezüglich wolle er sich mit der Gemeindeverwaltung nochmals in Verbindung setzen, gelobte der Ortsbürgermeister, wie auch zu einer anderen Geschichte, auf die Ortsratsmitglied Silvia Huch im weiteren Verlauf zu sprechen kam: „Im Stuhl- und Tischlager war ja die Decke runtergekommen – ist der Schaden schon behoben worden?“, wollte sie wissen. „Noch nicht“, erwiderte Ralf Jürges etwas zähneknirschend, „obwohl das Thema, nachdem sich eine Trockenbaufirma das angesehen hat, der Gemeinde schon längst bekannt ist.“

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