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Erneut kein Osterfeuer in Scheeßel: Feuerwehr sagt Veranstaltung ab

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Von: Lars Warnecke

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Lange ist es her: Feuerwehrsprecher Thomas Opitz auf der Wiese, auf der vor drei Jahren zuletzt ein Osterfeuer entzündet wurde.
Lange ist es her: Feuerwehrsprecher Thomas Opitz auf der Wiese, auf der vor drei Jahren zuletzt ein Osterfeuer entzündet wurde. © Warnecke

In diesem Jahr lodern die Osterfeuer vielerorts wieder auf – so auch in der Gemeinde Scheeßel. Warum ausgerechnet das größte Brauchtumsfeuer im Kernort nicht stattfindet? Veranstalter ist die Feuerwehr – und die darf sich keinen Coronafall in ihren Reihen leisten.

Scheeßel – Treffen vor lodernden Flammen – das wird es bei der Freiwilligen Feuerwehr Scheeßel auch in diesem Jahr nicht geben. Und das, obwohl Osterfeuer zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie bundesweit wieder erlaubt sind. Warum die Brandbekämpfer dem größten Brauchtumsfeuer der Gemeinde – mit immerhin durchschnittlich rund 400 bis 500 Besuchern nebst Ausschank und Bratwurstverkauf – erneut eine Absage erteilen?

„Wir als Feuerwehr dürfen es nicht ausrichten“, klärt Sprecher Thomas Opitz auf und beruft sich dabei auf eine vom Landkreis und der Kreisfeuerwehr herausgegebenen Verordnung, nach der die Wehren uneingeschränkt den Brandschutz sicherzustellen und weiterhin für Hilfeleistungen aller Art zur Verfügung zu stehen hätten. „Wenn bei einer solchen Veranstaltung ein Coronafall auftritt, wäre die Einsatzfähigkeit von jetzt auf gleich aber nicht mehr gewährleistet“, bringt er das noch immer der Pandemie geschuldete Dilemma auf den Punkt.

Kein Veranstalter springt ein

Gerade für eine Stützpunktfeuerwehr mit Schwerpunktaufgaben, wie Scheeßel sie stelle, sei das Risiko schlichtweg zu hoch, betont Opitz, der als bekennender Freund der Brauchtumspflege selbst nicht gerade davon begeistert sei, dass das Feuer am Ostersonntag einmal mehr nicht auf der Wiese hinter dem Feuerwehrhaus entzündet wird. „Dabei hätte sich jeder Verein oder jede Institution im Ort noch dazu bereit erklären können, eine solche Veranstaltung auszurichten – nur hat niemand einen entsprechenden Antrag bei der Gemeinde eingereicht“, berichtet er.

Was bitter auffällt: In allen Ortschaften in der Einheitsgemeinde – mit Ausnahme im Kernort – wird es Osterfeuer in diesem Jahr wieder geben. „Dort machen das jedoch die Ortsräte und Vereine, nicht die Ortswehren“, weiß Opitz. Zwar seien Letztere auch mit an Bord, mit jeweils einem Löschfahrzeug und einer Mannschaft von maximal neun Personen, aber eben nur zur Brandschutzsicherstellung und nicht in verantwortlicher Position. „So würde im Fall der Fälle nur ein Teil der Kameraden ausfallen und nicht eine ganze Ortswehr.“

„Wo will man anfangen?“

Ja, auch die Scheeßeler Brandbekämpfer hätten für einen kurzen Moment darüber nachgedacht, nicht – wie sonst üblich – sämtliche ihrer Kameraden in das Veranstaltungsgeschehen zu involvieren, erinnert sich Opitz. „Nur haben wir uns dabei auch gefragt: Wo will man anfangen? Und wo will man aufhören?“ Eine personelle Beschränkung sei am Ende für alle Beteiligten jedenfalls nicht infrage gekommen. „Als wir vor vier Wochen die Entscheidung getroffen haben, hätten wir das Osterfeuer auch noch unter 3G-Bedingungen machen müssen – mit umzäuntem Gelände, Einlasskontrollen und einem Toilettenwagen, der regelmäßig zu desinfizieren gewesen wäre.“ Ein Aufwand, der von den Ehrenamtlichen in dem Ausmaß kaum zu bewältigen gewesen wäre.

Und noch ein Aspekt sei laut dem Feuerwehrsprecher in die damaligen Überlegungen mit eingeflossen: „Wir hätten ja auch sagen können, wir gehen das heiße Eisen ein und sammeln an den vier Samstagen vor Ostern wie sonst auch das Buschholz. Und dann heißt es in der Karwoche seitens der Bundesregierung, es finden deutschlandweit wieder keine Osterfeuer statt.“ Ein solches Szenario, betont er, sei angesichts der hohen Infektionszahlen durchaus denkbar gewesen. „Dann hätten wir in der Konsequenz das ganze Sammelgut hier liegen und müssten die Entsorgung bezahlen.“ Letztendlich habe man solche Anlieferungstermine nicht verlässlich planen können.

Wer im Beekeort wohnt und auf ein österliches Treffen vor lodernden Flammen keinesfalls verzichten möchte, muss an diesem Wochenende also notgedrungen auf das Umland ausweichen. Für das kommende Jahr zeigen sich die Blauröcke im Kernort derweil optimistisch. „Wir hoffen natürlich sehr, dass wir Ostern 2023 wieder ein Feuer unter ganz und gar unbeschwerten Bedingungen veranstalten werden können“, so Opitz.

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