Ernährungsbeauftragte der Grundschule stellt Schulapfelkonzept in Hannover vor

Obst-Tablett macht Schule

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Michael Urban (2.v.l.) vom Werbeteam Scheeßel, Mütter, Landfrauen und die Initiatorinnen Gabriele Villwock (r.) und Sabine Bassen (5.v.l.) sorgen für Vitamine in der Schule.

Scheeßel - Ein Tablett voller Obst und Gemüse – nicht nur Apfel und Birne, sondern auch Kohlrabi oder Blumenkohl –, und alle Kinder greifen begeistert zu, bis der letzte Striezel verputzt ist: Was sich für Eltern wie ein Bilderbuchszenario liest, wird in der Grundschule Scheeßel seit mehr als einem Jahr praktiziert.

Zwei Mal wöchentlich schnippeln dort Landfrauen und Mütter gemeinsam die vom Land Niedersachsen im Rahmen des EU-Programms „Schulobst und -gemüse“ finanzierten und der regionalen Zwischenhändlerin Sabine Bassen angelieferten Früchte. Wenn der „Obstdienst“ jeder einzelnen Klasse es in der ersten Pause in die 18 Klassen trägt, reicht die Fünf-Minuten-Pause meist aus, bis auch die letzte der appetitlich angerichteten Vitaminbomben verzehrt ist. Übrig bleibt selten etwas. Zusätzlich wird einmal die Woche der klassische „Schulapfel“ an die Kinder verteilt.

Seit mehr als einem Jahr besteht das von Sabine Bassen und der Ernährungsberaterin der Schule, Gabriele Villwock, initiierte Projekt; zunächst als Privatinitiative aus Spenden lokaler Unternehmen finanziert, stieg ab Sommer 2014 das Land Niedersachsen als Träger der Aktion ein. Gerade wurde die „Lizenz zum Vitamin“ um ein Jahr verlängert. Vorher mussten die teilnehmenden Schulen in ihrer Bewerbung nachweisen, dass das Thema Ernährung in ihrer Bildungseinrichtung großgeschrieben wird.

In Scheeßel ist das der Fall: Neben dem Ernährungsführerschein steht im Sachunterricht auch das ebenfalls in Kooperation mit den Landfrauen zubereitete „gesunde Frühstück“ auf dem Lehrplan. Diese Zusammenarbeit hat überregionale Beachtung gefunden: Ernährungsbeauftragte Villwock wurde von der Gesellschaft für Ernährung eingeladen, das Projekt auf Landesebene in Hannover vorzustellen. „Die Einbindung der Landfrauen ist wohl einmalig“, so Villwock, aber auch das Konzept mit dem Tablett fände große Beachtung und könnte bald in ganz Niedersachsen übernommen werden.

Dabei geht es, genau wie bei der Auswahl des Obstes, vor allem um lokale Anbindung: Die Sponsoren der bedruckten Schürzen des Werbeteams Scheeßel stammen aus dem Ort, das saisonale Obst kommt weitgehend aus der Region. „Erdbeeren waren natürlich der Renner, Karotten, Gurke und Wassermelone kommt auch immer gut an“, hat Villwock beobachtet. Aber auch die Knackerbsen gingen gut weg, oder auch Blumenkohl: „Viele wussten vorher nicht, dass man den auch roh essen kann!“

hey

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