Neues Konzept ohne Schlangen

Lagerverkauf im „Pyroland“: Entspannung statt Einkaufsstress

Axel Franck und Sohn Ansgar aus Verden suchten sich beim Lagerverkauf gezielt kleinere Effekte aus. Foto: Heyne
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Axel Franck und Sohn Ansgar aus Verden suchten sich beim Lagerverkauf gezielt kleinere Effekte aus.

Westervesede – Samstagmittag, gegen zwölf Uhr. Einzelne Autos biegen in die kleine Straße im Nirvana zwischen Westervesede und Bartelsdorf. Der Lagerverkauf von Florian von Bothmers „Pyroland“ ist gut ausgeschildert. Waren im Vorjahr die Wegränder noch zugeparkt, winken die Einweiser die Besucher nun gleich bis zum Parkplatz vor dem großen Zelt durch. „Knapp 400“, meint die junge Frau mit der gelben Weste, „die ersten gegen sieben.“ Eine halbe Stunde vor Öffnung habe sich dann eine veritable Schlange gebildet. Doppelt so viele Kunden wie im Vorjahr hätten sich schon vorher Frühbucherrabatte gesichert und im Internet bestellt.

Auch im Zelt: kein Chaos, kein Gedränge. Stattdessen breite Gänge zwischen den vollgepackten Tischen der nach Kategorien geordneten Feuerwerkskörper. Die Schilder vermelden: hier Batterien, dort Verbundfeuerwerke, weiter hinten Knaller, Bombenrohre und Rauchbomben. „Die haben umgebaut“, meint einer der zumeist männlichen Besucher. Ein anderer erklärt einem Kumpel: „Das ist dieses Jahr nicht mehr mit Zettel und Ankreuzen.“ In der Tat: Auch wenn einige wenige noch mit Liste herumgehen, um gezielt den Effekt der Wahl zu suchen, schieben die meisten ihre Einkaufswagen zwischen den bunt bedruckten Paketen hindurch, begutachten „Psychobilly“, „Hanfdampf“ und „Wonderwall“, legen die farbenfrohen Packungen mit den verheißungsvollen Namen in den Wagen oder überschlagen schon mal mit dem Handy-Rechner, wie viel der Spaß sie später kosten wird. Die Schlangen an den drei Kassen halten sich in Grenzen, das Warten in den Vorjahren auf das Packen der Ware entfällt ganz. Das ist den Gästen anzumerken: Entspannung statt Einkaufsstress.

Ein Mädchen im Vorschulalter hat sich in eine Batterie namens „Butterfly Blues“ verguckt eine der wenigen romantischen Verpackungen; die meisten sind eher düster; Bezeichnungen wie „Feindstaub“ oder „Fallout“ lassen Endzeitstimmung aufkommen. „Postmoderne“ nennt Cedric Oswald das. Der Profi, der seit 13 Jahren hier arbeitet, erkennt die unterschiedlichen Hersteller schon am Design – auch das „Pyroland“ legt beim Aussehen seiner eigenen Produkte Wert auf die eigene „Handschrift“.

Dass es sich etwa bei der Batterie „Hypermaze“ um ein Novum handelt, bei der nur die Hälfte an Verpackungsmüll anfällt, entgeht wohl den meisten angesichts der Flut der bunten Kartons auf den Tischen. „Das ist ja Reizüberflutung, da weiß man ja gar nicht, was man kaufen soll“, meint ein Mittvierziger. „In welche Richtung soll‘s denn gehen?“, beginnt Oswald eine Beratung.

Pyroland-Probeschießen in Westervesede

 © Ulla Heyne
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„Die sind alle super nett hier“, findet ein Mann, der mit seinem achtjährigen Sohn einige Vulkane und andere eher kleine Effekte im Einkaufskorb hat. Axelander Franck und Sohn Ansgar sind aus Verden gekommen. Einiges haben sie im Internet bestellt, „das hier sind nur noch die Reste.“ Er begrüßt es, gezielt einkaufen zu können; die Blisterpackungen der Supermärkte mag er nicht. Er möchte seinem Sohn lieb gewordene Traditionen weitergeben, den „schönen Jahresübergang – es wäre schade, sich davon zu verabschieden!“ Dem Elternpaar ist es inzwischen gelungen, die Schmetterlingsbatterie gegen den Protest der Tochter wieder auszusetzen. „Können wir irgendwas mit Lila?“, bittet die.

Lesen Sie auch: „Pyroland“-Chef Florian von Bothmer im Interview

Verbundfeuerwerke seien im Kommen, Batterien eh, weiß Oswald, der wie seine rund 25 Mitstreiter immer wieder von Paletten Ware nachfüllt. Allmählich füllt sich das Zelt wieder, die Mittagszeit ist durch. Wer die Kasse passiert hat, bekommt zwei Tüten Wunderkerzen gratis mit auf den Weg. Silvester kann kommen.

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