Zur Entschleunigung

Schulwegsicherung: Gemeinde Scheeßel lässt Einmündung der Schulstraße in die Zevener Straße umbauen

Ganz schön lang erstreckt sich die Einmündung Zevener Straße/Schulstraße von einer Geh- und Radwegseite bis zur anderen. Diesen Knotenpunkt will die Gemeinde in den Sommerferien entschärfen.
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Ganz schön lang erstreckt sich die Einmündung Zevener Straße/Schulstraße von einer Geh- und Radwegseite bis zur anderen. Diesen Knotenpunkt will die Gemeinde in den Sommerferien entschärfen.

Scheeßel – Mit einem Affenzahn schießt das Auto um die Ecke, während es von der Scheeßeler Kernortmitte in Richtung Schulen einbiegt. Ohne zu blinken – aber das nur am Rande. Querende Fußgänger oder Radfahrer sind ausnahmsweise gerade keine in Sicht. Da kann man schon mal das Bremspedal vergessen. Getreu der Devise: Gelegenheit macht nicht nur Diebe, sondern auch Tempo.

Und Gelegenheit, von der Zevener Straße nahezu ungebremst auf der Schulstraße weiterzufahren, die gibt es in der besagten Einmündung tatsächlich – ist diese in ihrer ganzen Breite doch mehr als großzügig gestaltet.

Aber wie heißt es gleich so schön: Bleibt alles anders. Und so soll der für die schwächeren Verkehrsteilnehmer (zu denen eben auch viele Grundschüler zählen) nicht ungefährliche Bereich demnächst eine „Verjüngung“ erfahren. Sprich: Die Breite wird baulich zusammengezogen, wie Pedro Müller von der Gemeinde ankündigt. Der Westerholzer ist im Rathaus für Tiefbauverwaltung und Straßenunterhaltung zuständig und kennt die Pläne, die gemeinsam mit einem Fachbüro schon 2019 ausgetüftelt worden waren, aus dem Effeff. „Im Grunde genommen ist es im Zuge der Schulwegsicherung schon die zweite Maßnahme – nach dem Umbau der Buhaltestelle vor der Grundschule“, sagt Müller. Sei erstere ihrerzeit noch mit Fördermitteln subventioniert worden, stünden diese nun, wie für Baumaßnahmen an Einmündungsbereichen generell auch, nicht zur Verfügung – „wir gehen da komplett mit Eigenkapital rein“. Immerhin: Rund 270 000 Euro lässt sich die Gemeinde den von vielen schon für längst überfällig gehaltenen Ausbau kosten.

Entschleunigung, so der Rathausmitarbeiter, sei dabei das von der Verwaltung selbstgesteckte Ziel. Dafür sollen gleich mit Beginn des ersten Sommerferientages, also am 22. Juli, die Baumaschinen anrollen. Verkehrliche Einschränkungen bleiben dabei für eine gewisse Zeit unausweichlich (siehe Kasten). „Wir rechnen damit, dass mit Ferienende 95 Prozent der Arbeiten erledigt sein werden“, berichtet Müller. „Natürlich hängt das Ganze auch davon ab, wie die Materialien kommen – zur Zeit ist es mit den langen Lieferzeiten ja wirklich ein großes Problem.“ Ganz sicher seien nach sechs Wochen schulfreier Zeit aber noch einige Restarbeiten an einer Fußwegseite zu erledigen. „Den Kreuzungspunkt werden wir dann aber wieder freihalten“, verdeutlicht er.

Bis zur Bedarfsampel vor der Grundschule wird die Schulstraße „angepackt“. Die Fahrbahn wird neu asphaltiert, Geh- und Radwege erhalten ein neues Pflaster.

Und dieser wird nach der umfangreichen Umgestaltung dann wohl kaum wiederzuerkennen sein, erfährt die Einmündung doch nicht nur eine Verschmälerung mit automatischer Flächenerweiterung für die neugepflasterten Fuß- und Radwegbereiche sowie mehr Parkraum auf dem von der Zevener Straße aus betrachteten rechten Eckgrundstück zum Beekstieg. Müller zählt auf, was weiterhin vorgesehen ist: „Beide Fahrbahnseiten der Schulstraße bekommen Podeste, wie es sie zum Beispiel schon in der Bahnhofstraße von der B 75 aus kommend oder vor dem Rathaus, dort in Form von Rampensteinen, gibt.“ Solche zweifarbig gestaltete „Ausbremser“ würden für Radfahrer aber so gebaut, dass diese wie gehabt dort radeln könnten. Ein Anthrazit-Ton im Boden gebe den Pedalrittern entsprechende Orientierung.

Die Verkehrsinsel in der Fahrbahnmitte soll derweil komplett weichen, was in der Konsequenz einen durchgehenden Verkehrsraum ermöglicht. „Wenn dann im Kreuzungsbereich Begegnung stattfinden sollte, gibt es also auch wieder mehr Puffer“, bringt es der Verwaltungsmann auf die simple Formel. Bleibt denn später auch noch Platz für Busse und Lkw, die von der Zevener Straße in die Schulstraße einbiegen wollen, beziehungsweise umgekehrt? Müller nickt: „Da haben wir bestimmte Schleppkurven natürlich mitbedacht.“

Bleibt die Frage, warum die Gemeinde nicht schon 2020 den Einmündungsbereich hat ausbauen lassen, wenn denn schon im Jahr davor die Pläne unter Dach und Fach gebracht worden waren. Müller klärt auf: „Letztes Jahr mussten erst einmal die Vereinbarungen mit der niedersächsischen Landesbauverwaltung ausgearbeitet werden.“ Schließlich sei die Zevener Straße in Scheeßel im Gegensatz zur Schulstraße keine Gemeinde-, sondern eine Landesstraße.

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