„Ente gut, alles gut!“

Ballettschule Ines Güttel mit „Peter und der Wolf“ in der Beekeschule

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Stimmige Choreografien und Kostüme, spielfreudige Akteure und viel Action machen die Ballettaufführung für die Kinder zum Heidenspaß.

Scheeßel - Adventszeit, das bedeutet für viele Kindergärten und Schulen auch den Besuch eines Weihnachtsmärchens, verbunden mit einer Fahrt nach Bremen oder Hamburg – für viele Betreuer ein Albtraum. Die Lehrer der fünften bis siebten Klassen der Beekeschule konnten sich am Dienstag in Tiefenentspannung üben: Sie bekamen ihre Weihnachtsvorstellung quasi „frei Haus“ in die schuleigene Aula geliefert. Das Ballett „Peter und der Wolf“ mit der Musik des Komponisten Prokofjev, aufgeführt von Schülerinnen und einem Schüler der Ballettschule Ines Güttel, brauchte den Vergleich mit professionellen Ensembles nicht zu scheuen.

Aufwendige, maßgeschneiderte Kostüme, ein stimmiges Bühnenbild mit ebensolcher Beleuchtung und Technik, Nebelmaschine inklusive – all das verrät die hohen Maßstäbe, die Ines Güttel auch an die jüngste Produktion anlässlich des 25-jährigen Bestehens der privaten Einrichtung angelegt hat. Dass die Akteure mit ihren tänzerischen Leistungen überzeugten, versteht sich fast von selbst. Erstaunlich aber, wie viel schauspielerisches Geschick die Akteure im Alter von drei bis 27 Jahren (nur der „Opa“ wurde von einer noch erfahreneren Elevin gespielt) in Gestik und Mimik an den Tag legten, von der eleganten Katze über den lustigen Vogel bis zum Federknäuel Ente.

Allen voran Mareike Groß, die sich mit viel Schminke in einen Wolf verwandelt hatte, vor dem man fast ein bisschen Angst haben konnte. Umso größer der Jubel, als der böse Wolf endlich von Peter und dem Vogel mit einem Seil eingefangen wird. Die vielen hellen Kinderstimmen gehören zu den jüngsten Besuchern; denn neben den Beekeschülern sind auch einige Kindergärten der Einladung gefolgt. Erzieherin Anja Milbrat-Dau, die mit 24 Vorschülern aus dem Beeke-Kindergarten hier ist, begrüßt das erstmalige Gastspiel hier: „Toll, so etwas vor Ort zu haben!“ Für die Fünf- bis Sechsjährigen würde es sonst ein langer Tag, auch seien in den Vorjahren nicht alle Erfahrungen in der S-Bahn positiv gewesen. Ihr hat besonders die anfängliche Einführung der Figuren und der dazugehörigen Instrumente gefallen: „Das war äußerst kindgerecht“, meint sie anerkennend.

„Viel besser als Unterricht“

Dass neben den Kindern auch einige Bewohner des Beeke-Hauses zu Gast sind, ist Heidi Past zu verdanken; ihre AG der Beeke-Engels ist nicht nur regelmäßig dort zu Besuch, sondern kümmert sich auch an diesem Vormittag um die ältesten Gäste. Ein Joint Venture? „Absolut“, meint Lehrer Renée Kahlbrecht, der eben noch auf der Bühne aus dem dicken, vergilbten Märchenbuch vorgelesen und den Musikstücken so einen erzählerischen Rahmen gegeben hat. Der Vater von Tänzerin Maxi, die in die Rolle von Peter schlüpft, hat die Aufführung an „seine“ Schule geholt und so auch anderen Institutionen in der Nähe wie einer Grundschule Klein-Meckelsen oder einer fünften Klasse der Eichenschule das rasante Spektakel beschert. Dafür hatten rund zwei Dutzend Akteure an diesem Tag frei – vom Job wie die 27-jährige Bankkauffrau Mareike Groß, die seit mehr als 20 Jahren zwei- bis drei Mal pro Woche bei Güttel tanzt, oder vom Kindergarten wie Victoria Frau. Mit drei Jahren das Küken des Ensembles, spielte sie genau diese Rolle. Für Vivien Tewes und Pauline Ziehm, beide Schülerinnen an der Grundschule am Grafel in Rotenburg, ist der Vormittag „definitiv viel besser als Unterricht!“

Am Schluss ist der Wolf – politisch korrekt – nicht wie geplant von den Jägern erschossen, sondern in den Zoo gebracht worden. Ein Happy End wie im Märchen? Mehr als das: Ines Güttel hat in ihrer choreografisch lebendigen Inszenierung auch die Ente am Leben gelassen. „Bei vorigen Stücken hatte ich vorher Anfragen per E-Mail, ob es denn auch nicht zu grausam zugehen würde.“ Kahlbrecht klappt das Märchenbuch zu mit den Worten: „Ente gut? Alles gut!“

hey

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