Eröffnung am 20. Mai

Endspurt beim Combi-Markt in Scheeßel

Stein um Stein: Bis Mittwoch soll der Combi-Parkplatz fertiggepflastert sein.
+
Stein um Stein: Bis Mittwoch soll der Combi-Parkplatz fertiggepflastert sein.

Das Warten der Scheeßeler hat bald ein Ende. Der neue Combi-Markt an der Mühlenstraße wird definitiv am Donnerstag, 20. Mai, um 7 Uhr erstmals seine Türen öffnen. „Dieser Termin ist in Beton gemeißelt“, betont Annett Rabe von Bünting – nicht ohne Grund. Ursprünglich sollte der große Verbrauchermarkt schon etwa sieben Wochen früher, nämlich kurz vor Ostern, fertiggestellt sein.Corona-bedingte Lieferverzögerungen und Schlechtwetter führten in der Summe zu dem Zeitverlust.

Scheeßel – Morgens um 10 Uhr ist an diesem Donnerstag die Welt draußen auf der Baustelle noch nicht ganz in Ordnung. Schließlich warten zahlreiche Paletten Steine und eine weitläufige Fläche darauf, nach dreiwöchiger Arbeit fachgerecht zu Ende gepflastert zu werden. „Bis Mitte nächster Woche werden wir mit dem Parkplatz durch sein“, berichtet Heiner Robin von der emsländischen Schwarte Bau GmbH, dem verantwortlichen Generalunternehmen. „Dann werden auch die restlichen Bäume, die dem Begrünungskonzept zugrunde liegen, in den freigelassenen Inseln gepflanzt sein.“ Robin hat das Sagen auf Scheeßels derzeit größten Baustelle, bei ihm laufen die Fäden zusammen. Und Fäden, die gibt es zuhauf angesichts der Vielzahl an ortsansässigen Sub-Unternehmen, die in den vergangenen Monaten an dem Projekt, für das die ostfriesische Bünting-Gruppe als Investor 5,5 Millionen Euro in die Hand nimmt, beteiligt waren.

Kennen sich schon von früheren Projekten her: Bauleiter Heiner Robin (l.) und Architekt Axel Zimmermann.

Jetzt also ist tatsächlich Endspurt auf dem Gelände zwischen Mühlenstraße und Bremer Straße angesagt. Ende April will der Generalunternehmer das mehrfach abgestufte Objekt, das sich aufgrund der geografischen Lage und seiner Farbgebung überraschend unauffällig in die Landschaft einfügt, an Bünting übergeben. „Bevor es an die Inneneinrichtung geht, erfolgen eine Woche lang noch ein paar Kleckersachen wie Malerarbeiten, aber das war es dann auch wirklich für uns“, erzählt Robin, dessen nächstes Projekt, der Bau eines Wohnhauses, dann doch deutlich kleiner ausfallen wird.

Einer, dem Bauten in der Größenordnung des Combi von Berufs wegen durchaus vertraut sind, ist Axel Zimmermann. Sein Architekturbüro mit Sitz in Rotenburg und Berlin hat schon mehrere Verbrauchermärkte konzipiert – so auch den Vollsortimenter im Beeke-Ort. „Womit wir es hier gestalterisch zu tun haben, sucht wirklich seinesgleichen“, schwärmt Zimmermann über das von seinem Büro ersonnene Farb- und Materialkonzept, welches es unter den 180 Combi-Märkten so bisher noch nicht geben würde.

Mit dem Steiger geht es an die Fassadenarbeit.

Was der Architekt genau meint, wird beim Blick in die 1 800 Quadratmeter große, bisher noch recht kahle Marktverkaufshalle klar: Decken, Rohre für die Haustechnik, Lichtbänder, Leuchtenschirme, ja selbst die bereits gelieferten Kühltruhen- und schränke in schwarz, dazu dominieren dezente Grau- und Anthrazit-Töne. „Das ist alles perfekt aufeinander abgestimmt“, befindet Zimmermann – auch mit Blick auf die hölzernen Deckenbalken, die es vermögen, das kühle Industrie-Design ein wenig zu durchbrechen, und seinen Worten nach zu Scheeßel auch ganz gut passen würden. Mit eben jenem Naturmaterial, sagt er, würde man aus kostentechnischer Sicht aktuell wohl weniger bauen, da die Baustoffpreise gerade erst wieder in die Höhe geschossen seien. „Aus heutiger Sicht würden wahrscheinlich doch eher Stahl- oder Betonbinder Verwendung finden.“

Die Kühltruhen in Schwarz stehen schon an ihrem Platz, müssen aber noch angeschlossen werden.

Beeindruckend auch: Da der Baukörper als solcher nicht einfach nur ein quadratisch-klobiger Klotz, sondern recht verwinkelt ist, wurden fast sämtliche Teile an Ort und Stelle gefertigt. Erst auf diese Weise hätten die sich später auch passgenau einfügen lassen, berichtet Heiner Robin. „Wir hatten hier auf der Baustelle auch schon Besuch von Fremdfirmen, die sich diesbezüglich etwas abgucken wollten.“

Noch ist das Hochregallager verwaist.

Während die beiden noch plaudern – über die markteigene Fotovoltaikanlage auf dem Dach, über die komplett eingegrünte Anlieferzone zur Amtsvogtei hin und über den Findling, der bei der Parkplatzherrichtung zutage gefördert worden sei und der nun auf dem Gelände für jeden sichtbar seinen festen Platz gefunden habe –, ertönt ein Gong. „Bitte verlassen Sie sofort das Gebäude“, fordert eine Stimme aus dem Lautsprecher auf. „Folgen Sie den gekennzeichneten Flucht- und Rettungswegen. Beachten Sie die Anweisungen des zuständigen Personals. Begeben Sie sich zügig ins Freie.“

Frische Farbe für die Fleischabteilung – diese beiden Malerinnen sind in ihrem Element.

Von dem elektronischen Appell lassen sich die Handwerker nicht beirren, handelt es sich bei der Durchsage doch nur um einen Probealarm. Aber der funktioniert schon einmal einwandfrei. Unermüdlich wird an diesem Donnerstagmorgen also weiter poliert, gestrichen, verlegt und geschraubt. In weniger als einem Monat sollen sich die ersten Kunden an der Mühlenstraße unter dem Combi-Slogan „Moin – Frisch – Nebenan“ schließlich mit fast allem versorgen, was das Herz begehrt.

Von Lars Warnecke

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Meistgelesene Artikel

Kritik an Öffnungsschritten: „Ein Skandal!“

Kritik an Öffnungsschritten: „Ein Skandal!“

Kritik an Öffnungsschritten: „Ein Skandal!“
Halter von Känguru melden sich – doch „Fipsi-Energy“ bleibt verschollen

Halter von Känguru melden sich – doch „Fipsi-Energy“ bleibt verschollen

Halter von Känguru melden sich – doch „Fipsi-Energy“ bleibt verschollen

Kommentare