2000 Jahre Feuerwehrgeschichte dabei

Oldtimertreffen in Wittkopsbostel: Emma feiert 65. Geburtstag

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Tjark (l.) und Tammo aus Hemslingen sind einsatzbereit.

Wittkopsbostel - Von Hannes Ujen. Im Mittelpunkt zu stehen und bewundert zu werden, das ist für „Emma“ nichts Neues. So war es auch am Sonntag beim Stelldichein von mehr als 30 historischen Feuerwehrfahrzeugen in Wittkopsbostel, wo das vierrädrige Schmuckstück seinen 65. Geburtstag feierte.

Die Rede ist vom Tanklöschfahrzeug TLF 15 aus dem Jahr 1952, das von den Boscheler Oldtimerfreunden gehegt und gepflegt wird. Die immer noch einsatzfähige Dame machte sich ausgesprochen gut im Reigen der roten Oldtimer, welcher von der 1823 gebauten Handkraftspritze bis zur moderneren Generation der gewaltigen Tanklösch-Oldies vom Typ Magirus-Deutz, Mercedes und Co. aus den 1930er- bis 1960er-Jahren reichte.

Emmas technische Daten sollten an ihrem Ehrentag nicht unerwähnt bleiben: Das TLF 15 in Omnibus-Bauweise hat einen 4-Zylinder Mercedes-Dieselmotor mit 4,6 Liter Hubraum, 90 PS Leistung und ein Gesamtgewicht von 8,5 Tonnen. „Das Löschfahrzeug ist immer noch einsatzfähig“, erzählen die Boscheler Oldtimerfreunde beim Frühschoppen. „Wir führen ständig 2 400 Liter Löschwasser im Tank mit und konnten damit im Oktober 2015 beim Großbrand in Bartelsdorf aushelfen.“

27 Oldtimerclubs dabei

Gut organisiert von Ortsbrandmeister Karlheinz Meibohm und seinem Team hatten sich 27 Oldtimerclubs aus der norddeutschen Region von Leer bis Flensburg-Handewitt mit ihren kostbaren Raritäten auf den Weg nach Wittkopsbostel gemacht, um sie einigen hundert Feuerwehrfans zu präsentieren. Mit Dabei war auch das letzte in Deutschland erhaltene Henschel LF 15, Baujahr 1955. 

„Dieses Löschfahrzeug war richtungsweisend, denn mit integriertem 180 Liter-Wassertank und direkt angeschlossener Schlauch-Abteilung konnte man erstmals den sogenannten ‚Schnellangriff‘ durchführen“, berichtete Udo Bakenhus von der Feuerwehr Varel.

Oldtimertreffen der Feuerwehren in Wittkopsbostel

Jedes Fahrzeug war eine Augenweide für sich, darunter auch zwei Trabbis und ein Käfer. „Da rannten die Jungs nebenher oder fuhren mit dem Fahrrad hinterher, wenn Feueralarm in Wittkopsbostel war“, wusste ein Fachmann über den 22 PS starken Allgaier Trecker zu berichten, der mit Anhänger für Pumpe und Schläuche im Jahr 1950 erstmals in Boschel zur Brandbekämpfung eingesetzt wurde.

„Für unsere Emma wollen wir nun bald einen Förderverein gründen, damit uns unser Schätzchen erhalten bleibt“, kündigte Karlheinz Meibohm zum Abschluss des gelungenen Oldtimertreffens der Feuerwehren an.

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