Elternmedientrainer Michael Himmel warnt vor Gefahren des Internets

Vortrag spaltet die Gemüter

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In einem Serien-Quiz prüfte Himmel unterhaltsam das Wissen der Besucher über neue Medien.

Scheeßel - Das Internet – eine neue Welt voller Chancen, aber auch Gefahren. Und vor allem um Letztere ging es im Vortrag „Internet, Handy & Co“ des Sozialpädagogen Michael Himmel am Mittwochabend in der Rotunde der Beeke-Schule.

Der von der Landesstelle Jugendschutz ausgebildete Elternmedientrainer hielt auf Einladung des Präventionsrats der Gemeinde Scheeßel den ersten von mehreren geplanten Vorträgen zum Thema Medien. Und die bergen eine Fülle von Risiken, wie der Scheeßeler ausführte: Cyberangriffe, Mobbing, Pädophilie, Internetsucht und die allzu bereitwillige Herausgabe persönlicher Daten bis zu Magersucht-Foren – die Gefahren seien vielfältig.

Dabei malen die Statistiken der jährlichen „JIM-Umfrage“ zum Medienkonsum, die der ehemalige Leiter eines Jugendzentrums in Tostedt vorstellte, ein gar nicht so schwarzes Bild. Zwar sei der tägliche Medienkonsum zwischen 2012 und 2014 von 131 auf 192 Minuten gestiegen, allerdings zählten dazu auch Medienarten wie Radiohören – erstaunlicherweise eins der beliebtesten Mediennutzungen.

Darüber hinaus ginge mehr als die Hälfte aller Jugendlichen ehrenamtlichen oder sozialen Tätigkeiten nach. Und auch im Medienkonsum selbst seien Überraschungen festzustellen: Das Hochladen von Fotos oder Spiele spielen ist nachrangig zum Chatten, Versenden von Nachrichten und „Liken“.

Dennoch sei Vorsicht im Umgang mit den neuen Medien geboten, führte Himmel immer wieder vor Augen: Von Pornoseiten über die Umtriebe rechter Gruppierungen bis zur Fremdnutzung der Handy-eigenen Kamera oder dem Ansprechen Minderjähriger in Foren reiche die Liste der Gefahren.

Ein konkretes Rezept im Umgang mit dem Internet wollte der Medienpädagoge nicht geben: „Ich gehe nur auf die Zutaten ein – backen tut jede Familie den Kuchen anders.“ So blieb er auf Nachfragen wie die der angemessenen Online-Zeit nach Alter eine konkrete Antwort schuldig, verwies jedoch immer wieder auf qualifizierte und kostenlose Beratungsstellen.

Bei den knapp 100 Zuhörern („Die beste Quote im Landkreis“, so der Referent anerkennend), darunter Eltern, Pädagogen und auch einige Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Medienerfahrungen, kam der Vortrag gemischt an. Während gerade für einige ältere Besucher Empfehlungen wie „Handy aus beim Mittagessen“ wie „vom anderen Stern“ vorkommen mochten, wie Mitorganisatorin Gabriela Villwock konstatierte, hielten einige der Jugendlichen die zweistündige Schwarzmalerei mit zugespitzten Aussagen wie etwa die des Hirnforschers Manfred Spitzer („Das Internet ist für das Lernen so wichtig wie ein Fahrrad fürs Schwimmen“) für überzogen.

hey

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