Eltern nehmen nur die Hälfte der Plätze in Anspruch / Ausschuss vorläufig gegen Fortsetzung

Ferienbetreuung ist ein Flop

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Mit der Sommernotbetreuung für Kindergartenkinder aus der Gemeinde ist erstmal Schluss.

Scheeßel - Als die Diskussion um die Sommernotbetreuung für die gemeindlichen Kindergärten vor drei Jahren vom Tisch war, war der Elternrat erleichtert. Und durchaus auch ein wenig stolz, hatte man doch ein Angebot geschaffen, das sich nach Ansicht des Gremiums sehen lassen konnte. Doch angesichts der Anmeldezahlen ist längst Ernüchterung eingekehrt: Die Ferienbetreuung ist derzeit ein Flop, Frank Thies vom Fachbereich Ordnung und Soziales im Rathaus spricht gar von einer „Katastrophe“.

Am Mittwochabend präsentierte der Verwaltungsmann im Jugendausschuss die Zahlen, die weit hinter den Erwartungen zurückbleiben. Bis zu 40 Kinder, davon 25 im Kindergarten- und 15 im Krippenalter, sollten während der diesjährigen Sommerferien eine Woche lang in der Jeersdorfer „Rappelkiste“ betreut werden. Für das Ganztagsangebot hat die Gemeinde sieben Erzieherinnen im wechselweisen Einsatz verpflichtet.

„Tatsächlich sind von den zur Verfügung stehenden Betreuungsplätzen aber nur 20 besetzt worden“, gab Thies Auskunft. Und das habe zu teils abstrusen Verhältnissen geführt. „Gerade zu den Randzeiten, wenn Eltern ihre Kinder am Nachmittag abholen, war es so, dass dort zwei Erzieherinnen mit zwei oder drei Kindern saßen – von einer vernünftigen Betreuung kann also nicht die Rede sein.“

Eine weitere Folge: Durch die Ferienbetreuung könnte das Personal nicht drei Wochen am Stück Urlaub nehmen. Laut Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele dürfe man diesen Umstand keineswegs auf die leichte Schulter nehmen; „Ich glaube schon, dass eine derartige Erholungszeit auch jedem unserer Beschäftigten zustehen sollte – letztlich käme das auch der Qualität und den Kindern zugute.“ Sie plädierte dafür, die Ferienbetreuung gänzlich ausfallen zu lassen, denn auch die in diesem Jahr aufgebrachten Personalkosten (4600 Euro) würden in keinem Verhältnis zu den Gebühreneinnahmen durch die Eltern (1100 Euro) stehen.

Zu den Gründen für die geringe Nachfrage äußerte sich Elternvertreter Marc Ostrowski: „Das Problem war immer das sehr kurzfristig angesetzte Anmeldeverfahren.“ Das möchte Wolfgang Kirschstein (SPD) geändert wissen: „Der Stichtag für die Anmeldung sollte noch in diesem Jahr sein.“ Er berief sich auf einen Vorschlag der Verwaltung, wonach das Platzangebot von vornherein auch heruntergeschraubt werden könnte. Kirchstein: „Sollten die neuen Zahlen in den Anmeldungen auch dann nicht erfüllt sein, sollten wir uns dazu durchringen, das ganze Thema abzusetzen – es ist doch eine Quälerei für alle und kostet viel Geld.“

Während seine Fraktion so am Konzept noch festhalten will, hielt Ralf Münkel (Gruppe 57) dagegen: „Wir sollten die Betreuung im nächsten Jahr ausfallen lassen und sie dann wieder auf die Tagesordnung setzen, wenn es wieder Entspannungen gibt.“ Damit spielte er auf die steigenden Flüchtlingszahlen in der Gemeinde an – eine Situation, die die Verwaltung schon vor genug Herausforderungen stellen würde. „Wir sollten als Arbeitgeber für die Erzieherinnen auch vorausschauend planen.“ Ferner sei er überzeugt, „dass man den Eltern auch durchaus mal zumuten kann, sich mit ihren eigenen Kindern auseinander zu setzen“.

Das sah dann mehrheitlich auch der Fachausschuss so: Vorläufig sprach dieser sich gegen eine Fortsetzung der sommerlichen Ferienbetreuung aus.

lw

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