Tanzen wie im Wilden Westen

Café Kult startet neuen Linedance-Workshop im Nötel-Haus

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Gudrun Meyer (r.) zeigt ihren Mitstreitern, wie man sich beim Linedance bewegt.

Scheeßel - Von Ursula Ujen. Aus der Musikanlage wummert ein erdiges Countryblues-Stück. Gudrun Meyer zählt vor: „Eins, zwei, Shuffle, vor, Wiegeschritt.“ Es folgt eine halbe Drehung. „Jetzt wieder einen Seitshuffle“, erklärt die Lauenbrückerin den Mitgliedern ihrer Gruppe. Sie und ihr Mann Friedrich sind die Vortänzer beim mehrteiligen Linedance-Workshop des Café Kult, der am vergangenen Freitagabend im Nötel-Haus das erste Mal über die Bühne ging.

Es geht zwar langsam los, aber man muss sich schon ganz schön konzentrieren, um nicht durcheinander zu kommen – diesen Eindruck haben fast alle, die sich heute im Linedance ausprobieren. Zum Glück weiß das Ehepaar Meyer genau, dass es seine Schützlinge nicht überfordern darf. Nach dem Country-Song „I’d like to teach the world to sing“ werden die ersten 32 Schritte beispielsweise nach der Folge „Seit – ran – Seit – Scuff“ (über den Boden streifen) eingeübt, die sich dann mehrfach wiederholen. Das klappt nach einigen Trockenübungen erstaunlich gut, und durch die musikalische Untermalung mit sich steigerndem Tempo kommt schon das erste richtige Linedance-Feeling auf.

Seit seiner Jugend ist Friedrich Meyer Western-Fan, und da er und seine Frau schon immer gern getanzt hätten, „haben wir mit Linedance ein Hobby gefunden, dass uns beiden große Freude macht“, erzählt der Kursleiter. Seit neun Jahren ist das Paar Mitglied bei den „A1  Linedancers“ in Sittensen, vor sechs Jahren mischten sich die Meyers unter die „Luhne Liners“ in Rotenburg. Auch an den Wochenenden sind sie bei diversen Tanzveranstaltungen dabei.

Linedance, das bedeutet nichts weiter als in einer Reihe zu tanzen. Line heißt auf Deutsch Linie oder Reihe. Das funktioniert ohne Tanzpartner und nach ganz unterschiedlichen Musikstilen. Es gilt das Motto „Alles ist möglich“: von Pop über Blues bis zum Hip-Hop. Heute jedoch ist Linedance im Country- und Westernbereich zu Hause. Und im Rahmen des Deutschen Tanzsportabzeichens gibt es sogar eine eigene Prüfung.

„Wer Probleme mit den Gelenken hat, aber trotzdem nicht auf Bewegung zu Musik verzichten möchte, ist beim Linedance gut aufgehoben“, weiß Gudrun Meyer. Und Friedrich Meyer ergänzt: „Hier im Nötel-Haus wollen wir Appetit machen und bieten einen Workshop für Anfänger an. Es geht darum, einfach mal auszuprobieren, ob einem Linedance liegt. Wenn ja, ist das ein guter Start, um einem Verein beizutreten.“

Genau aus diesem Grund hatte sich auch Jutta Lauridsen angemeldet: „Ich fühle mich fit, bewege mich gern und wollte einfach mal wieder tanzen, zumal ich keinen Partner habe“, erzählt die 74-jährige Jeersdorferin. Dem einzigen männlichen Teilnehmer Gerhard Voss und seiner Partnerin Angelika Martin (beide aus Rotenburg) macht vor allem das Tanzen in der Gruppe Spaß: „Wir sind in der Tanzsportgruppe des TV Scheeßel aktiv und genießen das auch im Urlaub auf Gran Canaria, wo oft viele Menschen draußen gemeinsam tanzen.“

Die beiden Linedance-Experten lehren nach ihrem eigenen Prinzip: Gudrun Meyer erklärt und tanzt mit dem Rücken zu den Tänzern vor, während ihr Gatte von allen Seiten ein Auge auf diese hat – die beiden kommunizieren fortwährend, sodass möglichst niemand auf der Strecke bleibt und das Tempo immer angepasst werden kann. Auch der Tipp, die Daumen lässig in den Hosentaschen zu platzieren, kommt gut an – denn manchmal weiß man beim Tanz einfach nicht wohin mit den Händen.

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