Niedersächsischer Weg: Landwirte erläutern ihre Standpunkte

Einige Details sind noch offen

Jörn Ehlers, Marco Mohrmann, Christian Intemann, Eike Holsten und Hilmer Vajen haben sich über noch zu klärende Aspekte des Niedersächsischen Wegs ausgetauscht.
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Jörn Ehlers, Marco Mohrmann, Christian Intemann, Eike Holsten und Hilmer Vajen haben sich über noch zu klärende Aspekte des Niedersächsischen Wegs ausgetauscht.

Sothel – Der „Niedersächsische Weg“ ist ein bundesweit einzigartiger Weg, bei dem sich Landwirte, Naturschutzvertreter und Vertreter der Politik geeinigt haben, konkrete Maßnahmen für einen besseren Natur-, Arten- und Gewässerschutz umzusetzen. Das Grundgerüst steht, Details jedoch müssen noch final ausgearbeitet werden. Bis Ende des Jahres soll das Gesetz stehen, versicherte der Landtagsabgeordnete Marco Mohrmann (CDU). Noch zu erarbeiten sind auch Ausnahmen, die es den betroffenen Landwirten leichter machen sollen, den Weg weiter mitzugehen. Über diesen Themenbereich wurde nun auf dem Hofgelände von Hilmer Vajen in Sothel diskutiert.

Gekommen waren neben Mohrmann auch der CDU-Landtagsabgeordnete Eike Holsten, Ulrike Jungemann vom Landkreis, Jörn Ehlers, Christian Intemann, Heinz Korte und Andreas Heins als Vertreter der Landvolkverbände. Vor Ort und anhand der konkreten Situation, die Vajen exemplarisch für viele andere Landwirte schilderte, besprachen sie Probleme, die noch gelöst werden müssen. Um die Sache zu verdeutlichen, setzten sich alle Beteiligten des Ortstermins kurzerhand ins Auto, um zu einigen Flächen zu fahren, die Vajen bewirtschaftet. „Ich habe hier 220 Hektar und auf dem Gelände befinden sich kilometerlange Gräben“, so der Landwirt. Nach den Gesetzesvorgaben werden die Gewässerrandstreifen in drei Gruppen eingeteilt, je nach Einteilung gilt es dann, einen Streifen von drei bis zehn Meter frei zu halten. Hier darf weder gedüngt, noch mit einem Pflanzenschutzmittel gearbeitet werden. Für den Landwirt bedeutet das, dass er diese Bereiche nicht mehr nutzen kann. „Das sind insgesamt drei bis fünf Hektar Verlust“, so Vajen. Jörn Ehlers, Vorsitzender des Landvolk Kreisverbands Rotenburg-Verden, erklärte, dass es möglich sein werde, solche Verluste über Pauschalen abzufedern. Mohrmann berichtete, dass es noch Diskussionen mit den Naturschutzbehörden gebe und man sich noch nicht in allen Punkten geeinigt habe. „Das Dauerthema Gewässerrand wird schon sehr lange diskutiert, aber so weit wie jetzt waren wir noch nicht. Alle gehen aufeinander zu“, lobte er. Auf eine Frage aus der Runde, wie eine solche Pauschale finanziert würde, wusste Ehlers Antwort: „Das Land gibt Gelder, zusätzlich wird die Wasserentnahmegebühr erhöht, mit einer dauerhaften Umlage wird es so eine Refinanzierung geben“. Auch Mittel aus der gemeinsamen Agrarpolitik und EU-Gelder kämen hinzu. „Wir zahlen ein, die Bevölkerung aber auch“, so Ehlers. „Dies ist ein Teil des Gesellschaftsvertrag, die Gesellschaft zahlt dafür, dass wir Naturschutz und Landwirtschaft wollen“, ergänzte Mohrmann. Im Gespräch mit Hilmer Vajen ging es auch um die Frage, wie dieser die Abstände, die er mit seiner Bewirtschaftung zum Wasser hin einhalten muss, künftig nutzen werde. „Mit Blühstreifen haben wir eher schlechte Erfahrung gemacht, das verbuscht sehr schnell“, gab dieser zu. Es sei in der Tat eine große Herausforderung, eine sinnvolle Umnutzung für die betroffenen Hektar Land zu finden.

An der typischen Moorwiese besprachen die Teilnehmer des Termins die Frage, wie Landnutzung und Naturschutz überein gebracht werden kann. Extensive Nutzung und Artenvielfalt waren Stichwörter, die fielen. Vajen erzählte zudem von seinen Erfahrungen, eine solche Moorfläche zum Beispiel zur Herstellung von Pferdeheu zu nutzen. Denn dieses könne spät im Jahr gemäht werden, im Gegensatz zu dem Heu für die Milchvieh-Fütterung. Vajen schilderte weitere Probleme, die von den Landwirten im Zusammenhang mit dem Naturschutz gesehen werden – und in diesem Zusammenhang kam die Gruppe dann auch zu der Feststellung, dass die Besonderheit des Landkreises – mit 40 000 Hektar Grünland und vielen Moorlandschaften ganz besondere Lösungen verlange. Das Land Niedersachsen setze aber Maßstäbe, auch mit Blick auf die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Der niedersächsische Weg ist deutschlandweit eine gute Sache“, fasste Ehlers zusammen.  jtb

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