Video-Hausarzt geht online 

Jan Gerlach setzt in seiner Scheeßeler Praxis vermehrt auf Telemedizin

Das Internet macht‘s möglich: Jan Gerlach übernimmt die ersten Patienten per Videochat. Foto: Warnecke
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Das Internet macht‘s möglich: Jan Gerlach übernimmt die ersten Patienten per Videochat.

Scheeßel - Rezepte am Telefon, Videosprechstunde, Hotlines: In Zeiten der Corona-Pandemie appelliert der Scheeßeler Hausarzt Jan Gerlach an die Patienten, das eigene Verhalten zu überprüfen – und auf keinen Fall unangemeldet mit einem Atemwegsinfekt in die Praxis zu gehen. „Wir setzen als eine der Ersten in der Gegend zunehmend auf die Videosprechstunde“, sagt der Allgemeinmediziner, dessen Praxis am Meyerhof liegt.

Damit komme er einem Appell der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) nach, die genau solche Angebote in Zeiten der Krise fordert und auch fördert. Dazu gebe es unterschiedliche technische Lösungen, die jedoch alle eine Gemeinsamkeit haben: „Sie sind kinderleicht zu bedienen“, versichert der 46-Jährige und erklärt: „Der Patient fordert einen Videotermin in unserer Praxis an. Wir teilen ihm einen Link sowie die Uhrzeit des Termins mit, beispielsweise um acht Uhr morgens. Kurz vor acht Uhr klickt der Patient dann auf den Link beziehungsweise tippt ihn ein, und schon kann es losgehen.“

Sämtliche Prozesse seien Datenschutz-konform und DSGVO-geprüft. Jeder Videobesuch sei sowohl mit Notebook-Kamera, Webcam und sogar vom Handy aus möglich. „Darüber hinaus können wir Ärzte so mit den Pflegeheimen kommunizieren, die am meisten gefährdete Risikogruppe schützen und dennoch behandeln“, nennt Gerlach einen weiteren großen Vorteil.

„Machen uns Sorgen um chronisch kranken Patienten“

„Wir Hausärzte machen uns Sorgen um unsere chronisch kranken Patienten“, sagt Gerlach. „Mit der Möglichkeit zum Videotermin, die wir seit Montag bei uns eingerichtet haben, können wir uns ab sofort weiterhin mit Risikopatienten besprechen, Befundberichte von Fachärzten erörtern und akute Probleme je nach Fall lösen.“

Für den gebürtigen Hamburger sei der Gebrauch digitaler Medien kein Problem, „und ich bin sicher, dass die meisten Patienten den virtuellen Kontakt als Übergangslösung annehmen werden“. Natürlich, sagt der Mediziner, gebe es auch Patienten, vor allem ältere, die den Umgang mit dem Internet nicht oder nur wenig beherrschten. Sie sollten dann im Falle einer Atemwegserkrankung vorher in der Praxis anrufen – zum eigenen Schutz, „aber auch zum Schutz des medizinischen Personals“.

Weitere Informationen zur Videosprechstunde gibt es direkt in der Praxis Jan Gerlach sowie auf der Internetseite unter www.hausarzt-scheessel.de.

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