Neuer Besucherrekord

Heimatfestival: Wie auf einem Familientreffen

Anchors & Hearts boten schon am Nachmittag eine veritable Show. - Fotos: Heyne

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Wo „Heimat“ drauf steht, muss auch „Heimat“ drin stecken – und so war es auch. Zum vierten Mal organisierte die junge Gruppe um Initiator Florian Hastedt das Heimatfestival. Insgesamt acht mehr oder weniger in der Region verwurzelte Bands standen am Samstag im Scheeßeler Industriegebiet auf der Bühne und spielten sich quer durch die verschiedenen Musikrichtungen.

„Was für ein schönes Festival, das ist nicht so riesig und die Leute sind gut drauf.“ – „Ja, irgendwie richtig familiär hier!“ Der zufällig mitgehörte Dialog des jungen Paares, das sich gerade am Ratherren-Stand ein frischgezapftes Blondes bestellt, bringt es auf den Punkt. Das Flair des kleinen, aber feinen Festivals auf der grünen Wiese – es scheint sich mittlerweile in ganz Norddeutschland herumgesprochen zu haben. Das zumindest belegen die Autokennzeichen auf dem Parkplatz. Von Flensburg über Braunschweig bis Emden ist an diesem Tag alles vertreten.

Studentin Daniela aus Hamburg erklärt, was sie in die niedersächsische Provinz verschlagen hat: „Die großen Festivals sind völlig überteuert, Mega-Events wie zum Beispiel das Hurricane total durchkommerzialisiert und unpersönlich.“ Und ihre Kommilitonin Sandra ergänzt: „Die haben hier ein Näschen für Newcomer.“ Sie jedenfalls sei guter Dinge, demnächst zu ihren Freunden sagen können: „Die Band Soundso, die haben wir damals schon beim Heimatfestival gesehen, kurz bevor sie richtig berühmt wurde.“

Zum Glück für Bands und Fans fiel das Festival dieses Mal nicht ins Wasser. Im Gegenteil, das Wetter spielte mit. Entsprechend zufrieden zeigte sich auch Florian Hastedt, der aus unzähligen Bandbewerbungen wieder die Auswahl getroffen hatte: „Wir sind überglücklich“, so der gebürtige Jeersdorfer. Seine erste Bilanz: „Die Bands, auch die mit dem etwas größeren Namen, sind absolut pflegeleicht, da gibt es backstage überhaupt keine Allüren.“ Auch dem Publikum spricht er ein Riesen-Lob aus: „Obwohl wir die Besucherzahlen der Vorjahre nochmals steigern konnten – rund 1000 Leute waren dieses Mal auf dem Gelände – gab es überhaupt keine Zwischenfälle.“

Das bestätigen auch die Männer von der DRK-Bereitschaft: „Wir mussten nicht einmal ein einziges Pflaster kleben“, sagen sie auf Nachfrage. Und so kamen letztlich auch die, die eigentlich im Arbeitsdienst waren, in den Genuss, die Atmosphäre und die Musik zu genießen.

So waren die Turbulenzen am Nachmittag auch wahrlich nicht wörtlich zu nehmen. „Turbulenzen“ lautet nämlich der Name jener Lokalmatadoren, die das straffe Festivalprogramm eröffneten, gefolgt von stilistisch ganz unterschiedlichen Performances von Holly Would Surrender (Hamburg), den energiegeladenen Anchors & Hearts (Bremervörde) sowie Odeville (Hamburg).

Bei Everlaunch springt der Funke über

Deren Sänger und Texter Hauke Horeis erzählt im Catering-Zelt hinter der Bühne: „Ein Auftritt hier beim Festival ist Fluch und Segen zugleich. Man wird in einen ziemlichen Zeitplan gepresst, aber es ist eine sehr gute Möglichkeit, neue Leute auf sich aufmerksam zu machen.“ Live, meint Thorsten „Todde“ Finner, Frontmann der schon in der Versenkung geglaubten Alternative-Rock-Band Everlaunch, würde der Funke einfach sehr viel leichter überspringen.

Das tut er während des Exklusiv-Auftritts der Musiker aus dem benachbarten Rotenburg allemal. Immer mehr Menschen trauen sich nun an die Bühne heran und bejubeln unter der untergehenden Abendsonne das sichtlich gut gelaunte Quintett. Das Eis ist gebrochen. Wie passend ist es da, dass die Gruppe mit „Setting Sun“, dem letzten Song ihres Sets, in die späteren Abendstunden überleitet. Die sind geprägt von melodisch-treibendem Synthie-Rock (Razz aus Osnabrück), Ska-Punk, der in die Gehörgänge und Beine geht (Rantanplan aus Hamburg) sowie schrillem Electro-Rap der eigens aus Berlin angereisten Spaß-Combo Schluck den Druck.

Ausverkauftes Heimatfestival in Scheeßel

Was bleibt nach diesem vierten Heimatfestival: ein durch und durch gutes Gefühl – und die Hoffnung auf eine weitere Ausgabe im kommenden Jahr. Florian Hastedt und seine ehrenamtlichen Mitstreiter sind diesbezüglich guter Dinge. „Wir haben schon viele Ideen, jetzt aber wollen wir erstmal den Sommer genießen.“

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