Erwerb des ehemaligen Sparkmarktgeländes legt 2006 Grundstock für die Sanierung des Scheeßeler Kernortes

Eine Vision, die seit zehn Jahren keine mehr ist

Mehr Pkw-Stellflächen, mehr Aufenhaltsqualität: Der Marktplatz ist ein Paradebeispiel für die neue Mitte Scheeßels. - Foto: lw

Scheeßel - Viel ist in jüngerer Vergangenheit gebuddelt, gepflastert und gepflanzt worden im Kernort. Die Sanierung von Scheeßels „guter Stube“ – ein Millionenprojekt, das dank Fördergeldern in mehreren Bauabschnitten Schlag auf Schlag verwirklicht werden konnte, angefangen vom neugestalteten Rathauspark (2011/12) über die Kreuzungspunkte in die B 75, den Kreisel am Meyerhof und den Radweg an der Zevener Straße (2012/2013) bis hin zum Marktplatz mit Wasserspiel (2013/2014) sowie – aktuell – die Neudefinierung des Untervogtplatzes.

„Was seinerzeit als Vision der Verwaltungsspitze, aber auch den politischen Befürwortern begann, ist heute weitestgehend Realität“, zieht Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) nun ein Resumee. „Eine Vision, nicht nur das Umfeld des Rathauses attraktiver zu gestalten, sondern auch dringend notwendige neue Parkplätze auszuweisen.“

Zehn Jahre ist das nun her, dass die Gemeinde mit dem anfangs nicht unstrittigen Kauf des seinerzeit verwaisten Sparmarkt-Geländes den Grundstock für die Kernortsanierung gelegt hatte – für damals 625 000 Euro. Der Markt wurde kurz darauf abgerissen, die Fliesen blieben. Schnell bürgerte sich unter den Scheeßelern der Begriff „Fleischtheke“ für den heutigen Marktplatz ein – der weit und breit einzige geflieste Parkplatz. Fünf Jahre eines laut Dittmer-Scheele „intensiven Erarbeitungsprozesses“ sollten noch ins Land gehen, bis Anfang 2011 ein Rahmenkonzept mit fünf Bauabschnitten vom vorherigen Gemeinderat auf den Weg gebracht werden konnte. „Vieles, was an Ideenkonzepten vorlag, ist in dieser Zeit teils verworfen, teils verfeinert worden“, blickt die Bürgermeisterin zurück. Man habe Vorabstimmungen mit Behörden treffen und für politische Mehrheiten werben müssen.

Gerade letzteres, so Dittmer-Scheele, sei nicht immer einfach gewesen. So gab es zuletzt bei der Frage, ob die Gelder für den Untervogtplatz für das laufende Jahr in den Gemeindehaushalt eingestellt werden, im Rat sogar eine namentliche Abstimmung – mit 17 Ja-, acht Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen.

Bis ins nächste Jahr hinein werden sich die Arbeiten auf dem Untervogtplatz hinziehen. Doch zur Ruhe kommen wird der Kernort danach nicht, wie die Verwaltungschefin erklärt: „Unser nächstes Ziel ist es, die Rathausfassade ansehnlicher zu machen.“ - lw

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