Eine beeindruckende Vielfalt

„2020 – Ein Jahr“: Eichenschülerinnen zeigen in Werkschau ihre Schaffenskraft

Ein Jahr lang hatten die Eichenschülerinnen des Kunst-Leistungskurses unter der Leitung von Wilfried Reuter (3.v.r.) Zeit, sich der Kunst von ganz unterschiedlichen Richtungen aus zu nähern. Die Ergebnisse präsentieren sie demnächst im Rahmen einer Ausstellung im Scheeßeler Kunstgewerbehaus.
+
Ein Jahr lang hatten die Eichenschülerinnen des Kunst-Leistungskurses unter der Leitung von Wilfried Reuter (3.v.r.) Zeit, sich der Kunst von ganz unterschiedlichen Richtungen aus zu nähern. Die Ergebnisse präsentieren sie demnächst im Rahmen einer Ausstellung im Scheeßeler Kunstgewerbehaus.

Scheeßel – Können Jugendliche echte Kunst mit Hintersinn und Aussage machen? Ja, können sie, wie die Bilder im Scheeßeler Kunstgewerbehaus eindrucksvoll unter Beweis stellen. Entsprungen sind die Motive, die von Berglandschaften bis zu Stillleben reichen, der Kreativität von 14 Eichenschülerinen eines Kunst-Leistungskurses. Vielfältig und auf beachtlichem Niveau präsentieren sich ihre mal naturalistischen, mal abstrakten Werke.

Entstanden seien die mit unterschiedlichsten Techniken im vergangenen Jahr, berichtet Wilfried Reuter. Er ist Kunstpädagoge am Privatgymnasium und war so sehr von den Ergebnissen begeistert gewesen, dass er zu dem Schluss kam: Die Arbeiten seiner Schützlinge, die demnächst, nach ihrem Abitur, die Schule verlassen werden, müssen gezeigt werden – öffentlich, in Form einer Ausstellung.

So kam Birgit Ricke vom Heimatverein Scheeßel ins Spiel. Die Anfrage der Eichenschule, die Bilder im Kunstgewerbehaus präsentieren zu können, habe sie jedenfalls mit einem klaren „Ja“ beantwortet. „Uns ist es wichtig, dass wir eine Zusammenarbeit kontinuierlich fortsetzen., dass wir uns austauschen“, sagt die Kuratorin, die immer wieder spannende Werkschauen in den Beeke-Ort holt. Noch im vergangenen Sommer sei ein Kunst-Leistungskurs in Ausstellungen anderer Künstler eingebunden gewesen – als Besucher. Jetzt, nach rund zehnjähriger Pause, stehen die Eichenschüler wieder selbst im Mittelpunkt.

Zur Werkschau entsteht ein Begleitfilm, der noch vor der Eröffnung auf Youtube zu sehen sein wird.

„2020 – Ein Jahr“. Dass der für die Ausstellung gewählte Titel unweigerlich an Corona denken lässt, habe man laut Reuter durchaus auch so suggerieren wollen. Tatsächlich finden sich unter den Exponaten einige, bei denen sich die Jugendlichen mit der Pandemie und deren gesellschaftliche Folgen auseinandergesetzt haben. „Gemeinsam und einsam“ ist in diesem Kontext das Hauptschlagwort. „Aber wir wollen mit dem Namen auch signalisieren, dass es eben ein ganzes Jahr Arbeit war.“ Und die ist an diesem Dienstagnachmittag, an dem sich alle Beteiligten in der Galerie auf dem Meyerhof zum Dienst verabredet haben, auch noch nicht zu Ende. Immerhin müssen die kunstaffinen Abiturientinnen noch allerletzte Hand anlegen, bevor ihre Werkschau dem geneigten Publikum gezeigt werden kann. Da sind unter den Bildern die Urhebernamen noch anzubringen und vor der Kamera Interviews zu geben. Die Dreharbeiten, für die die beiden Mitschüler Robin Gallo und Jasper Härter den Hut aufhaben, münden später in einem drei- bis vierminütigen Filmchen, das auf dem Youtube-Kanal des Heimatvereins zu sehen sein wird. So, sagt Nils Meyer, Leiter des Heimatmuseums Scheeßel, könnten Interessierte wenigstens schon mal virtuell in die Jahresschau hineinschnuppern, habe die neue Corona-Verordnung des Landes einer eigentlich für den Himmelfahrtstag geplanten Eröffnung doch einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Die hat uns jetzt ein bisschen eingeholt, aber wie sagt man doch so schön: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, ist Meyer zuversichtlich, dass es in ein, zwei Wochen, in denen eben noch einige offene Fragen zur Testpflicht geklärt werden müssten, losgehen könne.

Beim Hängen der Bilder ist Team- und Millimeterarbeit gefragt.

Dass es ein gewisses Auge braucht, die Namensschilder auch schön in Relation zu den Werken zu drapieren, darauf macht Wilfried Reuter seine Schülerinnen gerade aufmerksam. „Zehn Zentimeter drunter oder fünf Zentimer daneben – sonst sieht es nachher nach nichts aus“, befindet der Lehrer. Was er bemerkenswert an der Arbeit seines Leistungskurses findet: „Dass wir es schaffen konnten, binnen eines Jahres den Bogen von der naturalistischen Auffassung bis hin zur von Gefühlen und Stimmungen getragenen Abstraktion zu schlagen.“ Genau dieser Prozess, der aufgrund gewisser Vorgaben im Semesterlehrplan nicht selbstverständlich sei, sei dieses Mal besonders gut gelungen und könne in der Werkschau natürlich auch nachvollzogen werden. „Dabei möchten wir jedem Besucher etwas bieten, sodass der am Ende sagen kann: ,Wunderbar, das hat sich gelohnt‘.“

Anmeldung erforderlich

Wann die Ausstellung „2020 – Ein Jahr“ im Kunstgewerbehaus auf dem Meyerhof in Scheeßel eröffnet wird, wollen die Verantwortlichen demnächst bekannt geben. Bis zum 13. Juni ist sie dann nach vorheriger Anmeldung unter der Telefonnummer 04263 / 6757888 oder per E-Mail an info@heimatmuseum-scheessel.de bei freiem Eintritt zu sehen. Der fertige Clip zur Werkschau soll ab kommendem Dienstag auf dem Youtube-Kanal des Heimatvereins Scheeßel zu sehen sein. 

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Leidenschaft reicht nicht: Fehlstart nach Hummels-Eigentor

Leidenschaft reicht nicht: Fehlstart nach Hummels-Eigentor

Meistgelesene Artikel

Kirchwalseder Eltern wollen keine Kombiklasse nach den Sommerferien

Kirchwalseder Eltern wollen keine Kombiklasse nach den Sommerferien

Kirchwalseder Eltern wollen keine Kombiklasse nach den Sommerferien
Für eine bessere ärztliche Versorgung

Für eine bessere ärztliche Versorgung

Für eine bessere ärztliche Versorgung

Kommentare