Dank Fördermittel wird neuerdings die Ausbildung für Erzieher in Scheeßel vergütet

Eine attraktive Grundlage

Mit einer Fachkräfteoffensive möchte das Bundesfamilienministerium mehr Erzieherinnen und Erzieher gewinnen und im Beruf halten. Foto: Imago Images

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Geht es um Stellenbesetzungen in Kindertagesstätten und Krippen, ist die Lage prekär. Gut ausgebildetes Personal wird überall gesucht, ist seit Jahren aber nur noch schwer zu finden. Auch in der Gemeinde Scheeßel werden auf kurz oder lang weitere Fachkräfte benötigt. Um angehenden Erzieherinnen und Erziehern die bisher rein schulische Ausbildung schmackhaft zu machen – sie besuchen in der Regel vier Jahre lang unbezahlt eine Fachschule –, haben Politik und Verwaltung Ende 2018 einen Plan ausgetüftelt. Oder, wie Verwaltungsvertreter Stefan Behrens es Anfang dieser Woche im Jugend- und Sozialausschuss formulierte: „Da sich Land und Bund immer noch nicht zusammenraufen konnten, das Ganze zu einer dualen Ausbildung umzugestalten, wollen wir gerne unseren Beitrag dazu leisten, die fachpädagogischen Kräfte zu unterstützen.“ Dies solle nun in Form einer Art Stipendiumsvergabe geschehen.

Dafür hatte die Gemeinde bereits im März ihr Interesse an einem vom Bund aufgelegten, sich aus drei Bausteinen zusammensetzenden Programm zur Fachkräfteoffensive (Stichwort: Gutes-Kita-Gesetz) bekundet. Dessen Förderperiode läuft bis 2023. „Drei Stellen haben wir angemeldet und die sind uns schriftlich auch alle zugesagt worden“, verkündete Behrens, der nicht verheimlichte, dass das ganze Verfahren zunächst doch ziemlich schleppend angelaufen sei.

Trotz Anlaufschwierigkeiten – die Einhaltung der Antragsfrist sei seinen Worten nach dann doch „recht sportlich“ gewesen – trägt das Projekt hinsichtlich einer praxisintegrierten vergüteten Ausbildung in Scheeßel inzwischen erste Früchte. Behrens: „Zum Glück haben wir frühzeitig mit der evangelischen Fachschule in Rotenburg Kontakt aufgenommen, die leider hier im Landkreis die einzige ihrer Art ist, die in das Förderprogramm überhaupt aufgenommen wurde.“ Aus dieser hätten sich schließlich zwei Schülerinnen bei der Gemeinde beworben, „eine hat zu unserem Bedauern wieder abgesagt, die andere haben wir zum 1. August eingestellt – sie ist jetzt im Beekekindergarten tätig.“ Er sei zuversichtlich, gab Behrens zu Protokoll, dass künftig dann auch alle drei bewilligten Stellen besetzt sein werden.

Ein weiterer Programm- Baustein betrifft nicht vorrangig die Schüler, sondern die bereits in den gemeindlichen Einrichtungen bestehenden Fachkräfte. Von denen sollen nämlich einige in die Lage versetzt werden können, die Berufsausbildungsgänger in den Kitas anleitend zu begleiten. „Neu ist das nicht, denn auch unseren Praktikanten ist so schon unter die Arme gegriffen worden“, machte Behrens deutlich, „nur wird es hier nochmal auf andere Füße gestellt.“

Soll heißen: Ab Februar 2020 wird die Gemeinde drei ihrer erfahrenen Kita-Mitarbeiterinnen zu einer berufsschulbegleitenden Qualifizierung entsenden können. Je 1 000 Euro stellt das Bundesprogramm dafür zur Verfügung. „Der vom Bildungswerk der Rotenburger Werke angebotene Lehrgang umfasst 68 Unterrichtsstunden“, erläuterte der Verwaltungsmann. „Parallel werden wir versuchen, für unsere späteren Anleitungskräfte entsprechend Freistellungsstunden zu fördern.“

Bereich Nummer drei nennt sich „Perspektiven mit dem Aufstiegsbonus für Profis nach Weiterqualifikation“. Der Bund gibt hier bis zu 300 Euro pro Monat und Person, um jene Fachkräfte mit Zusatzqualifikation besser zu vergüten. „Das erscheint mir aber nebulös, da das Programm für drei Jahre greift“, bemerkte Behrens.

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