Scheeßeler Ausschuss beschließt Erhöhung des Budgets für Vereins-Zuschüsse

Ein Polster für Kulturschaffende

Im vergangenen Jahr haben Musikfans zuletzt während des Heimatfestivals gefeiert. 2021 soll das Festival unter neuem Namen wieder stattfinden – auch mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde.
+
Im vergangenen Jahr haben Musikfans zuletzt während des Heimatfestivals gefeiert. 2021 soll das Festival unter neuem Namen wieder stattfinden – auch mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde.

Scheeßel – Es war nicht viel los in diesem Jahr, was kulturelle Veranstaltungen betrifft. Abgesehen vom Jahresanfang musste so ziemlich alles, was danach stattfinden sollte Corona-bedingt abgesagt werden. Ungewissheit besteht noch, wenn es um die Planungen für das kommende Jahr geht. In Scheeßel zeigt sich das auch bei der Antragliste für Zuschüsse der Gemeinde für kulturelle Veranstaltungen. Recht kurz ist sie und unter Bemerkungen ist mehrfach zu lesen „coronabedingt keine Kostenaufstellung möglich“. Es herrscht Unsicherheit bei den Veranstaltern. Das wissen auch die Politiker und haben mit ihrer Beschlussempfehlung Unterstützung signalisiert. Der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Kultur- und Heimatpflege hat in seiner jüngsten Sitzung einer Erhöhung des Haushaltsansatzes um 2 000 Euro zugestimmt.

10 000 Euro sind bislang im Haushaltsentwurf für Zuschüsse an Vereine vorgesehen, die bislang eingegangenen Anträge summieren sich nur auf eine Summe von 6 000 Euro. „Wir hoffen natürlich, dass die kulturellen Veranstaltungen 2021 wieder stattfinden können“, äußerte Stefan Behrens, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, wohl nicht nur die Hoffnung der Gemeindeverwaltung. Die Arbeit der Gemeinde und gerade die Konzerte und Feste, die sie organisieren, seien eine Bereicherung. Daher sollte die Gemeinde auch mit Zuversicht an die Beratungen gehen.

Die Idee einer Art Sonderzahlung brachte zunächst Angelika Dorsch (SPD) ins Gespräch. Mittel aus dem diesjährigen Haushalt seien nicht abgerufen worden. „Gibt es die Möglichkeit, den Vereinen diese Mittel trotzdem zukommen zu lassen?“, wollte sie wissen. Die Vereine zeigten mit ihren Anträgen schließlich, dass sie sich um die Kultur bemühten. Die Gelder seien eine Art Polster, ein Anschub, um im kommenden Jahr die Aktivitäten wiederzubeleben. „Ein guter Ansatz“, pflichtete Marsha Weseloh (CDU) bei. Ihre Fraktion brachte einen Antrag ein, der dann auch in diese Richtung ging. „Wir hatten die Idee, den Ansatz um 2 000 Euro zu erhöhen“, erklärte sie. Das Thema Kultur sei in diesem Corona-Jahr eingeschlagen wie kein anderes, es sei wichtig, ein Zeichen zu setzen. Da bislang nur 6 000 Euro an Zuschüssen beantragt worden sind, stehe so ein gutes Polster zur Verfügung, auf das die Veranstalter bei Bedarf zurückgreifen könnten. „Das verfolgt denselben Ansatz“, bewertete Dorsch diesen Vorstoß positiv. Ihre Fraktion könne diesem Antrag so zustimmen. So kam es dann auch – einstimmig wurde diese Änderung im Haushaltsposten beschlossen.

Auch musste dem Ansatz für die Gemeindebücherei zugestimmt werden. Hier erwartet die Gemeinde Aufwendungen in Höhe von 79 300 Euro, denen Erträge in Höhe von 3 400 Euro entgegenstehen. Geld, das gut investiert ist, waren sich alle Fraktionen einig. „Das ist wirklich eine Erfolgsgeschichte“, meinte CDU-Ratsherr Hans-Jürgen Conrad über die Gemeindebücherei. Sie ein in einem Atemzug zu nennen mit dem Jugendzentrum und dem Heimatverein – allesamt seien dies Bereicherungen für die Gemeinde. „Der Bericht zeigt, wie wichtig die Institution ist“, sagt Horst Knobel (Bündnis 90/ Grüne) und griff damit den Ausschussmitgliedern vorliegenden Jahresbericht auf. Der zeigt: Gerade 2019 hat es viele Neuanmeldungen gegeben. 104 waren es in dem Jahr. Großes Projekt war die Digitalisierung des Ausleihsystems. Das haben Anja Grobrügge und Heike Kommnick erfolgreich hinter sich gebracht, mussten dann aber mit dem ersten Lockdown im Frühjahr schließen. „Wir haben mitbekommen, dass einige Büchereien ganz schön zu kämpfen hatten“, sagte Grobrügge während der Sitzung. In Scheeßel sei das Jahr trotz Corona noch gut verlaufen. Die Bücherei habe ein Hygienekonzept etabliert, das sehr gut angenommen worden sei. Nach der Wiederöffnung seien die Leute auch gekommen, „sie haben sich sicher gefühlt“, meinte Grobrügge. Dazu beigetragen habe sicherlich die Buch-Quarantäne, die für alle Rückgaben „angeordnet“ wurde. Für einige Tage kämen die Bücher in einen gesonderten Raum. „Die fasst dann niemand an“, erklärte die Bücherei-Mitarbeiterin. Die Ausleihzahlen haben sich trotz Corona – oder gerade deshalb – in den vergangenen Monaten sehr positiv entwickelt. Allein im September lag mit 1 761 Entleihungen um 681 höher als im September 2019.

Am Ende hat der Ausschuss einstimmig den kulturellen und wirtschaftlichen Haushaltsposten für das kommende Jahr zugestimmt.  faw

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

DFB-Frauen schlagen Griechenland - Bilanz bleibt perfekt

DFB-Frauen schlagen Griechenland - Bilanz bleibt perfekt

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

Die heilende Kraft der Aloe vera

Die heilende Kraft der Aloe vera

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Meistgelesene Artikel

„Black Friday“-Sale ruft Protest hervor

„Black Friday“-Sale ruft Protest hervor

„Black Friday“-Sale ruft Protest hervor
Landkreis Rotenburg lässt Quarantäne sichern: Security rund um die Uhr im Einsatz

Landkreis Rotenburg lässt Quarantäne sichern: Security rund um die Uhr im Einsatz

Landkreis Rotenburg lässt Quarantäne sichern: Security rund um die Uhr im Einsatz
Endgültiger Abschied von Ehlermann

Endgültiger Abschied von Ehlermann

Endgültiger Abschied von Ehlermann

Kommentare