Für einen besseren Empfang

Ein 5G-Funkmast für Helvesiek: Gemeinderat fasst kurz vor Weihnachten noch einige wichtige Beschlüsse

Gut in Schuss: Die Gemeinde Helvesiek greift dem örtlichen SV einmal mehr bei der Sportplatzpflege finanziell unter die Arme – mit einem Drittel der angefallenen Gesamtkosten.
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Gut in Schuss: Die Gemeinde Helvesiek greift dem örtlichen SV einmal mehr bei der Sportplatzpflege finanziell unter die Arme – mit einem Drittel der angefallenen Gesamtkosten.

Helvesiek – O du fröhliche: Ausschweifende Diskussionen und hitzige Debatten gab es am Montagabend bei der „Weihnachtssitzung“ des Gemeinderates Helvesiek keine. Insgesamt drei Punkte galt es zu beschließen – zwei drehten sich um Bauanträge im Außenbereich, einer um einen Zuschussantrag die Sportplatzpflege betreffend. Die Beschlüsse im Überblick.

Neubau eines Funkturmes

Die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) möchte südlich vom Dorf, am Helscher Friedhofsweg, einen 40 Meter hohen 5G-Sendemast bauen, um die Qualität des Mobilfunknetzes zu verbessern. Der Standort befindet sich auf einer Ackerfläche, nahe eines Maststalls, im Außenbereich. Um den Eingriff in die Natur auszugleichen, finden Kompensationsmaßnahmen statt, die die Gemeinde selbst aber nicht tangieren würden. Ob das komplette Projekt jedoch tatsächlich zur Umsetzung gelangt, ist noch ungewiss, könnte der ins Auge gefasste Bereich doch in einer Hubschraubertiefflugschneise liegen und am Ende somit ungeeignet sein. Das müssen noch weitere Untersuchungen zeigen. Aus demselben Grund war übrigens bereits 2020 ein Bauantrag für eine Funkstation, die an anderer Stelle in Dorfnähe errichtet werden sollte, gescheitert. Der Rat beschied den neuerlichen Anlauf indes einmal mehr positiv. „Ich glaube, das Bedürfnis nach einem besseren Handyempfang ist bei uns groß“, befand Helvesieks Bürgermeister Merten Lüdemann (WG). Ja, das Thema Funkmasten sei ein hochumstrittenes Thema, äußerte sich Ratsherr Hans-Jürgen Küspert (Grüne). Aber: „Nach meiner Kenntnis ist es so, dass gerade das 5G-Netz, was ausgebaut wird, weniger Strahlung hat als die Vorgängernetze.“ Erfreut stellte er fest, dass der Vorhabenträger sich auch für einen möglichen Rückbau der Anlage verpflichtet habe. „Das heißt, wenn der Mast nicht mehr gebraucht wird, ist gewährleistet, dass der dort nicht einfach nur rumsteht.“

Zuschuss für Sportplatzpflege

Pünktlich zum Fest darf sich der SV Grün-Weiß Helvesiek über einen Zuschuss freuen. In dem Fall betrifft der die Pflege des Helscher Sportplatzes. Wie Bürgermeister Merten Lüdemann ausführte, sei vom Verein ein auf finanzielle Unterstützung abzielender Antrag gestellt worden, wie die Gemeinde ihn jedes Jahr aufs Neue erreiche. „Die Anlage ist in einem sehr guten Zustand, da stecken der SV und sein Vorsitzender viel Zeit rein“, lobte Lüdemann. „Mein Vorschlag wäre es, wie in den Vorjahren auch, sich an den Gesamtkosten, die sich diesmal auf 2 593 Euro belaufen, wieder mit einem Drittel zu beteiligen.“ Auch diesen Punkt beschloss der Rat einstimmig. „Ich wäre sogar durchaus dafür, dass wir dieses Prozedere so beibehalten“, erklärte Helmut Oetjen (WG).

Bürgermeister darf erweitern – vielleicht

Ein Punkt des Abends, über den es einen Beschluss zu treffen galt, betraf den Bürgermeister selbst: Dem Rat lag ein von ihm an den Landkreis adressierter Antrag vor, wonach Lüdemann seinen Wohnsitz an der Appeler Straße um einen weiteren Aufenthaltsraum erweitern möchte. Da sich die Hofstelle laut städteplanerischer Einstufung im Außenbereich befindet, somit also nicht auf Teufel komm raus nach den Vorgaben der Raumplanung gebaut werden darf, ist das Vorhaben ein Fall für die Bauaufsichtsbehörde. Welchen Einfluss man als Gemeinderat überhaupt habe, wollte der stellvertretende Bürgermeister Alexander Quast (WG) wissen. Volker Behrens vom Bauamt der Samtgemeinde Fintel klärte auf: „Der Spielraum im Außenbereich ist nicht so groß. Wenn das Einvernehmen der Gemeinde erteilt wird, kann sich der Landkreis theoretisch noch darüber hinwegsetzen.“ Im Zusammenhang mit dem Bauantrag mussten die Mitglieder auch über die Legalisierung eines Teilausbaus in dem Wohnhaus, welches der Bürgermeister von seinem Onkel käuflich erworben hatte, beraten. Im Zuge der Überprüfung für mögliche An- und Umbauten wurde nämlich festgestellt, dass im Dachgeschoss Bodenräume zu Aufenthaltsräumen hergerichtet wurden und nicht als solche im ursprünglichen Grundriss eingezeichnet waren. Lüdemann selbst stimmte als „Befangener“ an dieser Stelle natürlich nicht mit ab, verfolgte das Ganze aus dem Zuschauerbereich.

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