Eigennutzung an oberster Stelle

Grundstücksvergabeverfahren für Westerveseder Baugebiet Thema im Ortsrat

So sieht er aus, der erste Abschnitt für das Baugebiet Bargfelde in Westervesede. 17 Grundstücke stehen in ihm zur Verfügung. Für deren Vergabe gilt es jedoch eine Reihe von Kriterien zu erfüllen.
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So sieht er aus, der erste Abschnitt für das Baugebiet Bargfelde in Westervesede. 17 Grundstücke stehen in ihm zur Verfügung. Für deren Vergabe gilt es jedoch eine Reihe von Kriterien zu erfüllen.

Westervesede – 41 Interessenten für erst mal 17 Grundstücke – die Nachfrage nach Wohnbauland in Westervesede ist offenbar enorm. Gedeckt werden soll die frühestens Ende März nächsten Jahres – jedenfalls zum Teil. Dann, das wurde am Montagabend im Ortsrat bekannt, rechnet die Gemeinde Scheeßel, in deren Händen das Baugebiet Bargfelde liegt wie auch später die Grundstücksvermarktung, mit einem Abschluss der Erschließungsarbeiten.

Ein zweiter Abschnitt ist übrigens von der Erschließung her schon mit eingeplant. Gebaut wird aber erst, wenn dieser auch begonnen werden darf. Nach aktuellem Stand wird das wegen der Vorschriften aber erst in zehn Jahren möglich sein. „Auch wenn wir in unseren Dörfern Grundstücke ohne Ende ausweisen könnten – im Rahmen der dörflichen Eigenentwicklung ist das früher nicht zulässig“, erläuterte Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU). „Mit der Bewerberliste hätten wir so auch schon den zweiten Abschnitt vergeben können – wir dürfen es aber nicht.“

Worum es in der gut besuchten Sitzung im Westerveseder Dorfgemeinschaftshaus schwerpunktmäßig ging? Die Gemeinde will für die Grundstücke die Vergabekriterien festgezurrt wissen. Dazu bedarf es dem Votum des Ortsrates ebenso später noch dem des Verwaltungsausschusses und dem des Rates. Dabei liest sich das von der Verwaltung aufgelegte Regelwerk, eine Weiterentwicklung der bisher existierenden Bedingungen, doch recht kompliziert, wie auch Doreen Rönckendorf, Leiterin des Fachbereichs Finanzen und für die Vermarktung zuständig, einräumen musste: „Wenn man es liest, wird man erschlagen und denkt sich: Um Gottes Willen, was wird denn da bloß alles geregelt?“ Dabei fuße die Beschlussempfehlung auf Erfahrungen aus früheren Verkäufen, die nicht immer nur zufriedenstellend gewesen seien. Oder wie es die Bürgermeisterin, für die es in ihrer Funktion die letzte Sitzung in Westervesede war, auf den Punkt brachte: „Wir wollen nicht, dass mit unseren kommunalen Grundstücken wild spekuliert werden kann, sondern wir wollen, dass auch diejenigen, die in den Dörfern zu dem berechtigten Kreis gehören und bei denen tatsächlich Bedarf besteht, in angemessener Zeit das Ding auch bebauen.“

Auch Deepener „an Bord“

Über allem steht beim Baugebiet Bargfelde, für das es Grundstücke in der Größenordnung zwischen 722 und rund 950 Quadratmeter geben wird, also die Eigennutzung und der Bezug zur Ortschaft. Das heißt: Bauwillige müssten in den letzten zehn Jahren mindestens drei davon zusammenhängend in Westervesede gewohnt haben. Nur einer von vielen Eckpunkten, auf die Rönckendorf im weiteren Verlauf näher zu sprechen kam (siehe Kasten).

Wie Ortsratsmitglied Silvia Huch anmerkte, sollten aber auch die Einwohner aus Deepen, dem Nachbardorf, die Möglichkeit haben einen Bauplatz zu ergattern. – „was das gesellschaftliche Leben angeht, gibt es eh einen Bezug“. Auf eine entsprechende Passusergänzung konnte sich das Gremium denn auch durchaus einlassen, wie auch darauf, die Drei-Jahres-Frist für die Bezugsfertigkeit eines jeden Hauses nicht – wie von der Verwaltung vorgeschlagen – mit der Unterzeichnung des Kauvertrags beginnen zu lassen, sondern erst ab der Grundstücksübergabe.

Im Vorwege der Vermarktung, laut der Kämmerin erfolge die zu Preisen, die unterhalb des Grundstücksmarktes liegen, sollen nun nochmals sämtliche Interessenten abgefragt werden, ob die denn überhaupt auch die die Flut an Voraussetzungen erfüllen. Die Bewerbeliste dürfte sich entsprechend wohl noch ausdünnen. Im Frühjahr 2022 sollen dann östlich am Tavenhorn die ersten Häuselbauer mit Westerveseder Bezug loslegen können. Wie Dittmer-Scheele erklärte, seien die Erschließungsleistungen bereits ausgeschrieben worden. Auch das für die Entwässerung dringliche Thema Regenrückhaltebecken, betonte die Verwaltungschefin, sei mittlerweile schon angeschoben.

Die Hauptkriterien für die Vergabe und weitere Rahmenbedingungen im Überblick

• Wer an anderer Stelle schon mal ein Grundstück von der Gemeinde erworben, hat das Nachsehehn. Es sollen zunächst erst diejenigen zum Zuge kommen, die noch nicht die Möglichkeit dazu hatten. Dieses Kriterium hat die Gemeinde neu festgelegt.

• Eigentümer, die schon über familiengerechte Wohnimmobilien verfügen, sind als Bewerber ausgeschlossen.

• Es soll sichergestellt sein, dass auch wirklich nur der Käufer, der den Vertrag unterzeichnet, einzieht – nicht etwa Eltern oder Geschwister. Der muss dann das Haus für mindestens zehn Jahre als Hauptwohnsitz selbst nutzen, und zwar gleich nach Bezugsfertigkeit.

• Innerhalb von zehn Wochen nach der Ablösevereinbarung muss der Kaufvertrag mit der Gemeinde unterschrieben worden sein. So soll sichergestellt sein, dass Nachrücker beim Zugriff nicht auf längere Zeit blockiert werden.

• Die Vergabe der Grundstücke erfolgt nicht per Losverfahren, sondern in der Reihenfolge der eingegangenen Interessenbekundungen.

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