Blicke über den Tellerrand

Eichenschule wird als „Europaschule in Niedersachsen“ rezertifiziert

Dezernentin Susan Kletzin (r.) mit Schulleiter Christian Birnbaum und der Gründerin der Europa-AG Petra Hoppenstedt.
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Das zweite „Europaschule“-Zertifikat in zehn Jahren verleiht Dezernentin Susan Kletzin (r.) Schulleiter Christian Birnbaum und der Gründerin der Europa-AG Petra Hoppenstedt.

Scheeßel – Europaschule in Niedersachsen – hinter diesen drei schlichten Worten steckt nicht nur eine Zertifizierung durch die Schulbehörde, sondern auch ein ganzer Katalog an Voraussetzungen, die zu erfüllen sind. Und das ist der Eichenschule nach der Erst-Zertifizierung 2016 nun zum zweiten Mal gelungen.

Das Gütesiegel für Schulen, die sich ausdrücklich für die Vermittlung des Europa-Gedankens einsetzen, wird jeweils nur für fünf Jahre verliehen. Dezernentin Susan Kletzin, die dem Gymnasium in freier Trägerschaft das momentan 180 Mal vergebene Gütesiegel verlieh, zeigte sich von der Vielfalt der Aktivitäten, mit denen die Eichenschule den Europa-Gedanken lebt, beeindruckt: Neben Fremdsprachenunterricht, externen Sprachdiplomen wie dem aktuellen Zertifikat in Wirtschaftsenglisch für alle 45 Teilnehmer und sieben Austauschprogrammen fallen der Europa-Tag, Vorträge und sogar eine Europa-AG aus einem guten Dutzend Schülern, Lehrern und Eltern ins Gewicht der Bewertung. „Alle Punkte erfüllt, nachbessern war nicht nötig“, bescheinigte die Vertreterin der Schulbehörde den weltoffenen Scheeßelern und lobte vor allem die Vermittlung interkultureller Kompetenzen sowie unterrichtsbegleitende Aktivitäten und die Behandlung des Themas in unterschiedlichen Fächern wie Politik und Erdkunde.

Einig war sie sich mit Schulleiter Christian Birnbaum darin, dass das Thema Europa so aktuell sei wie wohl nie zuvor – nicht nur angesichts der Pandemie, die ein einheitliches Handeln erfordere, sondern auch bei Konflikten wie derzeit in Afghanistan. „Angesichts von militärischen Engpässen wie im Balkan, ist es wichtig, dass die Staatengemeinschaft zusammensteht und vereint handelt“, so Kletzin.

Birnbaum hob die Bedeutung der EU als „größtes Friedensprojekt der Nachkriegszeit“ hervor: „Dass ihr nicht an Grenzübergängen steht, arbeiten und studieren könnt, wo ihr wollt, ist keine Selbstverständlichkeit.“ Gerade angesichts von Entwicklungen wie dem Brexit oder Fremdenfeindlichkeit gelte es, diese Errungenschaften zu verteidigen.

Die Schüler der Europa-AG setzen nicht nur inhaltliche Schwerpunkte, sondern kümmern sich während der Veranstaltung auch um die Technik.

Einen würdigen Rahmen erhielt die Verleihung, die im Theatersaal mit Präsenz der Zwölftklässler und dem coronabedingt zugeschalteten elften Jahrgang stattfand, durch einen Onlinevortrag von Ingo Espenschied. Der Politologe und Experte für unter anderem europäische Beziehungen war dank der guten Vernetzung von Lehrerin Petra Hoppenstedt, die auch die beiden Zertifizierungen angeschoben und maßgeblich begleitet hatte, bereits einige Male in Scheeßel zu Gast.

Espenschied beleuchtete das Thema Klimapolitik in einem zweistündigen interaktiven Live-Chat mit vielen Einspielern von unterschiedlichen Seiten, wobei er einen Bogen von der ersten Dampfmaschine über autofreie Sonntage und die Ölkrise bis hin zum aktuellen Stand des Klimawandels schlug.

Dabei ging Espenschied auch auf Fragen der Schüler im Live-Chat ein: Diese wollten wissen, warum nicht schon früher etwas unternommen worden sei, warum die Mühlen der Politik so langsam mahlen oder wie es um die Machbarkeit von Wasserstoff als Ersatz für fossile Brennstoffe bestellt sei. So viel aktive Beteiligung freute auch Lehrerin Petra Hoppenstedt. Die Initiatorin des schulischen Schwerpunkts Europa, für die die Vorbereitung des Europatages neben der Brüssel- oder Lommelfahrt ein Höhepunkt ist, sieht vor allem die Europa-AG als Impulsgeber für die vielfältigen Aktionen. „Das Schöne ist, dass die Kids freiwillig kommen – und wenn dann auch noch etwas hängenbleibt, dann ist unser Ziel erreicht!“

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