Eichenschüler unterwegs in der freien Natur

Nabu-Aktion: Auf großer Mission an der frischen Luft

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Ob Arbeitseinsatz, wie hier am Kranichbeobachtungswagen des Nabu, oder Exkursion ins Moor – die Eichenschüler sind sich einig: „Das ist besser als normaler Unterricht!“

Appel - Von Lars Warnecke. Ihre Mitschüler sind im Ausland auf Austauschreise, sie selbst daheim geblieben. Endlich Zeit zum Chillen? Nicht so für Ana-Lisa, Lydia und sechs weitere Achtklässler der Eichenschule. Gemeinsam mit dem Nabu sind die Jugendlichen gerade auf großer Naturschutz-Mission. „Eine Woche, in der sie auch schon mal auf ihre Smartphones verzichten müssen“, schmunzelt Peter Aminger, der das von der Bremer Manfred-Hermsen-Stiftung unterstützte Projekt als Lehrkraft mitbetreut.

So war es Donnerstag ihrem Einsatzgebiet bei Appel geschuldet, dass die 13- und 14-Jährigen auf Handyempfang wohl oder übel verzichten mussten. Für den schnellen Blick auf Facebook und Co. blieb beim Arbeitseinsatz mitten im Nirgendwo aber auch keine Zeit. Schließlich sollte bis zum Mittag mit vereinter Kraft der Kranichbeobachtungswagen aufgebaut sein. Dessen Standort am Rande eines sogenannten Vorsammelplatzes, auf dem sich die Zugvögel in diesen Wochen wieder während der späten Nachmittagsstunden zum Fressen niederlassen, mache auch durchaus Sinn, „ohne die Tiere zu stören“, sagt Nabu-Vorsitzender Roland Meyer. Erst am Abend würden die aus Skandinavien eingeflogenen Kraniche die in der Nähe von Appel gelegenen Maisäcker in Richtung Tister Bauernmoor verlassen, um dort zu übernachten.

Das und vieles mehr über das Verhalten sowie die Biologie der Vögel ist auch auf den Schildern nachzulesen, die die Nabu-Beobachtungsstation flankieren und gerade von den Schülern aufgestellt werden. Unmotiviert, geschweige denn desinteressiert ist hier niemand. „Das ist viel besser als normaler Unterricht“, meint Ana-Lisa (14). Und ihre 13-jährige Freundin Lydia ergänzt: „Dadurch, dass wir immer direkt vor Ort sind, kann man sich das auch besser vorstellen“. Man lerne so eben besser, als aus einem Biologie-Buch.

Mit dem VW-Bus ins Wünschmoor

Immer – das schließt auch die übrigen Tage mit ein, an denen sich die Jugendlichen unter erfahrener Anleitung der Nabu-Ehrenamtler dem Naturschutz widmen. Stand am Montag noch eine Theorie-Einheit zum Thema Hecke auf dem Programm, ging es an den beiden Folgetagen mit dem VW-Bus ins Wünschmoor bei Hellwege – für eine lyrische Exkursion mit Geschichtenerzähler Hein Benjes sowie einen Arbeitseinsatz, bei dem es galt, die Späte Traubenkirsche zurückzudrängen. Ein letztes Mal, bevor es auch für sie in die wohlverdienten Herbstferien geht, sind die Schüler am Freitag in Ahausen unterwegs – dieses Mal, um Wildschutzbäume aufzustellen.

Zurück in Appel: „Seit mal bitte leise!“, flüstert Roland Meyer den Jugendlichen zu. Erst sind sie nur aus der Ferne zu hören – wenige Augenblicke später auch zu sehen. In einer V-förmigen Formation fliegen die Kraniche am Horizont entlang. Die Eichenschüler, eben noch fleißig mit Spaten und Schaufeln zugange, halten kurz inne. Dann sind die stolzen Vögel aus dem hohen Norden wieder im Nebel verschwunden. Unterricht kann tatsächlich auch mitreißend sein – erst recht, wenn er in der freien Natur stattfindet.

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