Sportgeschichte aus der Region

Eichenschüler sichern sich Förderpreis der Körber-Stiftung

Lehrer John Cramer mit Matthis Henke und Steven Krause.
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Der Lehrer John Cramer (M.) freut sich über das außer-unterrichtliche Engagement und den Förderpreis für Matthis Henke (r.) und Steven Krause.

Scheeßel – Was haben Bum-Bum-Boris und Steffi Graf mit dem Landkreis Rotenburg zu tun? Eine ganze Menge, haben Steven Krause und sein Freund Matthis Henke herausgefunden. Die beiden Eichenschüler stellten sich dieser Frage im Rahmen eines Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten und der Körber-Stiftung – und überzeugten die Jury.

Geschichtslehrer John Cramer strahlt und hat allen Grund dazu: Nicht nur, weil sich neben seinem eigenen Wahlpflichtkurs erstmals auch der Kurs eines Kollegen an dem renommierten Bundeswettbewerb zu historischen Themen mit Regionalbezug beteiligt hat. Oder weil die Beschäftigung mit Themen wie Sport im Kriegsgefangenenlager Sandbostel, die Verzahnung von Schul- und Vereinssport an der Eichenschule oder der Friedensgipfel im Scheeßeler Hof starke Leistungen zutage brachte. Sondern auch, weil die beiden Gewinner, die sich unter 143 Einsendungen von 306 Schülern allein in Niedersachsen und starker Konkurrenz einen der begehrten und dieses Jahr mit satten 400 Euro dotierten Förderpreise gesichert hatten, dies komplett außerhalb der Kurs-arbeit taten. „Das habe ich in den vier Jahren, die ich den Wettbewerb betreue, noch nicht erlebt“, so der Pädagoge.

Warum die beiden Elftklässler insgesamt um die 50 Stunden Freizeit investierten? „Sportlicher Ehrgeiz“, sagen die beiden 17-Jährigen grinsend. Nachdem sie sich beim letzten Mal vor zwei Jahren mit dem Thema „Schneekrise 1978/79“ bereits einen Preis gesichert hatten, war der Ehrgeiz geweckt. Der Zufall spielte den beiden Sportbegeisterten in die Karten: Das Thema lautete „Bewegte Zeiten. Sport macht Gesellschaft“. „Sonst hätten wir das wohl nicht auf uns genommen“, meint Krause realistisch. Die Recherchen, die ihre Mitstreiter in der Kurszeit ableisteten, absolvierten sie in der Freizeit; von der Themeneingrenzung („Bloß nichts mit Fußball, das machen alle“ – Cramers Tipp nahmen sie sich zu Herzen), über die Befragung von Zeitzeugen bis zum Sichten von Material in Archiven.

Wie immer sollte sich der pensionierte Eichenschulleiter Carsten Müller-Scheeßel als wertvolle erste Quelle erweisen; aber auch der Sportjournalist Matthias Stach, Krause aus dem Kontext seines Basketballspielens bekannt, sollte mit seinen direkten Kontakten zu Boris Becker wertvolle Hinweise beisteuern.

Das Ergebnis bestätigte, was Cramer als Zeitzeuge in den späten 80ern selbst in seinem damaligen Umfeld erlebt hatte: Nach Beckers Überraschungssieg von Wimbledon und den parallelen Erfolgen von Steffi Graf erlebte Tennis einen Aufschwung ohnegleichen. „Auch hier im Landkreis wurden neue Sparten und Vereine gegründet, in Scheeßel, Hetzwege und Westeresch wurden Plätze gebaut, die Mitgliederzahlen gingen durch die Decke – Tennis wurde vom Elite- zum Massensport“, fasst Krause die Ergebnisse zusammen.

Eingereicht haben die beiden ihre Erkenntnisse in Form eines Podcasts, „wie man 15 Seiten schriftlich zum Sachthema formuliert, konnten wir ja schon, da wollten wir mal was Neues machen“, erklärt Henke diese Entscheidung, noch zusätzliche Arbeit fürs Schneiden der O-Töne und selbst eingesprochener Kommentare aufzuwenden – ein Format, das die Jury überzeugte. Die beiden Jugendlichen mögen die gewonnenen Erfahrungen nicht missen: „Nach der ersten schriftlichen Arbeit dieser Länge hatten wir dieses Mal überhaupt keine Angst mehr, etwas auf den Punkt zu bringen“, erklärt Henke. Krause ergänzt: „Meine Ausdrucksfähigkeit im sachlichen Schreiben hat sich enorm verbessert“ – Fähigkeiten, die den beiden spätestens bei ihrer Facharbeit zugutekommen werden. „Wer teilgenommen hat, ist strategisch im Vorteil“, räumt auch Cramer ein.

Das gelte auch für das Zeitmanagement, einem Punkt, in dem Cramer den Teilnehmern oft Tipps geben kann und wo neben Problemen bei der Themeneingrenzung oder beim Recherchieren seine Expertise besonders gefragt ist. Für ihn der schönste Moment: „Wenn die fertigen Arbeiten reinkommen – da geht einem als Althistoriker das Herz auf.“

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