Donnerstagabend wird es sich zeigen

Scheeßeler Gewerbeverein: Droht die Auflösung?

Angelika Dorsch

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Wenn am Donnerstagabend die Mitglieder des Gewerbe- und Verkehrsvereins Scheeßel (GVS) zu ihrer Hauptversammlung zusammen kommen, wird es ernst. Auf der Tagesordnung finden sich die Punkte „Wahlen“ und „Diskussion zur Zukunft des GVS – Müssen wir über eine Auflösung des Vereins sprechen?“.

Beides hängt zusammen, denn bisher gibt es keine Kandidaten für die Positionen des Schriftführers und des zweiten Vorsitzenden. Die Fragestellung lässt Raum für Spekulationen. Sollte der Gewerbeverein, anno 1976 gegründet, tatsächlich vor dem Aus stehen? „Nein, das nicht“, bekräftigt Angelika Dorsch, seit einem Jahr im Amt der Vorsitzenden. Eher, sagt sie, sei der Tagesordnungspunkt als Weckruf an die aktuell 92 Mitgliedsbetriebe zu verstehen.

Fakt ist: Wie in so vielen Vereinen, gestaltet sich auch beim GVS die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern immer schwieriger. Tatsache ist aber auch, dass schon seit geraumer Zeit das Interesse unter den Gewerbetreibenden, für Veranstaltungen wie das Scheeßeler Midnight- oder das Halloween-Shopping aktiv einzutreten, im Allgemeinen eher mau ausfiel. Von den Stammtisch-Treffen – ein Instrument zum regelmäßigen Austausch, von dem aber nur die wenigsten Gebrauch machen – ganz zu schweigen. Dorsch kommentiert die Situation folgendermaßen: „Es bringt ja niemandem etwas, wenn einige wenige sich so engagieren, dass ihnen die Lust vergeht.“

Natürlich, der Gewerbeverein sei heute, in Zeiten von Online-Handel und -Dienstleistungen aller Art, zwar nicht mehr das, wofür er einst gegründet wurde. „Aber die Ziele der Gründer sind heute mindestens genauso aktuell wie früher, nur eben anders zu erreichen“, meint die Bartelsdorferin.

Zuletzt auf Image-Events konzentriert

Warum die GVS-Betriebe nicht alle an einem Strang ziehen würden, dafür hat die Vorsitzende eine plausible Erklärung: So hätte sich der Verein im Laufe der Jahre immer mehr auf sogenannte Image-Events für den Handel konzentriert, statt darauf, die in der Gemeinde ansässigen Gewerbetreibenden insgesamt zu vertreten. „Auch fehlt schlicht den meisten Unternehmern die Zeit, sich im eigenen Interessenverband zu engagieren“, sieht Dorsch einen weiteren Grund.

Den GVS in der öffentlichen Wahrnehmung wieder nach vorne bringen, den heutigen Gegebenheiten anpassen – darum gehe es ihr und ihren wenigen Mitstreitern. Darum soll Donnerstag in der Mitgliederversammlung (Beginn ist um 19.30 Uhr im Westerholter Kroog) auch eine neue Satzung verabschiedet werden, die eine Verschlankung der Führungsriege zum Gegenstand hat. Dorsch jedenfalls hofft, dass jemand aufstehen wird und sich für die vakanten Vorstandsposten meldet.

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