Veranstaltung stößt auf große Resonanz

DKMS-Typisierungsaktion des SV Jeersdorf: Drei Wattestäbchen für ein Leben

+
Seit 27 Jahren engagiert sich Gerd Holzhauer (r.) aus Ritterhude ehrenamtlich für die DKMS.

Jeersdorf – Ein überfüllter Parkplatz am Sporthaus des Jeersdorfer Sportvereins, eine mit Luftballons geschmückte Einfahrt – doch statt eines Spitzenspiels oder einer Jubiläumsfeier ging am Sonnabend am Luhner Weg eine Veranstaltung über die Bühne, die mitnichten einen freudigen Anlass zum Hintergrund hat. Wohl aber eine, die ein gut eingespieltes Team erforderte: Der SV Jeersdorf hatte zur Typisierung für die DKMS (gemeinnützige Organisation zur Vermittlung für Knochenmarkspenden) aufgerufen.

Und das aus gutem Grund, ist doch die Tochter eines Vereinsmitgliedes an Blutkrebs erkrankt und auf einen Stammzellenspender angewiesen. So hatte das Team rund um die Angehörigen der 21-jährigen Stemmerin und der federführenden Organisatorin Ilka Wilken mobil gemacht. Auch im Internet, bei befreundeten Vereinen und potenziellen Sponsoren war für die Suche nach passenden Knochenmarkspendern Werbung gemacht worden.

Die Resonanz: „Einfach überwältigend“, so Wilken angesichts des Gedränges, das schon zu Beginn herrschte. Nicht nur in den beiden Räumen, sondern auch in den Gängen waren die Tische, an denen 26 eingewiesene Helfer des SV in zwei Schichten bei der Erfassung der Daten, Einverständniserklärungen, der Probenahme der DNA mittels Wattestäbchen und der Verpackung und Etikettierung halfen, gut besetzt. „70 Teilnehmer“, so der Zwischenstand von DKMS-Vertreter Gerd Holzhauer nach gerade mal einer Stunde – am Ende sollte die Zahl 290 betragen.

Die Tische, an den denen die Registrierung und Typisierung mit drei Wattestäbchen vorgenommen wurde, waren fast durchgängig besetzt. 

„Immer, wenn ein konkreter Name dahinter steht, ist die Resonanz ungleich größer“, so die Erfahrung des ehrenamtlichen Federführenden der Aktion, der sich seit 27 Jahren engagiert. Dabei sei wohl allen klar, dass die Chance, gerade als Spender für die junge Frau aus Stemmen infrage zu kommen, verschwindend gering sei und es vielmehr um den Abgleich der eigenen DNA auf weltweiter Ebene gehe. So habe der DKMS-Kollege am Nebentisch vor einigen Jahren einer Italienerin das Leben gerettet. Dabei ist eine örtliche Nähe nicht mehr erforderlich: Die Spenden werden in der Regel in einem Krankenhaus in der Nähe entnommen und per Boten an den Zielort gebracht. „Diejenigen, die hierherkommen, sind in der Regel gut informiert“, so seine Erfahrung. Der Ritterhuder zeigte sich von der Organisation begeistert: „Toll, was gerade die vielen jungen Leute auf die Beine gestellt haben!“

Neben vielen Teilnehmern aus Stemmen, vom SV – darunter die komplette Vorstandsriege und einige Spartenleiter – und zahlreichen befreundeten Vereinen waren auch Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Stemmen und des Spaßclubs „Sons of Astra“ dabei. Letztere hatten auch einen Motorradklub aus Bremen animiert, sodass neben blauen Vereins-T-Shirts auch mehr als ein Dutzend rote Shirts mit dem Wappen der „Knieschleifer Bremen“ zu sehen waren. Für Biker Jens Nicolai eine Selbstverständlichkeit: „Ein guter Zweck, den wir gern unterstützen!“

Merle Fahrenholz war eine der vielen Teilnehmerinen bei der Aktion.

Abgewiesen worden waren nur wenige – neben dem Alter sind Herz- und Lungenkrankheiten oder eine Krebserkrankung eine Kontraindikation. Jörg Schories vom TV Scheeßel, dem Spendenalter entwachsen, war gekommen, „nicht nur um Solidarität zu zeigen“, sondern auch einen finanziellen Obolus zu überbringen. Viele andere hatten bereits vorher überwiesen, um die Kosten von 35 Euro pro DNA-Analyse zu decken; örtliche Schlachter, Bäcker und Lebensmittelhändler hatten großzügig für das Büfett gespendet, zahlreiche Freiwillige aus Reihen des Vereins für eine reichhaltige Kuchen- und Tortenauswahl gesorgt, die die Aktion auch finanziell auf gesunde Füße stellten. Für die Stemmerin gibt es derweil Hoffnung: Der erste DNA-Abgleich ermittelte drei potenzielle Übereinstimmungen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Fotostrecke: So verbringen die Werder-Profis ihren Urlaub

Fotostrecke: So verbringen die Werder-Profis ihren Urlaub

"Pokémon Go" für Harry-Potter-Fans

"Pokémon Go" für Harry-Potter-Fans

"Gorch Fock" soll bis 2020 fertiggebaut werden

"Gorch Fock" soll bis 2020 fertiggebaut werden

15.000 mexikanische Soldaten kontrollieren an der US-Grenze

15.000 mexikanische Soldaten kontrollieren an der US-Grenze

Meistgelesene Artikel

Hurricane-Abreise am Montag: Lage auf Straßen entspannt - Anarchie auf Campingplätzen

Hurricane-Abreise am Montag: Lage auf Straßen entspannt - Anarchie auf Campingplätzen

Großbrand: Mehrere Autos und Lkw brennen in Visselhövede und Schwitschen

Großbrand: Mehrere Autos und Lkw brennen in Visselhövede und Schwitschen

Feuerwehr befreit Kleinkind aus geparktem Auto

Feuerwehr befreit Kleinkind aus geparktem Auto

Hurricane-Veranstalter, Behörden und Helfer ziehen positive Bilanz nach drei Tagen Party

Hurricane-Veranstalter, Behörden und Helfer ziehen positive Bilanz nach drei Tagen Party

Kommentare