Drei altgediente Pädagogen der Eichenschule verabschieden sich in den Ruhestand

Hundert Jahre Treue

Geschäftsführer Stefan Anders (l.) und Schulleiter Christian Birnbaum (r.) bedanken sich bei Werner Cords (v.l.n.r.), Siegfried Flaßpöhler und Joachim Baudisch für mehr als ein Jahrhundert Treue zur Eichenschule.
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Geschäftsführer Stefan Anders (l.) und Schulleiter Christian Birnbaum (r.) bedanken sich bei Werner Cords (v.l.n.r.), Siegfried Flaßpöhler und Joachim Baudisch für mehr als ein Jahrhundert Treue zur Eichenschule.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Abschied nehmen hieß es am letzten Schultag gleich für mehrere Mitglieder des Kollegiums der Eichenschule. Mit Siegfried Flaßpöhler, Werner Cords und Joachim Baudisch gehen drei ganz unterschiedliche Menschen und Pädagogen in den Ruhestand, die jeder auf seine Weise das Gesicht der Eichenschule geprägt haben. Das wurde in zahlreichen Ansprachen deutlich.

Den Rekord in punkto Betriebszugehörigkeit hält Werner Cords. Der in Hamburg aufgewachsene Diplom-Informatiker bringt es auf 37 Dienstjahre. Von seinen Kollegen wegen seiner Fachkompetenz und seines freundlichen, ausgleichenden Wesens als „Anker des Kollegiums“ geschätzt, hatte der pragmatische „Um-die-Ecke-Denker“ der Stundenplan-Gestaltung, so Schulleitungskollege Christian Birnbaum, die Informatik in der Bildungsanstalt eingeführt. Seinen glasklaren Verstand bewies der eher im Hintergrund agierende Verwalter der Arbeitszeitkonten und Betreuer von Referendaren einmal mehr, als er die Rätsel seines Kollegen und Schützlings Karsten Frick in dessen Rede mühelos knackte. Das Vertrauen des Kollegiums habe sich, so Frick, nach vielen Jahren als Betriebsrat durch Wahl in die Schulleitung 1988 gezeigt.

Als ebenso wohlwollender Kritiker wurde Siegfried Flaßpöhler in einigen Laudatios beschrieben. Der aus Osnabrück stammende „Intellektuelle“ mit den Fächern Deutsch und Geschichte, seit 1988 an der Eichenschule tätig, hatte in den Fächern Deutsch, Geschichte und Politik mit natürlicher Autorität und einer „intellektuellen Leichtigkeit im Umgang mit Schulalltag“ Kollegen wie Schüler beeindruckt, wie Fachkollegin Susanne Rünger ausführte. Als „kritischer Geist mit hohen Ansprüchen und Leisesprecher“ sei er stets lediglich mit Reclamheft und Lehrerkalender in die Klassen geschritten oder geschwebt, so Rünger.

Misst man die Meriten im Applaus, so wird vor allem Joachim Baudisch eine Lücke im Schulalltag hinterlassen. In seinen 34 Dienstjahren wurde der bekennende T-Shirt-Träger und DLRG-Tauchausbilder laut Laudator Stefan Anders für „Humor, Lebensfreude, gepaart mit fundiertem Fachwissen und hoher Professionalität“ geschätzt. Aber auch der gelegentliche „Knall mit der rhetorischen Peitsche“ des Deutsch-, Geschichts- und Politiklehrers fand Erwähnung, genau wie sein Engagement im Chor am Notenpult und an den Kabeln. Einer der vielen emotionalen Momente: Das Ständchen, das sein musikalischer Wegbegleiter Martin Crome dem „Fels in der Brandung“ brachte.

Die erstaunliche Gemeinsamkeit der Reden der drei frisch gebackenen Pensionäre, die es gemeinsam auf mehr als 100 Jahre Treue zur Eichenschule bringen: Die Freude am Umgang mit Schülern und Kollegen sowie das latente Unbehagen, die eigenen Verdienste an die große Glocke gehängt zu sehen. Dieses eine Mal musste es sein.

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