Vor der Dorfkrippen-Abstimmung: Ortsrat will mit Ratsmehrheitsgruppe das Gespräch suchen

Osterveseder bitten zu Tisch

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Würde die Krippen-Entscheidung den Osterveseder Kindergarten in die Bredouille bringen? Die Gemeindeverwaltung findet: Ja.

Ostervesede - Von Lars Warnecke. Die Uhr tickt: Mitte Dezember fällt im Gemeinderat die Entscheidung zum Ganztagskrippenausbau im Westerveseder Kindergarten. Und es gilt als wahrscheinlich, dass das Vorhaben mit den Stimmen von SPD, Grünen und Gruppe 57 auch eine Mehrheit findet. Die Osterveseder, in Sorge um den Erhalt ihrer Kita, wollen dies nicht kampflos hinnehmen.

Es solle noch einmal das Gespräch mit den politischen Fürsprechern gesucht werden. Darauf verständigte sich der Ortsrat während seiner Sitzung am Montagabend.

Eingebracht hatte den Vorschlag Ortsratsmitglied Andreas von Fintel. „Wir sollten mit der Mehrheitsgruppe auf jeden Fall nochmal das Gespräch suchen und unsere Sorgen darlegen, was perspektivisch mit unserem Kindergarten passieren kann“, appellierte er an die Runde, unter die sich auch Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) gemischt hatte.

Bekanntlich ziehen SPD, Grüne und Gruppe 57 an einem Strang, im Zuge der anstehenden Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Westervesede ein neues Krippenangebot zu installieren. Dieses, als auch der Kindergarten selbst, würden nach Vorstellungen der Ratsmehrheit ein Ganztagsangebot vorhalten. Ein entsprechender Beschluss ist bereits im Jugendausschuss auf den Weg gebracht worden – letzte Instanzen, diesen quasi in Stein zu meißeln, sind der Verwaltungausschuss und der Rat.

„Für die südliche Gemeinde wäre das grundsätzlich ein Gewinn, der Bedarf nach Ganztagsplätzen ist da“, so von Fintel. Er teile aber die Ansicht der Bürgermeisterin, dass „eine solche Sogkraft, die dann vom Standort Westervesede ausgehen würde“, die Zukunft der „Lütten Veeser“ in Ostervesede gefährde.

Diese Bedenken hatten auch schon die Kindergarten-Eltern während der vergangenen Fachausschusssitzung im Scheeßeler Rathaus geäußert. „Mein Eindruck war, dass der Brief, der dort verlesen wurde, bei der Mehrheitsgruppe komplett verhallt ist“, erklärte er. Umso dringlicher sei es seiner Überzeugung nach nun, vor den Entscheidungsträgern nochmals zu intervenieren – gemeinsam mit dem Ortsrat und den Eltern. Von Fintel: „Optional könnte man auch Vertreter aus Westervesede mit an den Tisch bitten, wenngleich ich glaube, dass diese ganz glücklich über die sich momentan abzeichnende Entscheidung wären.“

Meinungsaustausch ja, aber dann bitte auch im Beisein der Gemeindeverwaltung, brachte Käthe Dittmer-Scheele sich in die Diskussion mit ein. „Wir sollten schließlich dann auch die Möglichkeit haben, unsere Sicht darzulegen“, betonte sie. Und die, so die Rathaus-Chefin, sei nach wie vor weit davon entfernt, was sich derzeit für Westervesede abzeichnet. „Ich bin immer noch der Auffassung, dass Krippengruppen im Kernort mehr Sinn machen.“ Für den Fall, dass der Rat entgegen ihrer Überzeugung abstimmt, warb sie auch während der Ortsratssitzung für eine Splittung: Am Standort Westervesede gebe es danach ausschließlich eine Krippe, während im Osterveseder Kindergarten auch die Kinder aus dem Nachbardorf betreut werden würden – beides als Ganztagsbetrieb.

Nur so, machte die Bürgermeisterin deutlich, könne man einer Sogwirkung – sie sprach bei der gemeinsamen Vorhaltung einer Krippe und einer Kita von einem hochattraktiven Angebot in Westervesede – entgehen. Dittmer-Scheele: „Wenn Leute über Krippenförderung einsteigen, dann wollen sie auch in der Einrichtung bleiben.“ Diese Erfahrung habe man verwaltungsseitig bereits in Jeersdorf gemacht. Eltern würden eben „mit den Füßen abstimmen“, und genau dabei sehe sie für den Osterveseder Kindergarten eine Gefahr lauern. Wegen seiner Randlage vom Kernort aus habe die Einrichtung ohnehin schon Auslastungsprobleme, „da hat selbst das Konzept eines Naturkindergartens nicht zu dem von uns erhofften Zulauf geführt“. Eine Zusammlegung beider Kindergartengruppen könne mit Blick auf die Belegungszahlen nicht vor dem 1. August 2018 erfolgen. „Daher macht es Sinn, seitens des Ortsrates darüber nachzudenken, ob nicht für beide Ortschaften etwas erreicht werden sollte, wenn die Krippe tatsächlich nach Westervesede kommt.“ Sie selbst sehe es als ihre Pflicht, auf diese Entwicklung hinzuweisen, „auch wenn ich mich dafür schlagen lassen muss“.

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