Neues Zuhause für die Dorfjugend?

Ein Feuerwehrhaus - zwei Nutzer in Westerholz?

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Eher spartanisch, statt gemütlich gestaltet sich das Vereinsheim der Westerholzer Dorfjugend: Die Mitglieder treffen sich in einem Container.

Ein hergerichteter Container auf einem geduldeten Grundstück - mehr ist für die Dorfjugend Westerholz als Domizil nicht drin. Bis jetzt. Denn nun könnte ausgerechnet das neu zu errichtende Feuerwehrhaus attraktivere Unterkunftsmöglichkeiten für die jungen Leute schaffen - oder auch nicht.

Westerholz - Von Lars Warnecke. Fakt ist: Sowohl Ortsrat als auch die Westerholzer Brandschützer - und natürlich die Dorfjugend höchstselbst - stehen geschlossen hinter dem Begehren, im Zuge der Neubauplanung einen Aspekt gleich mitzuberücksichtigen: die Einrichtung eines Jugendraums. So ist es in einem an die Gemeinde gestellten Antrag zu lesen - verfasst vom Ortsrat. Mit Lobeshymnen auf die Dorfjugend spart das Schreiben, mit dem sich Ende nächster Woche die Politiker des Scheeßeler Feuerwehrausschusses beschäftigen werden, inhaltlich jedenfalls nicht. Von einem „unverzichtbaren Beitrag“ zur örtlichen Jugendarbeit ist darin die Rede, von „vielfältigen Eigeninitiativen und Beiträge zu Aktivitäten anderer Vereine“, ohne die „das Dorfleben deutlich ärmer oder nicht mehr gestaltbar“ wäre.

Warum diese gewichtigen Worte? Nun, noch steht der Container am Rande des Sportplatzes. Aber genau auf dieser Fläche will die Gemeinde für die Ortswehr das neue Zweckgebäude errichten. Das Provisorium müsste aufgegeben werden, das Vereinsheim der Dorfjugendmitglieder wäre somit Geschichte. „Andere Räume in festen Gebäuden stehen bei uns im Dorf jedenfalls nicht zur Verfügung“, beschreibt Ortsbürgermeister Wolfgang Kirschstein (SPD) das Dilemma. „Nach allem Ermessen und nach eigener Einschätzung der Dorfjugend, würde dieser Verlauf alsbald das Ende der Gruppe einleiten.“

Mitnutzung ohne Beeinträchtigung möglich

Dabei würde sich eine Gebäudemitnutzung durch die Jugendlichen nach Einschätzung des Ortsrates durchaus harmonisch ergänzen, seien viele von ihnen gleichzeitig doch ebenso Mitglied in der Ortswehr. Eine Beeinträchtigung der Feuerwehraktivitäten sei durch den Betrieb des Jugendraumes jedenfalls nicht zu erwarten.

Wie dieser architektonisch gestaltet werden sollte, darüber macht das Gremium in seinem Antrag klare Angaben: 35 bis 40 Quadratmeter groß, ein von außen zugänglicher Eingang, eine anliegende Toilette und einen eigenen Wasseranschluss für ein Spülbecken.

Ob der Feuerwehrausschuss, respektive der Gemeinderat als letzte Entscheidungsinstanz das Projekt mitträgt, bleibt abzuwarten. Aus Sicht der Verwaltung wäre das Vorhaben auf jeden Fall mit einer gewissen Präzedenzwirkung für zukünftige Planungen in diese Richtung verbunden, wie sie es in ihrer Beschlussvorlage darlegt. Dort heißt es wörtlich: „Nutzung und Schaffung von Treffpunkten für Jugendliche sind bisher durch örtliche Entscheidungsträger organisiert. (...) Die bereits bestehenden, gesonderten Räumlichkeiten, die ausschließlich den Jugendlichen dienen (wie beispielsweise in Wohlsdorf), sind folglich in der örtlichen Dorfgemeinschaft entstanden, ohne planerische oder (umfassende) finanzielle Einbringung der Gemeinde.“ Darüber hinaus werden noch weitere Bedenken geäußert, unter anderem die Lage und den Zuschnitt des zu bebauenden Grundstücks und den störungsfreien Arbeitsablauf der Feuerwehr betreffend (alles konkret nachzulesen im Bürgerinformationssystem der Gemeinde unter www.scheessel.de).

Sitzung am Donnerstag

Wer Interesse hat, die politische Diskussion um den Jugendraum mitzuverfolgen, hat dazu am Donnerstag kommender Woche Gelegenheit: Der Feuerwehrausschuss behandelt das Thema in seiner Sitzung öffentlich - ab 18.30 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Rathauses.

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