Vom Dönerladen vor das Versicherungsbüro 

Verlegung des Behindertenparkplatzes in der Bahnhofstraße

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Die Farbe für die Markierungsstreifen ist noch frisch: Janthe Schröder und Werner Fredebohm sind zufrieden mit der von der Gemeinde neueingerichteten Stellfläche für Autofahrer mit Handicap. Beide engagieren sich im Behindertenbeirat des Landkreises.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Dass Menschen immer wieder ohne Erlaubnis ihre Autos auf Behindertenparkplätzen abstellen, das kennt Janthe Schröder (43) schon, das bringt die Hetzwegerin nicht mehr aus der Fassung. Was die Rollstuhlfahrerin eher stört: Nicht überall im Beeke-Ort sind die Behindertenparkplätze auch wirklich barrierefrei. Bestes Beispiel: die Bahnhofstraße. Dort hatte sie bisher so ihre liebe Mühe, problemlos ein- und auszusteigen. Bisher.

Es ist Dienstag, Physiotherapietag für Janthe Schröder. Von Hetzwege aus fährt die querschnittsgelähmte Frau nach Scheeßel, wie jede Woche. Der kürzeste Weg zur Praxis führt sie in den Veerser Weg, über den Behindertenparkplatz vor dem VGH-Versicherungsbüro. Dort stellt sie ihr Auto ab. Dort hat die Gehandicapte eine für sich komfortable Parkmöglichkeit gefunden. Endlich, muss man sagen. Denn noch vor wenigen Wochen musste Schröder, wollte sie denn keine langen Wege zu ihrem Ziel zurücklegen, mit einer speziell ausgewiesenen Stellfläche auf Höhe des Dönerlokals vorliebnehmen.

„Ich habe diesen Standort schon immer als recht unglücklich empfunden“, sagt die 43-Jährige, die sich auch im Behindertenbeirat des Landkreises auf Vorstandsebene engagiert. Nicht nur, dass der schmale Parkplatz in unmittelbarer Nähe zur Ausfahrt auf die Bundesstraße gar nicht der gesetzlichen Norm von mindestens 2,50 Metern Breite entsprochen habe, auch der unmittelbare Ausstieg zur viel befahrenen Bahnhofstraße habe sich für sie, als autolenkende Rollstuhlfahrerin, als ziemlich gefährlich erwiesen. „Daran konnte leider auch die Tempo-20-Zone nichts ändern, denn oft genug sind die Autofahrer hier viel zu schnell unterwegs“, hat sie festgestellt.

Schnelle Reaktion der Gemeinde

Also wandte sich Schröder – in ihrer Funktion als Beiratsmitglied – im Sommer dieses Jahres an die Scheeßeler Gemeindeverwaltung. Eine Idee, wo ein Behindertenparkplatz weit mehr Sinn machen würde, nämlich vor dem Versicherungsbüro, hatten sie und Werner Fredebohm, der Vorsitzende, schon im Kopf.

Und tatsächlich fand ihr Anliegen im Rathaus Gehör. „Wir waren selbst ganz überrascht, wie schnell man seitens der Gemeinde reagiert hat“, sagt Fredebohm. Was ihn besonders freue: Der umverlegte Parkplatz, es ist der erste ganz links in einer Reihe weiterer Stellflächen, biete mit seinen knapp drei Metern Breite nun so viel Luft, dass gehandicapte Menschen wie Janthe Schröder nicht mehr eingeparkt werden könnten. Dafür sorgt im Übrigen auch ein Baum, der auf der Fahrerseite steht.

Auf breite Parkplätze angewiesen

Was dem Rotenburger immer wieder im Rahmen seiner ehrenamtlichen Arbeit auffallen würde: „Gerade diejenigen, die nicht körperlich beeinträchtigt sind, haben meist überhaupt nicht den Blick dafür, was Barrierefreiheit überhaupt bedeutet.“

Noch erstrahlen die Markierungen in frischem Weiß – auch nebenan, wo ein ebenso breiter Stellplatz geschaffen wurde. Der, sagt Schröder, sei zwar kein zweiter Behindertenparkplatz, könne aber speziell für jene Menschen zweckdienlich sein, die genau auf solche breiten Parkplätze angewiesen sind. „Wenn sich einer das Bein bricht, ist der doch froh, wenn er dort besser ein- und aussteigen kann.“

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