Diesjährige Aktion „Scheeßel räumt auf“ verzeichnet rege Beteiligung

Familien und Flüchtlinge im Einsatz gegen den Müll

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Hand in Hand gegen die Gedankenlosigkeit der Zeitgenossen: Alteingesessene und Neu-Scheeßeler kämpfen gemeinsam gegen den Müll.

Scheeßel - Im wahrsten Sinne des Wortes aufgeräumt gibt sich der Kernort seit Sonnabend: Bei der jährlichen Aktion „Scheeßel räumt auf“ der Gemeinde in Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr schwärmten rund 40 Helfer aus, um die Böschungen und Ränder der Haupteinfallsstraßen sowie der wichtigsten Verkehrsadern im Ort von den Hinterlassenschaften gedankenloser Mitmenschen zu befreien.

Neben Ratsmitgliedern und zahlreichen Jugendlichen der Brandschützer beteiligten sich einige Vereine wie der Förderverein Amtsvogteipark und der TV Scheeßel, die parallel eigene Aktionen durchführten. „Anmeldungen bekommen wir kaum noch“, erzählt Ordnungsamtsleiter Frank Thies, „die meisten kommen seit Jahren so vorbei, einige haben sogar schon ihre angestammten Strecken.“ Eine Ausnahme: Christian Klähr vom Seniorenbeirat, Wiederholungstäter der ersten Stunde, der seine „Stammtour“ bei den Fischteichen bereits im Rathaus „vorgebucht“ hatte.

Freunde, Fraktionen, Familien, aber auch altersgemischte Gruppen durchkämmten mit Pieke und Müllsack bewaffnet am Vormittag bei bestem Wetter den Ort. Ursel Brase hatte Unterstützung vom Zwölfjährigen Jakob Sinn. „Er ist der Kopf, ich der lange Arm“, meinte sie schmunzelnd, während sie eine noch halbvolle Flasche Limonenlikör hinter einem Zaun herausangelte. Warum sie sich bereits zum zweiten Mal beteiligt? „Ich finde es unmöglich, was einige Leute hier so wegwerfen“.

Das sieht auch Ibrahim so: „Gute Aktion“, meint er und reckt den Daumen hoch. Der Flüchtling aus dem Sudan war mit rund einem Dutzend anderer Asylbewerber gekommen, um gemeinsam mit Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele Hand anzulegen. „Toll, dass sich das herumgesprochen hat und uns so viele unterstützen“, zeigte sich ebenfalls Gemeindevertreter Thies begeistert über so viel Engagement auch der Zugezogenen.

Spektakuläre Funde blieben in diesem Jahr aus. Die 50 prall gefüllten Müllsäcke, die nach zweistündiger Sammlung am Feuerwehrhaus abgegeben wurden, enthielten vor allem Plastikverpackungen, aber auch Flaschen und anderen Unrat. Bürgermeisterin Dittmer-Scheele und ihre Helfer hatten an der B75 gleich eine ganze Reihe Wodkaflaschen zu beseitigen. „Früher waren es mehr Dosen“, erinnert sich die Bürgermeisterin. Das sei mit Einführung des Dosenpfandes jedoch zurückgegangen, genau wie die Gesamtmenge an Müll vor allem in der Feldmark erfreulicherweise nachlasse.

Auf die Hinterlassenschaften eines veritablen Umweltsünders war André Peters gleich zu Anfang der Aktion gestoßen: Einen ganzen Eimer Farbe in der Nähe des Eichenrings. „Wer macht denn so was?“, kommentierte der Feuerwehr-Jugendwart kopfschüttelnd seinen Fund. Belohnt wurden die fleißigen Helfer wie immer mit Getränken und Würstchen.

hey

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