Goldene Preismünze

Der beste Honig Niedersachsens kommt aus Sothel

Rita Dodenhof präsentiert ihren Honig auf einer ausgestreckten Hand.
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Rita Dodenhof präsentiert ihren Honig.

Der Aufkleber auf dem Glas sagt es an: Der Wald- und Blütenhonig von Rita Dodenhof aus Sothel ist ausgezeichnet. Und selbst in dieser Top-Kategorie steht ihr Honig ganz oben und darf mit Fug und Recht als bester in Niedersachsen bezeichnet werden.

Sothel – Der beste Honig Niedersachsens kommt in diesem Jahr aus Sothel – genauer: aus den Stöcken von Rita Dodenhof. Nach einer Auswertung des Instituts für Bienenkunde in Celle, das zum Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gehört, erhält sie nicht nur die Goldene Preismünze des Landesverbands Hannoverscher Imker, die besonders guten Honig in einer Saison auszeichnet und mit der sie nun die Etiketten ihrer Gläser schmücken darf.

Sie steht in dieser Top-Kategorie sogar ganz oben im landesweiten Ranking. Auch andere Imker aus der Region waren bei dieser Auswertung erfolgreich. Der Imkerverein Rotenburg, bei dem die Sothelerin sich in der Ausbildung engagiert, verzeichnet in diesem Jahr vier Auszeichnungen. So viele wie noch nie, bemerkt die Imkervereinsvorsitzende Elli Döbler. Ein bundesweites Ranking gibt es übrigens nicht.

Der Honig schmeckt jedes Jahr anders

Gerade hat Dodenhof ihren Siegerhonig zum Probieren gereicht. Der Wald- und Blütenhonig hat eine leicht malzige Note. Natürlich kann die Imkerin nicht beeinflussen, „wie gut“ ihre neun Bienenvölker arbeiten. „Da gehört ein wenig Glück mit zu“, sagt sie. Wer das Imkern ernst nimmt, das wird im Gespräch deutlich, achtet auf die Natürlichkeit des Produkts. So schmecke der Honig jedes Jahr halt anders. Ganz im Gegensatz zum Honig aus der Massenproduktion, der durch Tricks der Hersteller immer gleich schmecke.

Viele wüssten nicht, wie vielfältig Honig sein kann, nicht nur durch große Palette von Varianten. Das sieht man auch daran, wie man überhaupt zu einer Preismünze kommt. Die Mitglieder des Imkervereins haben jeweils drei Gläser ihres Honigs als Probe an das Bieneninstitut geschickt. Dort werden eine Reihe von Kriterien streng überprüft. Es geht zum Beispiel um die Aufmachung, Geruch, Wassergehalt und Geschmack. Am wichtigsten ist aber, und danach wird das Ranking erstellt, ist der Invertasewert. Invertase ist ein Enzym, das die Bienen dem Honig hinzufügen.

Andere Imker der Region ebenfalls erfolgreich

Honigexperten sehen ihn als Merkmal für Naturbelassenheit. Je höher der Invertasewert desto besser. Dodenhofs Honig kommt auf einen Wert von 213 – der höchste in Niedersachsen, wissenschaftlich festgestellt. Beim Imkerverein ebenfalls mit der Goldenen Preismünze ausgezeichnet wurden Isabella Lange (Invertasewert 159) und Richard Sander (153). Eine bronzene Münze ging an Bernd Demenus.

In diesem Jahr erfolgreiche Imker: Isabella Lange (v.l.), Rita Dodenhof, Bernd Demenus und Richard Sander.

Im 180 Mitglieder großen Imkerverein spielen oft Vorfahren eine Rolle, die ebenfalls schon Bienen gehalten haben und deren Nachfahren dies nun fortführen. Die Mitglieder kommen zusammen auf mehr als 2 000 Völker, etwa 40 000 Bienen zählt eines davon im Sommer. Mit rund 80 Millionen Bienen kommen also jede Menge Insekten zusammen.

Jetzt im Winter sind es weniger. Rund 10 000 Bienen überwintern in den Stöcken, auch im Garten von Rita Dodenhof. Sie öffnet einen davon. Man erwartet eigentlich eine Vielzahl an Bienen, die um einen herum fliegen. Doch dem ist nicht so, jetzt im November „kuscheln“ sich die Insekten aneinander – die Wintertraube. Sie ist träge, in der Kälte verschwenden Bienen keine Energie. Doch die Traube ist auch sinnbildlich: Man kann Bienen nicht individuell betrachten, sondern immer nur im Kontext ihrer Völker, erklärt Ellie Döbler.

Honig kommt aus der Umgebung

Den meisten Honig haben Rita Dodenhofs Bienen in den 3,5 Kilometern rund um die Stöcke in Sothel gesammelt. Manchmal reist sie aber auch mit ihnen, Imker sprechen dabei vom Wandern. Dodenhof fährt dann Richtung Elbe ins Alte Land. „Ein Klassiker“, sagt sie. Andere im Verein nehmen da schon weitere Strecken auf sich. Richard Sander zum Beispiel fährt jedes Jahr Richtung Berlin für Akazienhonig.

Sie habe sich schon immer für Bienen interessiert, sagt Dodenhof. Mittlerweile ist sie im siebten Jahr im Imkerverein und kümmert sich dort um die Ausbildung neuer Imker. Jedes Jahr gibt es einen neuen Kurs, und der erfreut sich offenbar Beliebtheit. „2022 sind wir bereits ausgebucht“, so Döbler.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Rotenburg: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Beim Imkern geht es nicht nur ums Sammeln, Schleudern und Abfüllen von Honig, sondern geht weit darüber hinaus – um ein Verständnis von Natur und Umwelt. „Wenn ich Imker bin“, sagt Dodenhof, „lerne ich nicht nur was über Bienen, sondern auch über die Zusammenhänge in der Natur.“ Und nur wer diese Zusammenhänge kenne, wisse auch dafür zu sorgen, dass es den Bienen gut geht. Und wenn es den Bienen gut gehe, sagt Rita Dodenhof, gehe es auch der Umgebung gut.

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