Theater „Leporello“ im Heickpark

Denkanstöße in großartiger Kulisse

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Mit großem Aufwand und Liebe zum Detail stellte die Theatergruppe „Leporello“ die Szenerie im Heickpark in den Mittelpunkt.

Jeersdorf - Was für eine Szenerie: Wacholder in Bonbonfarben, eine einsame Wasserfee in einem Boot mitten auf dem See, ein leuchtender Gollum, im Hintergrund ein Scherenschnitt-Film auf einem zwischen Bäumen gespannten Bettlaken – die Akteure vom „Theater Leporello“ hatten keine Mühen gescheut, um den Jeersdorfer Heickpark am Freitagabend liebevoll in gewaltigen Bildern in Szene zu setzen.

Unter dem Vollmond feierten die Hobby-Schauspieler mit nur rund 60 Zuschauern Premiere des Stücks „Der Traumreisende“. Die Suche von Alinos nach seiner Familie, bei der der Geflüchtete immer weiter in eine parallele Traumwelt gerät, kontrastiert zwei Welten: Die des fiktiven Landes „Skalis“ mit der realen, die die Flüchtlingsproblematik thematisiert.

Die Beklemmung der Zuschauer, selbst als Flüchtling behandelt undeingesperrt zu werden, war Teil der Inszenierung.

Und das mit ebenso kreativen wie wirkungsvollen Regieeinfällen: Einige der zu Anfang willkürlich mit grünen und roten Bändchen in eine Zweiklassengesellschaf eingeteilten Zuschauer finden sich hinter Gittern wieder, werden nacheinander zu Fluchthelfern, Abgeschobenen oder Ankömmlingen inklusive Bananengabe. Als das Publikum von Beamten mit rüden Sprüchen zum nächsten Schauplatz getrieben wird, lachen einige; andere reagieren mit Befremden. Spätestens, als die Grillhütte, in der Alinos schon zuvor von Beamten gedemütigt wurde, mitsamt Publikum vom Feuer eingeschlossen wird (dank der tatkräftigen Unterstützung der Jeersdorfer Feuerwehr), wird die Beklemmung greifbar.

Am See entfaltet sich die Welt der Fantasie; da tanzen illuminierte Wacholderbüsche, über den See schwimmt ein Boot mit einem der Fabelwesen, und Alinos‘ Kampf gegen einen Tyrannen nimmt seinen Lauf. Unnötig, die vielschichtige und zuweilen arg verworrene Handlung nachzuzeichnen: Am Ende geht es um Gemeinschaft, ihren Verlust, Stillstand und Erneuerung und enttäuschte Geschwisterliebe. Ganz schön viele Themen, die hier in zweieinhalb Stunden aufs Tapet kommen; vielleicht etwas zu viele.

Was bleibt? Großartige Bilder im Kopf, trotz einiger Überfrachtung viele Denkanstöße und eine großartig in Szene gesetzte Kulisse- und das Engagement vieler, die eine ambitionierte Veranstaltung wie diese möglich machen: Beekscheepers, die im Hintergrund tanzen, Trommler, die das Schreckgespenst des Egoismus in Töne gießen, Helfer, die Schilder auf dem Weg durch den nächtlichen Park aufgestellt haben.

hey

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