Abbendorf schafft Defibrillator an / Erste Einweisung im kleinen Kreis

Dem Herzen auf die Sprünge helfen

Gut geschützt und im Winter bei Bedarf beheizt: der Außen-Defibrillator am Abbendorfer Dörpshus.
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Gut geschützt und im Winter bei Bedarf beheizt: der Außen-Defibrillator am Abbendorfer Dörpshus.

Abbendorf – Es gibt Einrichtungen und Dinge, die man am liebsten nicht brauchen würde. Dazu gehört auch der Defibrillator, im Volksmund kurz „Defi“ genannt. Wenn man aber weiß, dass hierzulande jedes Jahr etwa 100 000 Menschen unvermittelt am Herztod sterben, sieht das schon anders aus. Hier kommt dem medizinischen Gerät eine entscheidende Bedeutung zu. Denn da bis zum Eintreffen der Rettungskräfte entscheidende Minuten vergehen und die sogenannten automatischen Defibrillatoren (AED) von jedem Bürger bedient werden können, stellen sie entscheidende Lebensretter dar.

Umso erstaunlicher ist, dass es in Abbendorf, im Unterschied zu vielen anderen Scheeßeler Ortschaften, bisher keinen ständig verfügbaren öffentlich zugänglichen „Defi“ gab. Durch die Initiative des Dorfvereins „De Abbendörper“ und mit finanzieller Unterstützung des Ortsrates konnte ein solcher nun aber endlich angeschafft werden. „Unsere Prämisse war es, ein Gerät zu haben, an das man rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr rankommt“, erzählt Ronald Willenbrock. Habe sich der ursprünglich angedachte Standort am örtlichen Feuerwehrhaus als zu kostspielig erwiesen – ohne einen Umbau wäre es dort nicht gegangen –, sei die Wahl schließlich auf das eigene Vereinsdomizil, das erst von drei Jahren am Bruchweg errichtete Dörpshus gefallen, dessen Außenwand der Lebensretter nun schmückt. „Wir haben uns bewusst für einen Außen-Defi entschieden, welcher in den Wintermonaten beheizt werden kann – auch wenn dieses Modell gar nicht vom Landkreis und den Stiftungen bezuschusst wird“, so Willenbrock.

Berührungsängste bei der Benutzung des Defibrillators – er steckt in einer schwarzen, kreisrunden Box – braucht übrigens niemand zu haben, versichert Robin Rieschel. Der Fachmann von der Deutschen Notfallschule war am Montagabend aus Hamburg angereist, um einen kleinen Personenkreis – neben dem „Abbendörper“-Vorstand waren auch Vorsitzende weiterer Vereine aus dem Dorf sowie der Ortsbrandmeister zugegen – in einer ersten theoretischen und praktischen Einweisung mit dem Gerät vertraut zu machen. „15 Leute – mehr dürfen heute nicht dabei sein“, begründet Willenbrock die wegen Corona begrenzte Teilnehmerzahl. Allerdings seien in Zukunft noch weitere Schulungen geplant, bei denen dann auch alle anderen Einwohner mitmachen könnten.

Im Grunde, wandte sich Rieschel an seine „Schüler“, könne man bei der Anwendung eines „Defis“ nichts falsch machen. „Er gibt mit einer beruhigenden Stimme akustische Anweisungen, was zu tun ist. Ist ein elektrischer Impuls zur Stimulierung der Herztätigkeit nicht notwendig, erkennt das das Gerät und schaltet sich gar nicht erst ein.“

Auch wies der Fachmann darauf hin, dass, sollte der „Defi“ im Fall aller Fälle eingesetzt werden, es zwingend erforderlich sei, gleichzeitig auch den Rettungsdienst über den Notruf 112 zu alarmieren.“  lw

Birgit Behrens macht den Praxistest an einer Puppe.

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