Das Fass rollt

Fußballer von Rot-Weiß Scheeßel ersteigern besonderes Mobiliar aus der Gaststätte Stahmleder

Geschäftsführer Jan-Christoph Volckmer (l.) und RW-Vorsitzender Michael Meyer sitzen nicht zum ersten Mal im kultigen Weinfass der Gaststätte Stahmleder.  
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Geschäftsführer Jan-Christoph Volckmer (l.) und RW-Vorsitzender Michael Meyer sitzen nicht zum ersten Mal im kultigen Weinfass der Gaststätte Stahmleder.  

Scheeßel – „Roll das Fass rein“ – so texteten die Fußballer vom Rot-Weiß Scheeßel in Anlehnung auf ein altes Trinklied vor einigen Tagen in den Sozialen Medien. Der Jubel, der in den Kommentaren folgte, drückte die allgemeine Freude über den Coup der Kicker – ausnahmsweise mal jenseits des Spielfeldes – aus. Sie hatten sich beim digitalen Bieter-Wettstreit der vergangenen Wochen auf Ebay durchgesetzt und nennen nun stolz das kultige Fass aus dem Hinterzimmer der Gaststätte Stahmleder ihr Eigen.

Als man davon gehört habe, dass das XXL-Weinfass, in dem schon Generationen von Imbissbesuchern vor allem in ihrer Jugend gesessen haben, im Rahmen der anstehenden Geschäftsaufgabe der Traditions-Gaststätte versteigert werden sollte, habe man nicht einen Moment gezögert, erzählt Jan-Christoph Volckmer, der Geschäftsführer des Vereins. „Da hängen Kindheitserinnerungen dran“, ergänzt der frischgebackene Vorsitzende Michael Meyer, „nicht nur ich habe als Kind hier meine Pommes rot-weiß gegessen, sondern war später auch mit meinen eigenen Kindern hier.“

Das Fass, das vermutlich schon in den 1950er-Jahren dort gestanden habe, als in dem Gastraum noch getanzt worden sei, sei immer ein besonderer Anziehungspunkt für die Jugend gewesen. Davon zeugen die zahlreichen Kerben im Tisch der Sitzgarnitur. Selbst haben die beiden sich jedoch nie verewigt, „das hätten wir uns früher gar nicht getraut“, so Volckmer.

Die Fußballer fackelten nicht lange und starten in ihrer Whats-App-Gruppe einen Spendenaufruf, um sich an der Aktion zu beteiligen. „Wahnsinn“, meint Meyer, „nach einem Tag hatten wir die vierstellige Summe zusammen“ – denn dass der Kauf nicht aus Vereinsgeldern getätigt werden sollte, war allen Beteiligten klar. Nicht nur aktive Fußballer und Mitglieder beteiligten sich, sondern auch Ehemalige und Freunde.

Unsere schärfste Konkurrenz war die Freiwillige Feuerwehr.

Michael Meyer

Sie waren nicht die Einzigen, die Interesse an der Bewahrung des Stücks Ortsgeschichte hatten: Neben einigen Einzelpersonen boten auch einige Vereine mit. „Unsere schärfste Konkurrenz war die Freiwillige Feuerwehr“, schmunzelt Meyer. Dabei wollen die Fußballer das Fass nicht allein für sich behalten, „wenn es irgendwie machbar ist, soll es für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, erklärt Volckmer. Ideen dazu gibt es schon einige, wie der kühne Plan, es mobil auf Räder zu stellen und anderen leihweise zur Verfügung zu stellen. „Das ist aber alles noch Zukunftsmusik und nicht in trockenen Tüchern“, räumt Volckmer ganz realistisch ein.

Denn: Noch steht das Kultobjekt an Ort und Stelle. Wie sein Zustand sich beim Transport darstellt, sei noch völlig unklar, ebenso wie das Gewicht. Nicht einmal, ob es in einem Stück vorbei am Tresen und durch die Tür abtransportiert werden kann oder auseinandergebaut werden muss und ob es dabei unversehrt bleibt, stehe noch in den Sternen.

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Fakt jedoch ist: Dadurch, dass der Verkäufer beim Verhandeln sehr fair gewesen sei, ist sogar noch etwas Geld für etwaige Reparaturen übrig. Bis es konkret so weit ist, wird es noch etwas dauern: Bis November wird die kultige Sitzgelegenheit noch im Imbiss gebraucht, danach kommt sie erstmal ins Winterlager. „Im Frühjahr sehen wir dann mal konkret, wie es weitergeht“, so Meyer. Selbiges gilt übrigens auch für die Heimat der Kicker nach den Spielen, wenn die ehemalige Vereinskneipe der Rot-Weißen für immer die Pforten schließt.  

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