Prunksitzung bietet vier Stunden närrische Unterhaltung

Büttenrede mit Huhn

Der Siebener-Rat begrüßt das neue Prinzenpaar Heidi Behrens und Axel Roselius in seiner Mitte. Fotos: Heyne

Westervesede/Ostervesede – Was soll ein Jahr nach einer Jubiläumsveranstaltung noch kommen? Das hatten sich wohl auch einige Karnevalisten gedacht, war der Vorverkauf für die 41. Prunksitzung am Samstagabend doch etwas verhaltener als sonst angelaufen. Am Ende waren die langen Tischreihen des Dorfgemeinschaftshaus Ostervesede aber dann doch wieder gefüllt mit Clowns, Wikingern, Piraten und was die Verkleidungskiste sonst so hergab. Und gleich vorweg: Der Siebener-Rat hatte auch dieses Mal ein Programm auf die Beine – oder besser: Bühne – gestellt, das in vier Stunden kaum einen närrischen Wunsch offenließ.

Der bewährte Ablauf mit Beiträgen berufener „Rampensäue“ aus dem Umfeld, gepaart mit Schunkelrunden und einem gut aufgelegten Moderator Rainer Bassen, der die Umbaupausen wegplauderte, sie zündeten auch dieses Mal – genau wie die Veeser „Raketen“ aus Klatschen, Trampeln und Pfeifen, mit womit gelungene Darbietungen bedacht wurden. Das Prinzenpaar Monika Schröder und Jens Wahlers wurde von seinen Nachfolgern Heidi Behrens und Axel Roselius abgelöst – fast klar, dass Frotzeleien zu ihrem Landcafé und dem geplanten Heuhotel der beiden nicht ausblieben. Doch auch viele andere Personen und Ereignisse des Dorfgeschehens bekamen ihr Fett weg, nachdem Stand-up-Comedian „Fürst Volk“ alias Volker Meyer aus Wensebrock den mehreren hundert Gästen mit zotigen Sprüchen eingeheizt hatte. Der angekündigte „Besuch“ entpuppte sich als Lothar Maraun (aus den Vorjahren bekannt als „geiler Horst“), zuerst als Pastor, dann in Lederhosen unter dem Talar.

Noch mehr ans Veeser Eingemachte ging es bei „Büttenvees“. Andreas von Fintel und Wolfgang „Wolle“ Wichern samt Huhn Konstantin packten aus – dabei wurden der neue Radweg, der Umbau des DGH und Baugebiete mit Emissionsbelastungen ebenso wenig verschont wie Treckerdemos oder ausgebüxte Hunde. Doch auch die nächste Generation läuft sich warm, und das beileibe nicht nur mit Tanznummern wie „Famlie Pillermann Otze“: In „Vees 27383“ zeigte die Landjugend, allen voran Naturtalent Michel Peters, wahrhaft komödiantisches Talent. Der 18-Jährige nahm nicht nur den Vorsitzenden des Schützenvereins, zufällig der eigene Altvordere, mit dem Einfordern eines Flötensolos auf die Schippe, sondern setzte in seiner Persiflage dem Veeser Original „Schniepel“ ein Denkmal. Vorher hatten schon einige der interviewten Ehrengäste gut gelaunt ausgeteilt, allen voran Landrat Herrmann Luttmann, der mit Blick auf die Scheeßeler Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele postulierte: „Jammern will eben gelernt sein, und einige hier können das sehr gut.“ Selbige wiederum verkündete wohlgelaunt, sich in der Interimsheimat, der Schule, äußerst wohlzufühlen: „Immer, wenn die Schulglocke läutet, kann ich Pause machen!“

Großes Kino, und das sogar fast wörtlich, lieferte die Garde des TSV Bevern ab – nicht nur mit dem traditionellen Gardetanz zur Eröffnung, sondern auch mit ihrer Nummer „Nachts im Museum“.

Zwischen allem fröhlichen Treiben gab es auch einen kleinen Wermutstropfen: Für die Veerse-Schipper, die seit 41 Jahren bei keiner Prunksitzung fehlen dürfen, war es die letzte Runde mit dem großen Finale mit „Schön war die Zeit“ und „Veerser Deern“ als Rausschmeißer.  hey

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