Bürgerversammlung zum Combi-Markt ergibt: Die Mehrheit ist für Variante zwei

Ohne Gebäudekante, mit freiliegendem Parkplatz

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Rund 30 Bürger beteiligten sich an der Diskussion. Die Mehrheit stimmte am Ende gegen die Gebäudekanten-Variante.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Die Standortvariante für den Combi-Markt mit einem zur Mühlenstraße/Ecke Bremer Straße hin verlagerten Baukörper muss zu den Akten gelegt werden – jedenfalls ist das die mehrheitliche Auffassung jener Bürger, die am Donnerstag beim jüngsten „Scheeßel im Gespräch“-Abend des CDU-Gemeindeverbandes ein Wörtchen mitreden wollten.

Es war eine leidenschaftlich geführte Diskussion, die sich da im Scheeßeler Hof über anderthalb Stunden entspann – und an deren Ende ein deutliches, wenn auch nicht repräsentatives Meinungsbild stand: Gerade einmal zwei der rund 30 Anwesenden hoben die Hand für die sogenannte Variante 1 (mit Gebäudekante). „Zu erdrückend, zu wuchtig“ befanden die Gegner dieses Modells. „Das hat ja so den Charme einer Justizvollzugsanstalt“, äußerte sich eine Bürgerin hinter vorgehaltener Hand, als Verbandsvorsitzender Manfred Lieder die beiden Standortmöglichkeiten in Form von Grundrissen per Beamer an die Wand warf. Andere sahen in der Baukörper-Optik einen Stilbruch zu den direkt umliegenden älteren Gebäuden – ganz vorne weg das unter Denkmalschutz stehende Nötel-Haus – und äußerten die Befürchtung, die Mühlenstraße könne aufgrund des massiven Gebäudes so zu einer schmalen Gasse verkommen.

Doch auch andere, nicht das Erscheinungsbild betreffende Stimmen wurden laut, die Aspekte zu Tage förderten, die so in den vorangegangenen politischen Debatten noch nicht durch geklungen waren. So würde nach Ansicht eines Bürgers an der ohnehin schon viel befahrenden B75 durch das Bauwerk ein erhöhter Schalldruck entstehen, der für die Anlieger dann nicht mehr hinnehmbar sei.

Ein weiteres Argument, das in die Debatte einfloss, betraf den Abfall. Der sei für jedermann deutlich sichtbar, mahnte CDU-Ratsherr Ernst Behrens an – im Gegensatz zur zweiten Variante mit einem nach hinten versetzten Baukörper, bei der der Unrat hinter einer verdeckten, an den Amtsvogteipark grenzenden Anlieferungszone „verschwinden“ würde.

Genau die sei ihm nach aktuellem Planungsstand ein Dorn im Auge, brachte sich Hans Brauns vom Heimatverein in die Diskussion ein. Seiner Meinung nach müsste aus Naturschutzgründen ein mindestens fünf Meter breiter Grünstreifen zwischen Zone und Park geschaffen werden. Und: „Mich stört die Halle im Kernort, die Gebäudekante vorne ist ohnehin ein Graus – mir ist es wichtig, dass der Baukörper wie ein Wohnhaus gestaltet wird.“

Dem konnte Unionspolitiker Jürgen Conrad nur widersprechen: „Der Investor will Geld verdienen und ist sicher kein Samariter, der auf solche Wünsche eingehen wird“, gab er zu bedenken. Anders verhalte es sich mit der Begrünung. „Über deren Ausgestaltung können wir uns dann zu einem späteren Zeitpunkt noch Gedanken machen – da haben wir als Rat freie Hand.“

Als Fürsprecher der Variante eins outete sich Reinhard Frick. Ja, auch er sei von der Fassade, wie sie derzeit dargestellt ist, nicht überzeugt. „Statt Glas und Beton muss etwas Gegliedertes her, dann wirkt das Ganze auch nicht mehr so erdrückend“, äußerte er seine Überzeugung.

Damit stand der Hetzweger unter den Anwesenden jedoch fast allein auf weiter Flur. „Bei der zweiten Variante kann man ein relativ großes Gebäude gut verschwinden lassen“, befand jemand im Saal. „So steht das Gebäude wenigstens für sich und muss nicht mit anderen Gebäuden korrespondieren“, meinte ein anderer. Auch für CDU-Gemeindeverbandsmitglied Alexander Schweiger gibt es keine Alternative. „Die Frequenz, die man mit dem Parkplatz schaffen kann, ist wesentlich höher“, so seine Prognose.

„In fünf Jahren wird man sich eh an das eine oder andere Erscheinungsbild gewöhnt haben“, meinte ein älterer Herr, der mit am Tisch saß, im Flüsterton. Sein Kommentar blieb so gut wie unbeachtet.

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