Bürgermeisterin bringt DGHs und Sporthallen als Flüchtlingsunterkünfte ins Gespräch

„Dramatisch, was da unterwegs ist“

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In diesem Wohnhaus direkt neben der Westerveseder Windmühle leben derzeit sechs Flüchtlinge aus dem Sudan.

Scheeßel/Westervesede - Der Bedarf an Flüchtlingsunterkünften wächst – auch in der Gemeinde Scheeßel. Mehr als 20 Wohnungen seien durch die Verwaltung mittlerweile angemietet worden, erklärte Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele am Montagabend im Westerveseder Ortsrat. 110 Menschen habe man so dezentral ein Dach über dem Kopf gewähren können. Aber: „Der Druck steigt, es ist schon dramatisch, was da an Zahlen unterwegs ist“, so die Rathaus-Chefin.

Ursprünglich sollte die Gemeinde bis Ende Januar 87 weitere Flüchtlinge und Asylbewerber aufnehmen, „inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass wir diese Zuweisung schon bis Ende November erfüllen müssen“, so Dittmer-Scheele. Noch seien Wohnraumkapazitäten vorhanden, sieben Personen habe man erst unlängst wieder einquartieren können. „Wir sind aber nicht sicher, ob wir diese Quote am Ende überhaupt bewältigen werden können“.

Und die Lage spitzt sich noch weiter zu: „Ab Dezember erwarten wir eine neue, doppelt so hohe Quote – da weiß ich nicht, wo wir 160 Leute lassen sollen.“ Um so dringlicher appellierte sie im Ortsrat nochmals dafür, die Bürger mögen sich doch weiterhin nach geeignetem Wohnraum umhören.

Große Hoffnung, auch langfristig über die gemeindliche Mietstrategie Flüchtlingsunterkünfte dezentral vorhalten zu können, macht sich die Bürgermeisterin jedoch nicht: „Die Welle rollt, wahrscheinlich werden wir am Ende der Fahnenstange mit unseren Dorfgemeinschaftshäusern und Sporthallen auch auf öffentliche Einrichtungen zurückgreifen müssen.“ Die Verwaltung stelle sich auf diesen Fall zumindest schon einmal ein, „auch wenn wir derzeit noch gar nicht wissen, woher wir überhaupt das dafür notwendige Betreuungspersonal hernehmen sollen.“

Auch Westervesedes Ortsbürgermeister Ralf Jürges sprach in diesem Zusammenhang von „einer großen Herausforderung“. Derzeit seien in der Ortschaft sechs männliche Flüchtlinge aus dem Sudan untergebracht – in einem von der Gemeinde angemieteten Wohnhaus auf dem Gelände der historischen Windmühle. In Kürze sollen dort weitere Personen einziehen, kündigte Dittmer Scheele an. „Für sie werden dann in zwei bislang noch ungenutzten Zimmern Betten bereitgestellt.“

lw

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