Grüne sammeln Unterschriften für Europa-Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat“

Bürgermacht gegen Lobby der Agrarindustrie

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Elke Twesten (l.) und Arthur Lempert sammeln Unterschriften, hier von Larissa Leifridt aus Scheeßel.

Scheeßel - Von Hannes Ujen. Auf dem Scheeßeler Wochenmarkt konnten die Besucher am Sonnabend nicht nur Obst und Gemüse kaufen, sondern am Stand der Grünen ihre Unterschrift gegen die Verwendung von Glyphosat abgeben.

„Wir sind generell gegen den Einsatz von Ackergiften. Die Landwirtschaft muss raus aus der Abhängigkeit und deshalb unterstützen wir hier vor Ort die Europäische Bürgerinitiative ‚Stopp Glyphosat‘ mit unserer Unterschriftenliste, “ so Fraktionsvorsitzender Arthur Lempert.

Studien seien nicht vertrauenswürdig

Krebsexperten der Weltgesundheitsorganisation hätten das „globale Ackergift Nummer eins“ bereits vor zwei Jahren als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Europaweit wolle man mit Partnern wie dem BUND, Greenpeace, Umweltinstituten und Aktions-Netzwerken bis zum 15. Juni eine Million Unterschriften gegen den Einsatz von Glyphosat sammeln. Damit solle die EU-Kommission unter Druck gesetzt werden, die Ende 2017 eine finale Entscheidung in Sachen Genehmigungsverfahren Glyphosat anstrebt.

„Unser Ziel ist es, Glyphosat endgültig aus dem Verkehr zu ziehen und darüber hinaus unabhängige Genehmigungsverfahren für Pestizide einzuführen“, sagt Jessica Krull vom Ortsverband der Scheeßeler Grünen. „Die Studien von Monsanto, Bayer und Co. sind nicht vertrauenswürdig.“ So gebe es in argentinischen und brasilianischen Dörfern beispielsweise enorme Häufungen von Krebsfällen, weil dort überall massenhaft Glyphosat ohne jegliche Schutzmaßnahmen verspritzt wird.

„Es geht auch durch ständigen Fruchtwechsel“

Auch Elke Twesten, Landtagsabgeordnete der Grünen, sammelte Unterschriften: „Wir stehen für eine nachhaltige Landwirtschaft. Ein Pflanzengift wie Glyphosat, das Menschen, Tieren und Pflanzen schadet, hat auf unseren Feldern nichts zu suchen.“ Mit dieser europaweiten Initiative habe man die Chance zu zeigen, dass Bürgerprotest wirkt.

Einer repräsentativen Umfrage zufolge lehnen 64 Prozent der Menschen in Europa Glyphosat ab und sprechen sich klar für ein Verbot aus. Eine Studie aus Frankreich zeige auch, dass weniger Pestizide nicht gleichzeitig weniger Ertrag bedeuten. „Es geht auch ohne Gift, zum Beispiel durch ständigen Fruchtwechsel“, meint Krull und ihre Parteifreunde ergänzen: „Ein Verbot des Gifts durch die Regierung wurde bisher von der Agrarlobby erfolgreich blockiert. Nun gilt es, gemeinsam öffentlich Druck zu machen!“

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